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Achter Band.
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Das Königreich Sardinien.

(die Behauptung der wichtigsten Festungen an der Etsch und am Mincio) bestimm-ten den greisen aber scharfblickenden General zum Abzüge. Kaum war die Morgen-dämmerung angebrochen, alK sich plötzlich eine mächtige Flamme und dichte Rauch-wolken hinter den Thürmen d«S CastellS erhoben. Die Mailänder vermutheten einenAugenblick die Absicht einer verzweifelten Überrumpelung. Allein die Truppen, ge-schützt durch die abgelenkte Aufmerksamkeit der Insurgenten, sammelten sich hin-ter dem Castell, und schlugen, in zwei Cvlonnen getheilt, die Wege nach Lodi undVerona ein, 17 am 19. März gefangen genommene Geißeln mit sich führend. Als»hatten sich Mailand und die Lombardei innerhalb weniger Tage, mit Ausnahme derFestungen PeSchicra, Mantua, Verona und Legnano zwischen Etsch und Mincio, be-freit. Wenn in den lchgenannken Städten derselbe Sinn gewaltet hätte, der die Be-völkerung Mailands einen fünftägigen heißen Kampf gegen ein Heer von 25090Soldaten mit 200 Kanonen siegreich durchführen ließ, so würde der in den erste»Tagen tief cntmuthigte Feind, statt bei Verona festen Fuß zu fassen und sich zuneuer Kraft zu sammeln, wol den Weg über die Alpen haben einschlagen müssen.

Jubelnd und siegestrunken, und weder der Verluste an Gütern noch der anMenschenleben achtend, schrieben die Mailänder auf ihre Fahnen: Italis liberal (dasfreie Italien). Schon am 20. März hatte sich die Municipalität unter Zuziehungdes Grafen Francesco Borgia, des Generals Lecchi, des Grasen Alessandro Porro,der Grafen Euicciardi, Durini, Borromco, des Fürsten Litta (die beiden Letzter» denreichsten und angesehensten AdclSsamilien angehörend) und dcS Advocaten Guerrierials Provisorische Regierung constituirt, unter dem Vorsitze des ehemaligen Podcsta(Oberbürgermeisters) Casati. Viel trug Letzterer dazu bei, die politische» Spaltungenwährend der Kampftage niederzuhalten. „Für jetzt", sprach er in einer Proklamation,„sind wir berufen, unsere Unabhängigkeit zu erobern; und die guten Bürger dürfensich jetzt um nichts Anderes kümmern als um den Kampf. Nach errungenem Siegewerden unsere Geschicke von der Nation diScutirt und bestimmt werden." Ein klei-ner Haufe Exaltirtcr, geleitet und inspirirl von dem talentvollen, aber noch in höhcrmMaße ehrgeizigen, leidenschaftlichen und factiösen lombardischc» Schriftsteller CarlsCaklanco (viclbckannt durch nationalökonomische Schriften) versuchte das Banner derRepublik aufzupflanzen; doch scheiterte ihr Unternehmen an der Festigkeit der Pro-visorischen Regierung, die vermittelst des Grafen Martini bereits am Vormittage dcS22. März mit Karl Albert wegen einer pieniontcsisch. lombardischc» Allianz zu ver-handeln begonnen hatte.

Wie in Mailand, begannen auch in Venedig am 18. März, nachdem ein gro-ßer Theil der Bcvölkcrnng am vorhergegangenen Tage die kaiserlichen Concessionenfreudig aufgenommen, blutige Reibungen mit den Truppen, die indessen nur einige»Personen das Leben kosteten. DaS Volk verlangte stürmisch die Freilassung der schonIm Januar verhafteten Bürger Daniels Man!» und Niccolo Tommaseo. Erstererwar Advocat und Abkömmling deS letzte» Dogen der Republik, gleich geehrt wegenseiner Charakterfestigkeit wie seines Patriotismus; Letzterer, obwol Dalmate von Gc-burt, war ein eifriger Italiener von Gesinnung, berühmt als Schriftsteller i» classisch-italicmschcr Zunge, gleich reich an Kenntnissen wie an Talenten, geehrt von allenitalienischen Gelehrten und Patrioten. In Freiheit gesetzt, wurden die beiden Häup-

der liberalen Partei von den Bürgern im Triumphzugc durch die Stadt getra-gen. Die übrigen politischen Gefangenen wurden ebenfalls in Freiheit gesetzt. Dieangesehensten Bürger, lNid unicr ihnen Tommaseo und Manin, begaben sich nach°°m Muiiicipiuni, um im Interesse der öffentlichen Sicherheit Bewaffnung der Na-uonalgarde zu verlangen. Der Gouverneur Palffy gewährte auch diese Fvdernng.ei> "k" übende von Tuest her die Nachricht von der Gewährung einer VerfassungWurden viele Häuser illuminirt, erschallte» zahlreiche EvvivaS, und Venedigbefriedigt zu sei». Doch mit dem nächsten Morgen manisestirte sichder Süß gegen die östreichische Besatzung »m so lebhafter. Bci der Nachricht vonr ma -»der Insurrection ward die Milde des Gouverneurs, die verheißene Preß-