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Achter Band.
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Die Chemie.

Mit ganz vorzüglichem Erfolg, mit einer Umsicht und Sorgfalt, die als Musterfür Untersuchungen dienen, verfolgte den eingeschlagenen Weg Boussingault, der, aus-gerüstet mit chemischen Kenntnissen und im Besitze eines schönen Landguts, ganzder Lage sich befindet, mit Erfolg an der Lösung dieser verdienstvollen Aufgabe sichzu bethciligen. Unter seinen Arbeiten sind hauptsächlich diejenige» hervorzuheben, inwelchen er den Werth des verschiedenen Futters und insbesondere das Verhältniß desStickstoffgchalts desselben zur Ernährungsfähigkeit zu bestimmen sucht.

Endlich haben wir als letzte der physiologisch - chemischen Methoden die der ver- ^gleichenden Chemie oder die Methode der Analogie anzuführen, in welcher ebenfallsLiebig die Richtung angedeutet und durch seine Schule verfolgt hat. Sie besteht inFolgendem: Wir sehen, wie vom lebendigen Thier- und Pflanzenkörpcr mancherleiStoffe von uns bekannter Zusammensetzung aufgenommen werden, in demselben einechemische Zersetzung erleiden, und es sind uns auch die aus letzterer hervorgehendenEndproducte bekannt. So z. B. sind Kohlensäure und Wasser die Endproductc derZersetzung aller Stoffe, welche das Athmen unterhalten, wie der Stärke, des Zuckers,der Fette. Dasselbe Endresultat ergibt sich, wenn diese Stoffe in freier Lust oxy-dirt, d. i. verbrannt werden. Allein im Blute, in welchem die Oxydation jenerStoffe vorgeht, scheint dies keineswegs so direct zu geschehen, wie bei der Verbren-nung in freier Luft. Liebig ist vielmehr der Ansicht, daß die Einwirkung des Sauer-stoffs nur eine allmälige sei, daß er zunächst, mit Antheilen des Wasserstoffs je»^Substanzen sich verbindend, eine Reihe von immer sauerstoffreichcrn und Wasserstoff-ärmern Verbindungen darstelle, bis als Endwirkung nur Kohlensäure und Wasstrsich ergebe. Eine weitere Frage ist die, ob die stickstoffhaltigen, eiwcißartigen Nah' !rungsmittel geeignet seien, in Thi'erkörpcrn zur Fcttbildung verwendet zu werden.

Da beide Fragen sich nicht durch directe Verfolgung der Unisetzung im Thiel- ^körper selbst entscheiden lassen, so wurden einerseits Fette und andererseits ciweiß'artige Stoffe einer langsam oxydirenden Einwirkung ausgesetzt, und dabei Nesnlb^erhalten, welche zu einer Unterstützung der oben geäußerte» Ansicht dienen können-

Im Pflanzenkörper gehen ebenfalls gewisse Umsetzungen vor, die eine ähnlich^Verfolgung außerhalb desselben wünschenswerth machen. Am bekanntesten ist ^Übergang der Stärke in Zucker beim Keimen der Getrcidckörner, der Säuren "Zucker und Schleim beim Reifen und Überreifen der Früchte.

Vergleichen wir die Art und Weise, wie die gegenwärtige Chemie die Leben 'fragen der Physiologie im doppelten Sinne des Worts zu lösen sucht, mit den 'kürlichen Annahmen und einseitigen und planlosen Versuchen der frühern Period"bso unterliegt es keinem Zweifel, daß der eingeschlagene Weg zu noch weiter» erfo kreichen Aufklärungen in diesem Gebiete führen muß. Wie sehr man gerade hierBelehrung und dem Verständniß begierig entgegensieht, beweist die ungemeine Th^nähme, mit welcher die Schriften von Liebig, Schleide» und Mulder, sowie diemit verbundenen Streitschriften von, große» Publicum aufgenommen worden D!Gerade jene Erörterungen über Ernährung, Werth und Rolle der Nahrungsn" .für Thier und Pflanze waren cS, die auch außerhalb der wissenschaftlichen KreistInteresse für die Chemie erregten, welche sich für berechtigt hält, in diesendie entscheidende Antwort zu ertheilen. . §

Auch hat es nicht an vielfachen Bemühungen gefehlt, diese allgemein w'chtlSThatsachen in allgemein verständlicher Weise darzustellen, und indem wir hstrLiebig'S „Chemische Briefe" und Schlciden's Schrift: „Die Pflanze und ihr Lebenshervorheben, erwähnen wir noch als Curiosum, daß in England, dem Lande §praktisch gewordenen Ideen, unter dem Namen „Liebig'S Welt" ein Mikrokos"^angekündigt und vorgezeigt wird, der bestimmt ist, die Wechselwirkung gx,i.Kreislauf zwischen Thier, Pflanze und unorganischer Materie augenfällig darztms",

Es besteht aber diese kleine Welt aus einer hohlen Glaskugel, die gle-

ist, und in welcher sich Lust, Wasser, eine Anzahl Wasserpflanzen und -^an^schnccken, sowie einige kleine Fische befinden, die sich gegenseitig zum Untcrha