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Das Königreich Dänemark.
Norwegen, für die Fortschritte der dänischen Waffen begeistert, und nicht unerheb-liche Beiträge an Geld und Sachen wurden nach Kopenhagen gesandt. AnfangsMai 1849 war der General Oxholm in außerordentlicher Mission nach Stockholmgereist, und am 11. desselben Monats wurde ei» Vertrag abgeschlossen, in Folgedessen sich ein schwedisch-norwegisches Armeecorps nach Dänemark begeben sollte.Der schwedische Reichstag bewilligte zur Ausführung dieser Maßregel zwei MillionenThaler Banco (eine Million Thaler preußisch Courant); das norwegische Storthingbestimmte 200000 Speciesthaler dazu. Zu gleicher Zeit, am 9. Mai, überreichteder schwedische Gesandte in Berlin, Baron d'Ohsson, dem preußischen Cabinet eineNote seiner Regierung, die in sehr unbestimmten Ausdrücken abgefaßt war und nurdie Möglichkeit einer Intervention aussprach. „Die Umstände", hieß es darin,„werden die Befehle bestimmen, welche der Escadre und den Truppen zukommenwerden, und ob sich dieselben nach den Staaten Sr. dänischen Majestät begebensollen." In Dänemark erwartete man nunmehr mit Bestimmtheit den kräftigen,activen Beistand Schwedens; doch König Oskar konnte sich nicht dazu entschließen.Das schwedische Hauptcorps blieb in Schonen stehen, und nur etwa 600 Mann,unter dem General Löwenhjelm, wurden als ein Observationscorps nach Fünenhinübergebracht. Der Waffenstillstand zu Malmöe kam indessen zu Stande, undjene Truppen gingen wieder nach Hause, ohne das Schwert auS der Scheide gezo-gen zu haben. Die Skandinavier waren außer sich; sie nahmen Rache durch einSchmähgedicht auf König Oskar.
Eröffnung det Reichstags.
Während man aber von Seiten Dänemarks den Krieg aufnahm, ward zu-gleich auch an die innere Verfassungsangelegenheit mit Eifer gedacht. Eine Kund-machung vom 4 April 1848 hob daS Rescript vom 28. Jan. aus,- und beriefdie Provinzialstände der Jnselstifte auf den 26. April nach Roeskilde, um überdie Bildung einer „Reichsversammlung" und Herstellung eines Wahlgesetze- zu be-rathen. Später wurden auch die jütischen Stände einberufen. Diese Versammlun-gen entsprachen der Hoffnung der Regierung auf Beschleunigung ihrer Verhandle,«-gen, und schon Anfang Juli erschien daS Wahlgesetz, dessen allgemeine Bestimm««,gen, auf der Basis deS allgemeinen Wahlrecht-, wesentlich dieselben waren, die späterin da- Grundgesetz aufgenommen wurden. Die Reichsversammlung sollte auS 193Mitgliedern bestehen, von denen 145 vom Volke (114 auS dem Königreiche, 31aus Schleswig), 48 vom Könige gewählt werden sollte». Gegen diese letzte Be-stimmung erhob sich in der Folge eine sehr heftige Opposition, namentlich von Sei-ten der Bauernfreunde, indem man fürchtete, durch die KLnigswahlen ein starkesrrtrogradeS Element in der Versammlung Wurzel erhalten zu sehen. Die Opposi'tion faßte sogar den Entschluß, in Zukunft die vom Könige zu der ersten Versamm-lung Gewählten systematisch von der Volk-repräsentation auszuschließen. Währenddieser Schritt einen engern Anschluß der Anti-Bauernfreunde untereinander veran-laßte, brachte er dagegen in der Opposition Zwiespalt zu Wege. Ein Hauptführerder Opposition, der alte Drewsen, trat öffentlich gegen jenen „Übermuth" auf, „als^.wenn jeder Mann, der sich liberal nennt, fähig wäre, eine Regierung-form zu d>'-^cutiren, oder als ob das Land einen solchen Vorrath von tüchtigen Männern hätte,daß nian ohne Nachtheil viele der Tüchtigsten ausschließen könnte". In der Folgewurden die Königswahlen beseitigt; jene DiScussion hatte aber bedeutenden Einflußauf die parlamentarische Zukunft des Lande-, indem sie von vornherein die Parteienbefestigt und auf die Wahlen einwirkte.
Au» den Bestimmungen des Wahlgesetze- ersah man die Hoffnung der Regie'rung auf die Möglichkeit eines so günstigen Friedens, daß auch das Herzogthu»'Schleswig an der dänischen Volk-repräsentation würde Theil nehmen können. Alsaber nur ein Waffenstillstand (der Malmöer) zu Stande kam, wurde der Reichestfür da« Königreich allein, und zwar auf den 25. Oct. 1848 einberufen. Mit AuS-