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DaS Königreich Sardinien.
scheut habe! Ich habe nicht den Tod auf dem Schlachtfclde finden können, wie ichgewünscht. Vielleicht ist meine Person jeht das einzige Hinderniß zur Erreichungbilligerer Bedingungen seitens des Feindes... Da nicht mehr möglich, den Kampffortzusetzen, so lege ich hiermit meine Krone nieder zu Gunsten meines Sohnes Victor... Der neue König wird hoffentlich bessere Bedingungen und einen für dasLand vortheilhaftcn Frieden erhalten... Mein Werk ist zu Ende, mein Ent-schluß ist gefaßt; ich bin nicht mehr König — der König ist mein Sohn VictorEmanucl." Vergeblich beschworen ihn die Prinzen und Generale, seinen Entschlußzurückzunehmen. Er blieb fest; und seine Söhne und die Generale umarmend,dankte er ihnen für die ihm und dem Staate erwiesenen Dienste. Dann verabschie-dete er die Anwesenden. So endigte die Regierung Karl Albcrt's mit schweremUnglück, aber einem Unglück voll Größe.
Zwei Stunden später, nach Mitternacht, verließ Karl Albert, begleitet von einemKammerdiener, in einer schlichten Ncisekutschc Novara. Mit gebrochenem Herzenbetrat der unglückliche König in Nacht und GrauS den Weg deS freiwilligen Exils.Der erste italienische Fürst, der sich für die Unabhängigkeit seines Vaterlandes ge-opfert hatte in hochherzigem Kampfe, mußte mit Thränen im Auge und Seufzernauf der Lippe den italienischen Boden verlasse»! Aber er vollbrachte hiermit dasletzte Opfer!*) Unter dem Namen eines Grafen de Barges reiste Karl Albertüber Nizza »ach FrejuS, einer kleine» französischen Küstcnstadt an der Grenze, vonwo er sich nach Oporlo in Portugal einschiffte. In tiefer Einsamkeit, als schlichterBürger lebend, sollte er dort nach kurzer Frist inS Grab steigen. Seine Abdan-kung und Selbstverbannung wurden zwei Tage später unter Thränen und Schluchzenvom Parlamente in Tarin vernommen, welches feierlich da- Votum acclamirte: 6»r!c>»borte, lia keiio mentale, üolla palria! Die Nation aber, welche Karl Albert bisdahin den hochherzigen König genannt hatte, nennt ihn seitdem den König-Märtyrerund segnet sein Andenken.
Abschluß deS Waffenstillstandes vom A>. zum 22 März 1819, die Erhebung Brcscias, der
Aufstand zu Genua.
Noch in der Nacht von, 25. auf den 2i. März wurden der Waffenstillstand undmit diesem die wesentlichen Bedingungen des Frieden- geschlossen. Der neue KönigVictor Emanuel schickte den General Eossato und den Minister Cadorna zu Ra-detzky; doch Letzterer verlangte mit dem Könige i» Person zu verhandeln. Der Kö-nig schwank!« einen Augenblick; dann begab er sich mit den beiden Genannten nachVignalc, wo gleichzeitig der Fkldmarschall erschien. Die Bedingungen waren : Be-setzung deS Lände-strich- zwischen dem Tessin und der Sesia durch 20MM Östrei-eher; gemischte östreichische und piemontesische Garnison in Alessandria, Beides biszum definitiven Frieden; Verabschiedung der lombardischcn Eorps; Herabsetzung bespienionkksischcii Heere- auf den Frieden-fuß; sofortiger Beginn der FriedrnSverhand-lungen auf der Basis der Vertrage von >815; Tragung der Kriegskosten seitens
*) Mehre Generale, die Grafen Robilant, La Marmors, Seat! und Andere, beschworen KarlAlbert mit ähränen im Auge, ihnen zu gestatten, wohin er auch wolle, in Glück und llvsst ,ihm zu folgen. Gerührt bis zu Thränen, dankte Karl Albert für so große Treu: und kkrg 'benheitz doch ging er nicht ab von seiner Antwort: „Mein Entschluß ist gefaßt; will vbeben, welches ich zu führen gedenke, von Niemandem »heilen lassen." Nach andertball'itubiger Hahrt gerieth er bei Orfengo in die Gefangenschaft eine« dort bivouakirenden oifchen Ostens, au» welcher er sich jedoch nach mehren Stunden, als der General uw
beim Posten eintraf, durch den Borrveit eine» von, Kommandanten von 2gestellten Passe. batikt. ter ton Inhaber als Grasen dt Bargt», pitiiwnkesischtN Oberst aus"Diensten, bezeichnete. s,n gefangener piemontesischer Dcrsagliere "kannte den ° sii ^dessen Attgenwink versteh,nd. antwortete er auf die ?rag, des General« Thuen "«d 2ur>»^er den Reisenden al, den Grafen Bargt» kenne, mit Ja, worauf Karl Albert stfortsetzen durfte. Kurz darauf gestand der Btrsagliere, daß der Reisende kein AndKönig Karl Albert gewesen.