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Achter Band.
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Daü Königreich Dänemark.

sehte Commission des Reichstags Anfangs Januar 1855 abgab, sprach sich geneh-migend über die Veränderung der Thronfolge zu Gunsten des Prinzen von Glücks-burg aus, obschon die verschiedenen Fraclionen ihr Votum verschieden motivirt hatten.Ebenso war schon 1852 dem Reichstage ein Gesetz über die Verlegung der dänischenZollgrenze von der Eider nach der Elbe vorgelegt worden. DaS Volksthing verwarfdurch die Anstrengungen der Eiderpartei am 12. Jan. 1853 dieses Geseh auch beider dritten Lesung (mit HO gegen 15 Stimmen), sodaß sich das Ministerium zurAppellation ans Land entschloß und das Volksthing am 13. Jan. auflöste. So wäredenn dem Jahre 1853 die endliche Entscheidung über die beiden wichtigen Fragen,und zwar zu Gunsten der GesammtstaatSidec vorbehalten. Freilich kann man hier-bei die'Frage um das dänische Grundgesetz und seine Freiheiten nicht ganz abweisen;allein e« läßt sich wol mit Grund die Überzeugung aussprcchen, daß das Grund-geseh an dem Könige selbst seine festeste Stütze habe.

Der Hof und da« Privatleben Friedrich'« VlI.; die Tagespreffe.

Die Vielen und großen Ereignisse hatten natürlich das Interesse und die Auf-merksamkeit geschwächt, womit sonst der Hof und dessen Leben in Dänemark betrach-tet wurden. Ohnehin war auch hier Alles ander- geworden als früher. Chri-stian Vlll. hatte einen glänzenden Hofstaat geführt. Derselbe versammelte um sichdie Blüte der Kunst und Wissenschaft; sein ausgezeichneter Geschmack war nichtweniger bekannt als seine feine Tournüre, und sein Privatsalon war das Muster ge-sellschaftlicher Eleganz nud geistiger Fülle. Nach seinem Tode hörte dies aus; derbeginnende Kampf nahm alle Aufmerksamkeit in Anspruch. Anstatt der Dichter undKünstler füllten Kuriere und Ordonnanzen die königlichen Gemächer. Die verwit-wete geist- und gefühlvolle Königin, durch die Begebenheiten einen Augenblick in >eine schiefe Stellung zu der öffentlichen Meinung gebracht, zog sich in die tiefsteEinsamkeit zurück. Der König war unverheirathet und an ein sehr genügsames Le-ben gewöhnt; der äußere Glanz und die damit verbundene Etikette waren niemalsseine Sache gewesen. Jetzt, nach seiner Thronbesteigung, verleugnete er diese Genüg-samkeit nicht. Sein wenig zahlreicher Hofstaat bestand aus denjenigen Männern,mit welchen er sich schon als Kronprinz umgeben hatte. Auch behielt er seine bishe-rige, nicht« weniger als großartige oder luxuriöse Wohnung aus dem Schloß Chri-stiansborg, ließ dagegen, zum Sommcrgcbrauch, jedoch mit großer Ökonomie, einenTheil des in einer reizenden Gegend, fünf Meilen von der Hauptstadt gelegenenSchlosser Frederiksborg einrichten. AIS ein Beispiel des gegenseitigen Verhältnisseszwischen dem Könige und den, Volke mag nicht unerwähnt bleiben, daß Friedrich VII-bei seinem stürmischen Regierungsantritte ohne alle militärische Bedeckung, blos unterder Obhut weniger Wachen der Bürgergarde inmitten der Nation lebte. Die Tbü-ren der Königsburg standen Jedem offen, und der Bürger, der sich an den Königwandte, fand in ihm mehr seines Gleichen als seinen Monarchen. Der Königlernte die Last der Krone sogleich in vollem Maße kennen, und wenn er von denGeschäften Erholung suchte, war Frederiksborg der Ort, wohin er sich zurückzog. !

Hier lebte er bann in aller Stille, seit 1850 in morganatischer Ehe mit der Gräfin !Danner. Diese, eine Dame von bürgerlicher Herkunft, hatte der König schon als s

Kronprinz kennen gelernt und ihr seine vollste Neigung geschenkt. Seine Vermäh- !

lung mit ihr rief in, Lande, oder richtiger in der Hauptstadt, eine starke Bewegung ^hervor, weil die Persönlichkeit und die Antecedentien der Gräfin die öffentliche Mei-nung sehr gegen sich hatten. Da sich aber die Gräfin Danner von jeder Einmischungin di« öffentlichen Angelegenheiten fern hielt und in der Zurückgczogcnhcit blos fürihren «.mahl lebte, so legte sich der Sturm vorläufig, bis er im Sommer 1852abermals, und zwar mit vermebrter Heftigkeit ausbrach. Der König unternahm ,

nämlich eine Reise nach Zütland und ließ daselbst seine Gemahlin an den officiellen !

Ehrenbezeugungen Theil nehmen. Die Jüten fanden hierin nicht- Anstößige«, son- .

' bern huldigten der Dame, von welcher der König sagte: „Keiner weiß besser als ich, j