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Daß Königreich Sardinien.
singend, und Karl Albert, welcher in demselben Augenblicke erscheint, mit TausendEvvivas begrüßend. General Perrone kehrt mit den in Eile wiedcrgesammeltcn Com-pagnien seiner Brigade auf seinen Posten zurück, wie ein einfacher Offizier in denVordcrreihen das Feuer leitend; aber eine Muskctenkugrl reißt ihm den Tschako vornKopfe und wirft ihn vorn Pferde. Kaum zur Besinnung gekommen, erschöpft vonBlutverlust, kann er noch dem Könige die Worte zurufen: „Sirc, ich habe Ihnenund der Unabhängigkeit unsers Vaterlands die letzten Tage meines Lebens, darge-bracht; jetzt ist meine Pflicht erfüllt." General d'Asprc ruft inzwischen seine Re-serve zum Sturm herbei, dringt in Person nach dem Centrum, dem Städtchen Bi-cocca vor, das mehrmals genommen und wiedergewonnen wird. Die Picmontescnweichen jedoch endlich, und „während der Herzog von Genua zur Hülfe eilt, fälltBicocca in die Gewalt der Ostreich». Unter dem Rufe: Es lebe die picmontcsischeWaffenehre! dringt der General Passalaqua an der Spitze der Brigade Piemontzum Sturm vor: einige Positionen und 300 Gefangene fallen in seine Gewalt. Indemselben Augenblicke durchbohren drei feindliche Kugeln seine Brust. Bicocca wirdgenommen, dann wieder verloren, und das 13. Regiment, begeistert'durch die An-wesenheit des Königs, kämpft verzweifelt um den abermaligen Besitz. Karl Alberterscheint in seiner ganzen Hcldennatur. Auf dem bleichen Gesicht lagert ruhigerErnst; sein Blick ist feurig; die schneeweiße Farbe seines Bartes und Haares con-trastirt mit dem schwarzen Mantel, welcher seine hohe Gestalt anschließend bedeckt.Von einem schwarzbrauncn Pferde getragen, überblickt er mit Aufmerksamkeit dieAngriffe seiner Soldaten, ohne auf das Vorbeisausen der feindlichen Kugeln z» ach-ten. Der Tod scheint über ihn keine Gewalt zu haben. Eine Kanonenkugel reißteinem Carabiniere, der hinter dem Könige stand, den Kopf vom Rumpfe; voneiner Batterie, an welcher er steht, wirft eine Kartätschcnladung zehn Artilleristentodt und verwundet in den Staub. Ein- Savoyarde führt ihm triumphirend zweiGefangene vor, und sinkt, in demselben Augenblicke von einer Kugel durchbohrt, vordeni Pferde des KönigS nieder. Von fünf Genieoffiziere», die seine Suite bildeten,werden an diesem Vormittage zwei (die Majore Goffi und Staglieno) schwer, undeiner (der Lieutenant Pellegrini) tödtlich verwundet. Unter Hochrufen auf den Kö-nig nimmt endlich das 13. Regiment das lange streitig gemachte Bicocca. Die übri-gen Truppen drängen überall die Östreich» zurück, welche, entmulhigt und in Un-ordnung gebracht, jenseits von Olcngo, drei Kilometer von Bicocca, erscheinen. Asprelief Gefahr vollständig vernichtet zu werden. Es war 3'/, Uhr Nachmittags.
Aber General Chrzanowski wußte den augenblicklichen Sieg der picmontcsischenWaffen nicht zu benutzen. Wenn er in dem günstigen Augenblicke der Flucht desFeinde- diesen mit neuen und stärker» Kräften verfolgt hätte, so würde er die Schlachtentschieden und den fliehenden Feind der lombardischen Insurrcction in die Arme ge-trieben haben. So wahr ist Napoleon'- Wort, daß Sieg oder Niederlage von der ra-schen Benutzung des günstige» Schlachtmoments abhängt! Chrzanowski ergriff indessennicht dir Offensive, um Bicocca nicht zu verlasse». Nur dcu kleiner» Theil seinerTruppen, und diesen nicht einmal gleichzeitig, schickte er d'A-prc nach, welcher balddie Unschlüssigkeit seines Feindes besser zu benutzen verstand. Um 4 Uhr kam dieöstreichische Division Appcl dem General d'Asprc zu Hülfe; Thun, und Wratislawmarschirten rechts gegen Novara; Radetzky erschien selbst auf dem Schlachtfeld«.Aufs neue stürmten die Kaiserlichen auf die piemontesische» Positionen, doch^em«
Stunde hindurch blieb der Kampf unentschieden, obwol Radetzky fast alle seineauf das Centrum warf. Mit jeder Minute wurde der Kampf "Ub'""'' » „
piemoni.sische Offiziere stürzten sich in die größte Gefahr, in da» ^bbasre, ^ ^