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Achter Band.
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Das Königreich Dänemark.

was mir in den trüben Tagen der Prüfung mein Weib gewesen ist." Die Kopen-hagener dagegen faßten die Sache anders auf, und demonstrirten auf eine nichts we-niger als glimpfliche Weise gegen die Gräfin Danner und jene ihr gewordenen Hul-digungen. Eine ganze Literatur von Libellen erschien in dieser Angelegenheit, diedem Könige manchen Arger verursachte.

Noch bleibt uns übrig, einen Blick auf die periodische Presse in Dänemark zuwerfen. Eine wissenschaftliche oder belletristische periodische Literatur existirt in Däne-mark so gut wie gar nicht; dagegen wol eine politische. Der Veteran dieser Ta-gespresse ist die „Berling'sche Zeitung", welche zuerst im Jahre 1749, und zwar indeutscher Sprache erschien. Sie war von jeher, mit Ausnahme des Jahres 1848—49, ein halb ministerielles Organ, und hatte erst vor etwa 20 Jahrenals „ Kjö-benhavnspostcn" und „Fädrelandet" entstanden, eine journalistische Opposition zu be-kämpfen, was von ihrer Seite immer mit lobenswerther Mäßigung geschah. Siezeichnet sich übrigens nicht durch ihre geistreiche Redaction aus; sie ist aber zuver-lässig, und ihre statistischen Data sind sehr cjcact. Seit 1848 ist sie besonders vor-sichtig gewesen, und sucht zwischen dem Neuen und dem Alten so zu balanciren,daß sie auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. „Fädrelandet" war ursprünglich einästhetisches Journol, warf sich aber bald auf die Politik, und wurde, nachdem eSeine Zeit lang der Führer der Opposition im Allgemeinen gewesen, speciell daS Or-gan des Jungen Dänemark und des Skandinavismus. Monrad und Lehmannsind beide Redacteure des Blattes gewesen. Aus ihrer Feder sind zahlreiche scharfeund geistvolle Artikel geflossen, und unter ihrer Fahne versammelten sich die talent-vollsten jünger» Kräfte der Hauptstadt als Mitarbeiter. Populär ist aber „Fädre-landet" nie gewesen. Seine Schreibart war nickt Jedem verständlich. Außerdemleuchtete durch seine scheinbar volksthümlichen Bestrebungen der Aristokratismus, oderrichtiger die Eitelkeit exclusiver Intelligenz hervor; man konnte immer deutlich wahr-nehmen, wie sich das Blatt als eine Art von Areopagus betrachtete. DaS Jahr1848 war die Glanzperiode von „Fädrelandet". Die frühern Mitarbeiter hielten inihrer Hand daS Ruder deS Staats, und das RedactionSburcau wurde der Schau-platz ministerieller Conferenzen. Nach dem November jene- Jahre--verschwand frei-lich diese Herrlichkeit und zugleich der Nimbus deS Blatte-, das sich durch eine vor-nehme Erhabenheit über die erlittene Niederlage zu trösten suchte. Als aber späterdie Gesammtstaatspolitik officiell wurde, trat „Fädrelandet" schonungS- und rückfickt-los, ja grob auf. Namentlich wurden die Minister für Schleswig und HolsteinGegenstand seiner fortwährenden Angriffe, wodurch diesen ihre ohnedies schwereStellung noch mehr erschwert werden mußte. DaS Talent, welches die Redactiondes Blattes stctS entwickelt hat, läßt sich indessen nicht verkennen. In sprachlicherBeziehung verdient „Fädrelandet" als classische- Muster bezeichnet zu werden. Die„KjöbenhavnSpost" ist da- älteste der jetzt noch erscheinenden vormärzlichen Oppofi-tionsblätter; cS hatte in den dreißiger Jahren eine sehr große Verbreitung. DieZahl der Leser nahm aber allmälig ab und ging zum Theil auf „Fädrelandet"über, sodaß die Auflage der „KjöbenhavnSpost" seit mehren Jahren kaum 500 Erem-plare bcttägt. Dennoch ist daS Blatt ein Organ von Bedeutung geblieben. Ener-gischer Gegner der ultranationalen Ausschweifungen, bekämpfte es gleich anfänglichvom Standpunkte der Demokratie aus die Eiderdänen, und sprach dem Gesammt»staate das Wort. Die „Flyvepost", das am weitesten verbreitete Journal derHauptstadt, muß als ein merkwürdige« Beispiel der Erfolg- gelten, den eine uner-südliche Ausdauer und ein eiserner Fleiß selbst ohne Talent, ohne Consequenz, jasogar ohne Principien zu erringen vermag. Ebenso legt diese« Blatt ein schlagende«, ob von der politischen und literarischcn Urtheilsunfähigkeit der Massen, aufve chr dag Unternehmen berechnet ist. Da- Journal wurde vor kaum 10 Jabrenarmen Handwerker ohne Bildung, und zwar als ein kleines Unterkal-lungsblatt, begründet. Allerlei Stadtgeschichten wurden zum Besten gegeben, jedeKummer enthielt Berichte von so und so vielen Unglücksfällen, begangenen Derbre-