Dns Königreich Sardinien.
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Grafen Nobilant, als der Letztere seinen Sohn wahrnimmt, und wegen dessen To-desbläfsc ihn fragt, ob er verwundet. Da zieht der junge Held seinen zcrschmetter-tcn und zum Theil fortgeschossenen linken Arm aus dem Mantel hervor, und den blu-tigen Stummel aufrichtend ruft er: Es lebe der König! „Bravo, tröste dich, Karl",antwortet der Vater, „du hast deine Pflicht gethan!" Nach langer verzweifelter Ab-wehr, in welcher die picmontesische Artillerie die trefflichsten Dienste leistet, gelingtes den gleich verzweifelt anstürmenden Östreichcrn, bis nahe an Bicocca vorzudringen.Karl Albert, die Gefahr bemerkend, sprengt nach dem Ausruf: „Ware doch we-nigstens die Ehre der Armee gerettet!" aufs neue herbei, doch nur, um Augenzeugevon dem verwirrten Rückzug der Scinigcn zu sein. Die Wiedernahme der Positionerschien jetzt nur noch als das Werk der höchsten Verzweiflung und Todesverachtung.Der Herzog von Genua sprengt nichtsdestoweniger seinen fliehenden Soldaten voran,hält Offiziere und Soldaten mit der Spitze des Degens auf, sammelt in Eile dreiBataillone, und, vom verwundeten Pferde steigend (zwei Pferde waren bereits unterihm gefallen), führt er zu Fuß seine Soldaten zum Sturm. Ein furchtbares Artil-lerie- und MuSketcnfeuer empfängt sie und wirft den Tod in ihre Reihen. Daswar das Signal zur wildesten Flucht. Nur von einigen Offizieren und Soldatenumgeben, blieb Karl Albert, der tiefsten innern Bewegung erliegend, im dichte» Ku-gelregen stehen. Seine Umgebung drang in ihn, sich nicht unnütz der furchtbarstenGefahr auszusetzen. Er antwortete erschüttert: „Laßt mich sterben! dies ist meinletzter Tag!" General Durando zog ihn endlich mit Mühe am Arme fort. DieSoldaten waren nicht mehr aufzuhalten, achteten nicht mehr auf die Stimme derFührer, und warfen sich in regelloser Verwirrung unter dem Schutze der herein-brechenden Dunkelheit, des NegenS und Schneegestöber«, wodurch den Offizierennoch unmöglicher wurde pie Fliehenden zu übersehen und zum Stehen zu bringen,in die Thore von Novara. Der Train, die Cavalcrie folgten ihnen im Gedränge undin Verwirrung. Um X Uhr Abends waren alle Truppen, die um Bicocca gckampft,in den Mauern der Stadt. Karl Albert zog als der Letzte ein, da« wilde Auscin-andcrstichcn der Soldaten mit Recht heilloser erachtend als die Niederlage. Denndie plötzlich hcrcingebrochenc Indisciplin der Picmomcsen ließ alle Führer den Ge-danken an eine zweite Hauptschlacht aufgeben. Die Divisionen La Marmora, Du-rando und Bes (letztere getheilt) zogen sich, nach vergeblich fortgesetztem Kampf undzum Theil bis Novara verfolgt, bei vollständigem Dunkel in die Stadt zurück, derenWalle und Bastionen rasch in Vcrtheidigungsstand gesetzt wurden. Der siegreicheFeind lagerte vor den Thoren der Stadt; die Reserve blieb bei Orengo. Nachden meist übereinstimmende» Angaben hatten die Östreicher gegen 5tM» Verwundeteund Todte, und IM»> Gefangene verloren; die Picmontescn dagegen ättOO Todteund Verwundete, VUX» Gefangene und >2 Kanonen.
In Novara versammelte sich der Kriegsrath, und sein einmüthiger Beschluß wardie Fodcrung eines Waffcnstillstands. General Cossato begab sich zu Radetzky, webeher, Karl Albert persönlich beleidigend, unter andern harken Bedingungen die Er-pulsion aller italienischen, nichtpicmvntcsischen Soldaten und Offiziere, die bei Novaragckampft, verlangte. Entrüstung röthete die gefurchte Stirn Karl Albert'«; au,'oneue rief er die Generale zu», Nach zusammen. „Sie sehen, meine Herren", riefer ihnen zu, „daß cS nicht möglich ist, solche Bedingungen anzunehmen!" Dannfragte er, ob es möglich sei, die Feindseligkeiten wieder aufzunehmen und dem Feindewirksame» Widerstand entgegenzusetzen. Nein! war die allgemeine Antwort. Nichtd? Bcrlust des TagS unersetzlich erachtet wurde, sonder» weil da- Heer durch
° " Ungehorsam Nomarino'«, in dem die Soldaten absichtlichen Verrath erblickten,t durch die Zersprcngung der Piemontesen bei Mortara und dir Vcrnich
. D'bcipli» am Ende der Schlacht bei Novara in voller Auflösung war.Schmer, schert auf und rief mit gehobener, aber fester 2limme: „Mit
Vate.',«..^« "'E Hoffnungr» getauscht, nicht so sehr meinciwrZ?" als dc.
oc« wegen, für dessen Heil ich 18 Jahre hindurch keine Anstrengung ge-