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Da6 Königreich Dänemark.
Felde genommen, sondern nach einer nach den Durchschnittspreisen der vier letztenMonate im Jahre festgestellten Taxe (die Capitaltaxe) mit Geld bezahlt. Nochschwieriger als in Dänemark war es in den Herzogthümcrn, den Bauern Freiheitund Menschenrechte zu verschaffen. Mehr als 20000 leibeigene Familien seufztenunter dem Joche der schleswig - holsteinischen Ritterschaft, und diese zeigte sichden Planen des Kronprinzen so abgeneigt, daß er sich genöthigt sah, durch seinenvertrauten Rathgeber Bernstorff die Erklärung abzugeben, wie er sich am Endewerde gezwungen sehen, ihre Bauern selbst freizugeben. Nach langem, aber vergeb-lichem Sträuben mußte sich die Ritterschaft fugen, und im Jahre 1805 gab es inden Herzogthümcrn keine Leibeigene mehr. Die weitere Entwickelung dieser großenReformen zu Gunsten der Ackerbauer gehört nicht weiter zu unserer Aufgabe. Nursei hier noch der Vorsorge von Seiten der Regierung für die Ka'thner (18l0), deSradical verbesserten Schulwesens (1780 — 1814), des neuen Armengesetzes (1802),der Finanzkrisis (1813—18), der Verbesserung der ganzen Agriculturgesctzgebung(1827 — 33) und der Verhandlungen der Provinzialstände erwähnt.
In den Berathungen der Stände nahmen ebenfalls die Interessen der Landbevöl-kerung die meiste Zeit in Anspruch. Bedeutendes ward indessen vor der Hand nichtausgerichtet. Erst als das Institut der ständischen Vertretung ein regeres politischesLeben hervorrief und der Opposition einen bestimmter» Charakter und fester» Fuß gab,gelangte» auch durch sie die Reformbcstrebungcn im Interesse der Landbevölkerung zurgrößern Klarheit. Die letzte» Jahre Friedrich'« Vl. verflossen jedoch ohne erhebliche Auf-regung auf dem socialen Gebiete. Im ersten Jahre der Regierung Christian's Vlll.unternahm man dagegen, im Vertrauen auf die muthmaßliche liberale Gesinnung diesesFürsten, einen ernsten Schritt, indem man die Übertragung des Steuerverweigerungs-rcchts auf die Stände von diesem verlangte. Der König wies dies in sehr schar-fen Ausdrücken zurück, und. während von diesem Augenblick an seine große Popu-larität unwiderruflich dahin war, trat andererseits die Opposition compacter undentschiedener auf als früher. Von höchster Wichtigkeit für die socialen Verhältnissebewies sich um diese Zeit die Bildung der Gesellschaft der „ Baucrnfreunde". Dererste Impuls zu diesem Vereine dürfte von dem Schullchrer Nasmus Sörcnscn aus-gegangen sein, welcher, gänzlich aus Liebe zum Volke und aus Verlangen für dessenWohl zu wirken, trotz seiner zahlreichen Familie, sein öffentliches Amt niederlegte,um auf die uneigennützigste und erfolgreichste Weise für sociale Reformen zu agiti-ren. Seine Hauptzwecke waren die vollständige Aufhebung der Frohndienste und derZehnten, die Egalisirung des Hartkorns*) und der Übergang des Pachtwesens zumSelbsteigcnthum. Der einzige einzuschlagende Weg war derjenige der Petitionen,und um diese in Masse hervorzurufen, durchwanderte Sörense» zu Fuß und ohneirgend eine Vergütung das ganze Land, klärte durch populäre Reden, begeistert ohneUberschmänglichkeit, den gemeine» Mann über den Stand der Dinge auf, und ließsich dabei von keinem Hohn oder Achselzucken irre machen. Die allgemeine Thril-"öste Interesse für seine Bemühungen war die Frucht dieser aufopfern»und ^'t ihm vereinigten sich mehre Männer, die längst als tüchtige
-rv>>n.s-n Bauernstandes bekannt waren, z. B. der Kammcrrath
' ? ErgerichtSadvocat Balthasar Christensen, der Capitän Tscherning und
02°/, von. Gesammtbetrage) und unprivilegirt. Unter^w'legirtem Hartkorn verstand man solche«, dem ein für alle mal eine Erleichterung inuern und Conununalabgaben zu Lhett geworden. St war aber eben im Besitz der Guts»b tv.7 05"/»), des Beamtenstande« (15 ^ d„ Städter (w°/,), und die Erleichterung
o.^s fast 5U»/,. Die Bauern sahen hierin eine Verletzung dt« Princips, nach welchen, diegleichmäßig auf alle Staatsbürger vertheilt werden sollen. Die Znhaber des privile-»>rren Hartkorns aber, die beim Ankaufe dasselbe theuer bezahlt hatten, wollten dieser Suffas-nicht recht beistimmen, und selbst als sie sich, freilich gegen Ersah, in da« Unvermeid-'che füge» mußte», hielten sie den Standpunkt fest, al« opferten sie ein unbestrittene« Recht"I, um dem Staate eine Mehreinnahme zu verschaffen.