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Achter Band.
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Das Königreich Dänemark.

Die öffentlichen Zustände unter Friedrich Vl. und Christian VIII.

Der Wiener Congreß, welcher Europa überhaupt eine neue Gestalt gab, be-stimmte das Schicksal des dänischen Staats, dessen Politik, seit der ersten franzö-fischen Revolution zwischen Thür und Angel gestemmt, der siegreichen europäischenAllianz feindselig gewesen war. Der Congreß verfügte die Trennung Norwegensvon Dänemark, die zwar in beiden, seit Jahrhunderten vereinigten, Staaten dentiefsten Schmerz hervorrief, dennoch aber für Norwegen selbst segenbringcnd ward.Eine andere staatsrechtliche Bestimmung, die für die Zukunft Dänemarks eigentlichvon noch größerer Bedeutung, war der Eintritt Holsteins in den Deutschen Bund,nachdem dieses Herzogthum seit dem Jahre 1806 als ein Theil des dänischen Ge-sammtstaats gegolten hatte. Die innern Verhältnisse deS Königreichs Dänemarkentsprachen seinem Unglücke nach außen. Die Finanzen waren in der größten Un-ordnung. Die große Masse des Papiergelds, im Jahre 1813: 140 Millionen Cou-rantthaler, stand in so schlechtem Curs, daß manchmal kaum ein Hundertstel desNennwerths dafür bezahlt wurde. Der Staatsbankrott (1813), durch den so vielereiche oder bemittelte Familien ruinirt, Handel und Credit für den Augenblick gänz.lich gestört wurden, reducirte die Staatsschulden auf ein Drittheil, auf etwa 142Millionen Ncichsbankthalcr. Am Ausgange des Jahres 1816 bestes sich die Schul»denmasse noch auf 116,500000 Ncichsbankthalcr. Neue, hauptsächlich durch die fürdie Landbevölkerung unglücklichen Conjuncturen der Jahre 1816 — 28 veranlaßtenAnleihen unter äußerst drückenden Bedingungen, sowie die an sich schlechte Finanz»Verwaltung, welche man der Öffentlichkeit gänzlich entzog, vermehrte» die Staats-schulden abermals, sodaß sich dieselben im Anfange der dreißiger Jahre auf etwa130 Millionen Reichsbankthaler beließen. Davon mußten 50 Millionen (die 1825in London negociirte Wilson'sche Anleihe) zu 3°/° verzinsbar werden. So wenig er-freulich dies Alles war, flößte doch damals der gute Wille und die persönliche, trotzaller Misgriffe »»geschwächte Beliebtheit deS Königs der öffentlichen Stimmung soviel Rücksicht ein, daß ernste Klagen nur selten gehört wurden. Ohnehin schien diePresse, die eine nicht immer gar zu gelinde Censur erfuhr, keine Lust zu haben,gegen die oberste Verwaltung ernstlich in die Schranken zu treten. Die EreignissedeS Jahres 1830 riefen sodann einerseits die Bestrebungen der Herzogthümer SchleS-wig-Holstein wach, andererseits gaben sie den Impuls zu der Institution der rath-gebcnden Provinzialstände (Verordnungen vom 23. März 1832 und 15. Mai 1831).Die ersten Ständeversammlungen (1835) beschäftigten sich sogleich mit der finan»ziellen Lage deS Staats, und brachten in dieselbe einigermaßen Ordnung hinein. Sogering auch eigentlich die Wirksamkeit dieser Institution sein konnte, bemerkte mandoch seitdem ein regeres öffentliches Interesse im dänischcn Volke, und eine erhöhteThätigkeit der Press«, deren wichtigst« oppostcionelle Organe schon damals „Kjvben-havnspostcn" und „Fädrelandct" waren. Auch bildete sich damals die „Gesellschaftzum rechten Gebrauch der Prcßfreiheit". Mit Männern wie Schouw, Clausenund Oerstcd an der Spitze, zählte die Gesellschaft schon anfangs 200 Mitglieder.Ihr Hauptzweck war, die Prcßfreiheit gegen das willkürliche Verfahren der Polizeizu schützen, indem man derselben die moralische Autorität eines von solchen Män-nern gebildeten VercinS entgegenstellte. Zugleich beförderte die Gesellschaft populäreSchriften jeder Art zum Druck, und gründete endlich ein eigenes Organ, „DasVolksblatt".

Am 3. Dec. 1830 starb endlich der greise König Friedrich VI. DankbareBauern trugen unter ungeheuchelten Thränen sein« Überreste nach der Familiengruft

Dome zu Nocskilde, und die allgemeine Stimmung des Landes war getheilt zwi«einer aufrichtigen Trauer und den Hoffnungen, die man auf den Thronfolger,

Prinzen Christian, setzte, in dessen früherer Wirksamkeit man Beweise für con-flltutivnxue, vielleicht gar ultraliberale Gesinnungen sehen wollte. Die Abweisung^ Petitionen von Seiten des neuen Königs, welche die Verleihung des Steuer-verwcigcrungsrcchtS an die Stände bezweckten, brachte indessen Viele gar bald auf