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Das Königreich Dänemark.
der Nechtscandidat Orla Lchmann, welche nun die Gesellschaft der „Bauernfrcunde"ins Leben riefen. Ein von Sörensen gegründetes Blättchen, „Almuevennen " (derFreund des gemeinen Mannes) wurde officiös und später, nachdem sich Sörensenmit der Gesellschaft entzweit*), osficiell das Organ der Gesellschaft, redigirt voneinem frühern Handwerker, jetzt Mitglied des Volksthing, I. A. Hansen. DasPachtwescn war es hauptsächlich, worauf die Gesellschaft ihr Auge gerichtet hatte,und in ihrer Zeitschrift kämpfte sie mit aller Kraft für die Vernichtung desselben.Das Schicksal des Pächters, suchte man darzulhun, sei der Willkür des Gutsherrnallein anheimgestellt. Der Herr schraube die baar zu bezahlende Summe beim Ab-schluß des Pachtcontracts auf eine nur mögliche Höhe hinaus, und wenn der Bauereinst seinen Mühe» unterliege, so habe er sein ganzes Leben nur für den Gutsherrngearbeitet und dessen Eigenthum in Blüte gebracht. Seine eigene Familie könnemöglicherweise jetzt betteln gehen. Wenn auch in den meisten Fällen die Kinder,oder eines derselben, die Stelle gegen eine neue baare Remuneration übernehmendürfe, so geschehe dies nur durch die Gnade des Gutsherrn, für deren Dauer eskeine Garantien gebe. In „diesem Tone sprachen die Bauernfreunde, und geschicktangebrachte Beispiele von Übergriffen der Gutsherren oder ihrer oft freilich hartenBeamten mußten die Behauptungen unterstützen. So gelang es ihnen auch, denBauernstand, namentlich den seeländischcn, für ihr Verlangen, die Lehen aufzuheben,zu gewinnen, und die Gutsbesitzer zum Verkauf der Pachrstcllen zu zwingen. Dieentgegengesetzte Partei versäumte natürlich nicht, eine sehr scharfe Polemik gegendieses Verfahren zu führen, und wenn sie auch nicht immer die angemessensten Wortegebrauchte, sondern im Verein mit Kleinstädtern und kurzsichtigen Beamten mit„unwissenden Massen" und „Gefahr für das Eigcnthumsrccht" herumwarf, sohatte sie dock im Thatbestände Vieles für sich. Denn ein einziger Blick auf dieZustände der Landbewohner zeigte den allgemeinste» Wohlstand, und der im Bauern-stande überhand nehmende Luxus, der mit dem städtischen wetteiferte, bewies amwenigsten, daß Bedrückung, Armuth und Noth vorhanden. Außerdem würden vielejener wirklichen Übergriffe kaum bemerkt worden sein, wären sie nicht in einemLande geschehen, wo selbst unter dem Absolutismus der Einzelne das Recht und dieMittel besaß, eine humane persönliche Behandlung zu beanspruchen. Minder tref-fend war die principielle Vertheidigung der Pachtverhältnisse. Abgesehen davon, daßeine gesunde Nationalökonomie den freien Besitz dem Pachtwescn aus den triftigstenGründen vorzieht, machten die Gegner des Bauernstandes etwa nur geltend, wieder nachlässige Bauer als Eigenthümer arm werden würde, während er immerhinals Pächter unter Aufsicht und Umsicht dcS Gutsherrn fortkommen könnte. Schonin diesem Punkte zeigte sich die Vernunft der Vauernfreunde, indem sie auf einefleißige und kräftige Bevölkerung rechneten, während ihre Gegner sich auf dieSchwächen des Volks beriefen. Es ist dies die alte Politik, welche die in Elendversunkene Menschheit durch harte Behandlung erlösen will, anstatt ihr Mittel indie Hände zu geben, dem Abgrunde zu entgehen. Werfen wir indessen zum bessernVerständnisse einen Blick auf die dänische» Pachtverhältnisse.
Der Bauer ist entweder wirklicher Besitzer, Erbpächtcr oder Pächter auf Lebens-zeit für sich und seine Frau. Die Pachtcontracte auf kürzere Zeit, wie sie überall vor-
*) Sörensen theilt das Schicksal vieler verdienstvoller Männer, indem er um die Ernteseiner Aussaat gebracht wurde. Eigennützige freunde verdächtigten ihn und seine Motive,wahrend sie die Sache selbst unterstützten. Manchen FortschrittSmänncrn, ,u denen z. B-Lehman» gehört, ging Sörensen zu weit, indem er sich, wir glauben fast unbewußt, dem So-cialismus näherte. So sein Plan zur AuSstückelung größerer Güter, wodurch eine Mengekleinerer Grundstücke entstehen würden, die, verkauft für die Rechnung einer Aktiengesellschaft,dem jungen, unbemittelten Bauer leicht zugänglich wären. Der Hintergedanke vom Socia-lismus schreckte Viele von diesem Plane ab, und nachdem Sörensen mit unsäglicher Mühe vActienzeichnung realisirt ha,,., vereitelte grvßtcntheil« Lehmann da« Unternehmen, indem "sich, trotz einet frühern Versprechen«, weigerte, in die VerwaltungScommission einzutreten-Sörensen ist jetzt Mitglied de« Volktthing«, hält sich aber sehr m, Hintergründe.