Die Chemie.
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und der Körper überhaupt als ein Gefäß betrachtet, in welchem Destillation undSublimation, Niederschlage und Krystallisationen fortwährend sich thätig und em-flußreich erweisen. . » .
Auch war Paracelsus der Erste, der als. öffentlicher Lehrer der Chemie undZwar in deutscher Sprache auftrat, und der Erfolg, den er in einzelnen Heilungenhalte, die Kenntnisse, die er in Vielem bewahrte, aber auch die Dreistigkeit, Mitwelcher er die alte medieinischr Schule angriff und sein chemisches System aus-stellte: alles Dies eignete sich in hohem Grade, um Epoche zu machen. Der Ein-fluß dieses Mannes auf den Fortschritt der Chemie war um so großer, indem ereine Menge von Gegnern zur Thätigkeit ausreizte und den gebildeten Stand derArzte der Beschäftigung mit der Chemie zuwendete. Die vermehrte Anwendungchemisch zubereiteter Arzneimittel endlich machte allmälig die Apotheker, die stltyerfast nur als Arznei- und Wurzelkrämer zu betrachten sind, zu einem der Chemiebeflissenen Stande, der alsbald ihrem Fortschritte sich gar förderlich erwies.
Dieser Übergang der Chemie in gebildete Hände läßt sich alsbald m denchemischen Schriften bemerken. Wenn auch in denen des Begründers dieser Pe-riode noch erstaunlich viel Wust und Bombast sich vorfindet — sein vollständigerName war Philippus Aurcolus Theophrastus Paracelsus Bombastus ab Hohen-heim —, so si,^ doch die meisten Werke seiner Nachfolger in verständlicher Weisegeschrieben, und namentlich zeichnen sich die des verdienstvollen Metallurgen Agrrcolaaus Meißen (geb. 1494) durch Klarheit und Gediegenheit aus.
Es würde vorn Zwecke dieser Darstellung zu weit entfernen, wollten wir allein diesem bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts sich erstreckenden Zeitraume deiner-kenswerlhen Namen und daran zu knüpfende Leistungen im Einzelnen auffuhren.Im Allgemeinen sei daher nur gesagt, daß es vorzugsweise Deutsche waren, diein dieser Periode das chemische Wissen förderten, indem die pariser Akademie durchstrenge Verbote der chemischen Arzneimittel die Betheiligung der französischen Mcdi-ciner in dem Streite über die Richtung des Paracelsus verhinderte — ein Beispiel,wie selbst gelehrte Körperschaften ein Hemmniß des Fortschritts werden können/ wasm Frankreich später auch auf andern Gebieten der Wissenschaft sich wiederholt hat.
Die Methode der Darstellung chemischer Präparate erscheint nun bei weitemzweckmäßiger, sicherer und von weitschweifigen und unnützen Zuthaten befreit. Mehr-fach findet sich schon ein analytisches Verfahren, welches ziemlich genaue Scheidun-gen vollbringt, namentlich in den Hüttenprocessen durch Agricola eingeführt. Diestarken Säuren wurden reiner dargestellt und vermittelst dieser dann leichter dieschwachem erhalten, sowie in den Rückständen werthvolle Salze, worunter das vonGlauber entdeckte Wundersalz oder 8al wir->l>i>6 einen hohen Rang einnimmt. Die-sem fleißigen Chemiker werden überhaupt viele vortreffliche Beobachtungen verdankt,und über manche chemische Zersetzungen hatte er Vorstellungen, die unserer jetzigenUberzeugurm ganz entsprechend waren. Es begann überhaupt in dieser Zeit einwichtiger Übergang in der Ansicht über chemische Processe sich vorzubereiten undtheilweise schon festzustellen. Wenn seither durch das Einwirken verschiedener Körperaufeinander ein neuer Körper zum Vorschein kam, so glaubte man dies alsVcrwandelung der ursprünglichen Stoffe in das Produkt erklären zu müssen,auffallendes Bnspiel hierfür bietet die sogenannte Verwandelung des EisKupfer dar. »Wird nämlich ein blankes Stück Eisen in eine Auflösung von schwe-selsaurem Kupferoxyd gelegt, so. erscheint es alsbald mit einer rothen Schicht vonMetallischem Kupfer überzogen, und nach längerer Zeit ist das Eisen gänzlich ver-irhwunden und an seiner Stelle eine entsprechende Kupsermaffe vorhanden. Wäh.Bew^ besagt, diese Erscheinung früher als ein ebenso einfacher als schlagenderdak ^ Metallverwandelung angesehen wurde, zeigten nun genauere Versuche,^ ^Kupfer diesem Falle keineswegs erzeugt werde, sondern bereits in dernge endeten Flüssigkeit aufgelöst vorhanden gewesen sei. Daher wurde denn mitDie Gegenwart. Viu. 23
eineEinEisens in