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Achter Band.
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Das Königreich Sardinien.

Bildung mchrcr Freiwilligenbataillone für die Städte Chivasso, Casalc und Novi(19. März). Du Nadetzky die Absicht zu verrathen schien, Alcssandria mit östreichi-schen Truppe» zu besetzen, durfte die Bcschützung der Östgrcnze Picmonts keinenAugenblick länger verzögert werden. Da- Municipium von Alessandria hatte schoneinige Tage vorher eine Deputation an den König gesandt, um allgemeine Volks-bewaffnung für Stadt und Umgegend zu fodcr».

Die Marschbefehle an die Truppen waren noch nicht abgegangen, als an dem-selben Tage (19. März) die Nachricht von dem Beginne der mailändifthen Jnsur-rcction in Turin und Genua eintraf, gleichzeitig mit der von der wiener Revolutionund der Flucht Metternich's. Die ersten blutigen Kämpfe von Mailand am Nach-mittage und Abend des 18. März warfen in die Bevölkerung Turins, Genuas, allerStädte, aller Dörfer des Landes eine fieberhafte Aufregung. Die Universitäten, dieSeminare wurden in Turin und Genua sofort geschlossen; die Jugend rief nachWaffen, um den bedrängten Mailändern zu Hülfe zu eilen. Die Mcgicrung ver-weigerte Munition und Waffen, weil sie Östreich noch keine Kriegserklärung gemachthabe und, bevor dies geschehen, nicht dulden könne, daß bewaffnete Scharen die lom-bardische Grenze überschreiten. Doch dieser Grund erhöhte nur die Aufregung. MehreHunderte von Siudirenden brachen in den Ruf aus: Nach der Lombardei! EineSchar von 500 bewaffneten und «»bewaffneten Enthusiasten, entschlossen, ihr Blutmit dem der Mailänder zu vermischen, brach am Abend deö 19. und am MorgendcS 20. März im Sturmmarsch nach der lombardischcn Grenze auf. Gleichzeitigzog eine Colonne Studirendcr von Genua nach der Ebene von Mailand ab, beglei-tet von tausend Glückwünschen der ligurischen Capitale. *)

Die Jnsurrection in der Lombardei, die Erhebung Venedigs.

Die Beziehungen, in welchen die Ereignisse Oberitali'cnS zueinander stehen,machen cS nöthig, einen Blick auf den Jnsurrcetionskanipf in Mailand und dieZustände der Lombardei während der letzten Monate vor der Erhebung zu werfen.Mir dem Beginne des Jahreö 1848 war in der Lombardei die Spannring zwischenVolk und Regierung aufs höchste gestiegen. Unscheinbare Veranlassungen führte» zublutigen .Scenen zwischen der Bevölkerung und dem fremde», gehaßten Militär. Am2. und 4. Jan. kam cS in Mailand, eine Woche später in Pavia zu Reibungen,wobei mehre Opfer sielen. In fast alle» größer» und kleinern Städten wurdensende», Haßbezeugungen von Seiten der Bewohner und thätliche Zornausbrücheder Truppen zu gewöhnlichen Erscheinungen. Vergeblich waren die Klagen derBürger, vergeblich die Beschwerden der Civilbchörden bei dem Militärkommando.DaS Hochrufen auf Pi'uS IX. sowie das Tragen von nationalen Abzeichen, ja >mrder in Italien Mode gewordene» Cravatten ä I.i Mastai-Ferrctti, oder von weißenund gelbe» Blumen (den päpstlichen Farben) im Knopsloche wurden mit Verhaftungund Verfolgung bestraft; da- Singen der römischen Volkshymne auf den Papst-Rcformaror war besonders verpönt. Die Proklamation dcS StandrechkS (20. Febr.)in, ganzen Lombardisch - Vcnctianischen Königreiche trieb die Erbitterung deö Lan-des ihrem Gipfelpunkt zu. In allen Städten herrschte düstere und gährcnde Sinn»mung; daS sonst heitere und vergnügungssüchtige Mailand war nicht mehr wieder- jzuerkennen. Angstvoll eilten Männer,,Frauen und Kinder durch die Straßen,

) Den ligurischen und piemontesischen Freischaren, die sich spät«» unter der Fuhrung deopfern cyuii'eppe Torres, der lange Jahre im Eril gelebt und sich in Spanien den . <angine« Obersten erworben hatte, vereinigten, wurde von den picniontcsislbcn Truppen der Übe ';ang über den Kravelone und Lessin streitig gemacht. Unter dem Schutze der hereinbrecht>en Nacht gelang ,» ihnen aber, einige Stunden später auf leichten Barken und in kleinen»bibcilungei, da« Ion,bardische Ufer zu gewinnen. In die Nähe von Mailand gekommen,icgegnctcn sie nur fliehenden Feinden. Don den siegestrunkene» Bewohnern Mailand« wur>.»e ligurisch'piementesische Schar mit Enthusiast»»« begrüßt.