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Das Königreich Sardinien.
ciplin achtend, leitete er seine Soldaten mehr durch sein Beispiel als durch Strenge.Dir Neservedivision, mit Unrecht also genannt, da sie doch in Ermangelung hinrei-chender Truppen in allen Schlachten mitkämpfen mußte, statt sich an geschütztemOrte bereit, zu halten, bis äußerste Nothwendigkeit sie zu Hülse rief, wurde von demdamals 28jährigen Kronprinzen Victor Emanuel (Herzog von Savoycn) geführt.An der Spitze der Artillerie (120 Kanonen, außer dem Artillerie- und Bclagcrungs-park) stand dessen jüngerer Bruder, der Herzog von Genua. Beide Prinzen hatteneine sorgfältige militärische Bildung genossen, Beide lparen gleich sehr von patrioti-schem Sinn und kriegerischem Muthe beseelt, und „nur eifersüchtig aufeinander",wie der edelste Held des italienischen Fcldzugs schreibt, „wenn es galt, für die Na-tional- und Waffcnehre das Leben einzusetzen". Die Cavalcriedivision, 7000 Mannzählend, wurde von dem Gcnerallieutenant Visconti, einem würdigen Sprossen derhistorisch-berühmten lombardischen Familie dieses Namens, geführt.
In raschen Märschen bewegte sich die picmontesische Armee, voll von Vertrauenzu ihren Führern, begierig sich mit dem Feinde zu messen, von Pavia bis zu denUfern des Mincio, von wo ab die Befestigungen der Östreichcr begannen. Diese hat-ten sich zwischen Etsch und Mincio in die vier Festungen Mantua, Peschiera (längsdem Mincio), Verona und Lcgnano (längs der Etsch) geworfen und ihre Haupt-stärke in einem verschanzten Lager unter den Wallen Veronas conccntrirt. Ihre Zahlbclicf sich auf etwa ^6000 Man» mit Einschluß der Festungsbesatzungen. *)
Bei Eoito, wo sich eine Abtheilung Östreichcr verschanzt hatte, um den Über-gang über den Mincio zu wehren, wurde die picmontesische Avantgarde mit lebhaf-tem MuSketcnfcuer empfangen. Nach vierstündigem Kampfe gelang es den Piemo»-tescn, die hier zum ersten mal mit den Kaiserlichen zusammentrafen, die Letzter» zurFlucht nach dem linken Ufer des Flusses zu zwingen. Kaum über die Brücke ge-schritten, zerstörten die Östreichcr einen Theil derselben durch das Abbrennen einerMine. Gedeckt von der piemontesischcn Artillerie, gewann ein Theil der Piemon-tescn schwimmend das andere User, während der übrige Theil die rasch wiederherge-stellte Brücke passirte. Ohne den Picmontcscn, die der erste Waffenerfolg anfeuerte,Zeit zur Verfolgung zu lassen, schlugen die Östreichcr in vollem Rückzüge den Wegnach den Fcstungsmauer» Mantuas ein. Am folgenden Tage vertrieb die DivisionBroglio mit gleichem Glück die Östreichcr auS Monzambano, während der OberstMollard fast gleichzeitig Borghetto angriff und einnahm. Vergeblich waren die An-strengungen der 11000 Mann starken Östreichcr, die Minciobrücken bei Monzambanound Vorghctto zu behaupten; »ach hartnäckiger Abwehr mußten sie, wie bei Goito,dem stürmischen Andränge und dem guten Feuer der Piemontcsen weichen, dcrc»erste Waffenlhaten von den Italienern mit Jubel begrüßt wurden.
Im Besitze der Minciobrücken dehnte hierauf Karl Albert sein Heer auf derlinken Seite deS Flusse- von Mantua bis Peschiera auS, und schlug das Haupt-lager bei Vo5ra auf. Auf gcringen Widerstand hoffend, beschloß der König am 1^'April einen Angriff auf Peschiera, den Schlüssel der Lombardei von Tirol aus, wich"tig für die Deckung Bre-cias und Mailands. Doch der Angriff mit Feldgeschützwie- sich gänzlich wirkungslos, und die regelmäßige Belagerung und Blockade ko»"^erst am 15. Mai beginnen mit der Herbeischaffung des BclagcrungSparkS aus Ales-sandria. Ebenso erfolglos blieb ein Angriff Karl Albert'- auf Mantua (10.
*) Aach einem in den Mailänder Märztagen in der Kanzlei Radetzky't vorgefundenenpkiellen Prospekt der k. k. Truppen in der Lombardei" sollte sich die östreichische ' .
auf n."gg>,» Mann belaufen, effektiv zählte sie indessen nur »77 «> Ma"", w'°den von Radetzky zu Rivalta bei Mantua (bei dem »„vermutheten Herannahen von plemsuch'" Regimentern -1. Zuni) zurückgelassenen Papieren hervorging Lgl. D°cuo-">>rv.,ric>iii nulla um'eru <1''»' i»'1>i»'ml<'»r" <1 ""Im n,'I 18«» (
l-vl.l), ^ >7'. sq Von den »771» Mann waren bei Eröffnung dcS Kcldzug« inbringen: KIM Deserteur», die au» Venedig abgezogene Besatzung von 7M>» Mann, u»d^^im lombardischen Ansurreetiontkampf Gelangen«, verwundete und tlefallene. Sonntdie östreichische Armee etwa Mmm zu Anfang de« Kriegt.