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Achter Band.
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Das Königreich Sardinien.

außen abgeschnitten; die hauptsächlichste.» Punkte, der Palast des Dicekonigs, derJustiz, des Municipiums, des Militärkommandos und die Kasernen waren von Un-garn, Böhmen und Kroaten besetzt; die ganze Stadt endlich konnte von den Bastio-nen und dem Kastell bestrichcn werden. Viele Mitglieder der Municipalität wünsch-ten Niederlegung der Waffen. Doch bei der ersten Morgendämmerung schon liefdas Volk zur Vertheidigung der Barrikaden, erschallte auf allen Straßen der Ruf:Au den Waffen! begannen die Sturmglocken zu läuten. Von diesem Augenblicke an

bis zum Morgen dcS 23. März sollte weder Tag noch Nacht Waffenruhe eintreten.

Zunächst stürmte daS Volk die öffentlichen Gebäude und Plätze der innern Stadt,

die nach blutiger Vertheidigung von den Soldaten und Gendarmen verlassen wur-

den. Zahlreiche Opfer kostete die Erstürmung der einzelnen Kasernen und andererfesten Gebäude. Vergeblich war überall der verzweifelte Widerstand der Truppen.Der Dolkskampf organisirtc sich in bewundernswürdiger Schnelle, wurde unwider-stehlich; neben Männern und Jünglingen kämpften Greise, Frauen und Kinder. DieWaffen der gefallenen Soldaten kehrten sich in der Hand von Popolanos und Pa-triziern gegen die überlebenden Kameraden. Während der Kampf innerhalb der Stadtsich immer mehr zu einer geordneten Straßenschlacht gestaltete, herrschten in den au-ßerhalb gelegenen Quartieren, weniger zur Vertheidigung geeignet und von kampf-fähigen Männern verlassen, die von Natur zu Ausschreitungen aufgelegten Kroaten.Die Befehle gebildeter und mitleidiger Offiziere vermochten bei diesen wilden und ent-brannten Scharen oft wenig auszurichten. Am dritten Tage um Mittagzeit erschienendlich ein östreichischer Major, EttingShause», im Namen Nadetzky'S als Unterhänd-ler, lltägige Waffenruhe verlangend, welche Zeit nöthig wäre, um von der kaiser-lichen Regierung umfassende Concessionen zu erlangen. Doch daS schon seit demersten Kampftage improvisirtc Kriegsconciliunl der Stadt wies die Waffenruhe ohneBedenken zurück. Wer nicht in, .lkampfe war, beschäftigte sich mit Zubereitung vonMunition, mit Anfertigung von Schießbaumwolle, mit Kugclgießcn, mit Pfleglingder Verwundeten. Kleine Luftballons trugen in die weitere Umgegend Berichte überden Stand des mailändcr KampfcS, Bitten um Zuzug von Bewaffneten, Proklama-tionen zur allgemeinen Jnsurrcclion. Diese Aufrufe waren nichts vergebens. DieKüstcnbevölkcrung dcS Lago Maggiore erhob sich, und über 500 Bewaffnete aus demCanton Tcssin eilten ihr zu Hülfe. Zu Monza, Bergamo, Lccco, Como, Wärest,und fast gleich,eilig in BrcScia, Pavia und andern Städten erhob sich die Jnsnr-rcction; die Besatzungen capilulirtcn meist nach kurzen Kämpfen. Bon Padua undDiccina, von Piaccnza, Palmanova und Osopo zogen die Besatzungen ohne Wider-stand ab. An, 22. März drängte sich der mailänder Kampf nach den äußern Stadt-theilen und den Thoren zu, und dem DolkSsturme gelang cS, die wichtigsten Punkteund Brücke» zu nehmen. An der Spitze einer Colonne junger Leute überrumpelteder später berühmt gewordene lombardische Offizier Luciano Manara daS Präsidiumvon Porta Tosa, von. mehr als 2000 Mann und sechs Artillcricsiückc» vertheidigt.Diese selbst von den Ostreiche,» bcwnndcrte Waffcnlhat niacblc die Communicatio»zwischen Stadt und Umgegend wieder möglich. I» der folgenden Nacht sollten dieBastionen gestürmt werden. Da machte Nadetzky den Mailändcr» vermittelst derfremden Consu!», die ihn um Unterlassung dcS Bombardements baten, die letztenFriedcnsvorschläge. Die Antwort der siegestrunkenen VolkShäuptcr lautete: Nicht eherFrieden mit euch, als bis ihr die Alpen überschritten habtl

I» der Nacht von, 22. auf den 23. März wurde die Lage Nadctzky's >»> hoch'sten Trabe bedenklich. Die Truppen waren ermüdet und enkmulhigt, wakrend dasVolk von Mnland, immer mehr von der Defensive zur Offensive übergehend, vorBegierde brannte, den fünftägigen Kampf mit Thaten der verwegenste» Tapferkeitzu beschließen. Dazu kam, daß eine Schar von 3000 bewaffneten Bauern, geführtvon Studenten, Bürgermeistern und selbst Geistlichen, sich von Monza her gegen t»cPorta Comasina bewegte, während von Bergamo andere Zuzüge von Bauern ,»">Bürger» heranrückten. Vielleicht diese bedrängte Lage, vielleicht strategische Rücksicht"'