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Achter Band.
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' Das Königreich Sardinien.

Piemonts. Harte Bedingungen, welche der Drang des Augenblicks anzunehmen ge-bot! Während der Verhandlungen noch marschirte der östreichische General Wimpffcn,ohne von denselben unterrichtet zu sein,^ am frühen Morgen deß 21. mit drei Bri-gaden gegen Casale, und verlangte die Übergabe der Stadt. Obwol die Stadt nichtbefestigt war und nur ein altes mit einem Dcteranencorps besetztes Castell hatte, sowurde den Ostreichen! doch seitens der Veteranen und der Bürger ein so stürmischerEmpfang, daß sie sich nach den cntfcrntcrn Hügeln zurüchzichcn mußten. In derfolgenden Nacht machte die Mannschaft von Casale selbst einen den Patriotismusder Bürger ehrenden Ausfall gegen den Feind. Damit endeten die Feindseligkeiten,denn am folgenden Tage wurde der Waffenstillstand bekannt.

Zwei unglückliche Ereignisse, die mit der Schlacht von Novara in nächster Ver-bindung standen, folgten derselben auf dem Fuße: die Erhebung von Brescia und vonGenua. Ehe noch der Tag des 23. März abgelaufen, war nach Brescia die Kundegekommen: die Picmontesen hätten um 3 Uhr Nachmittag- vollständig gesiegt,die Östreichcr seien auf der Flucht. *) Wie ein Blitz entzündete die Nachricht alleGemüther; ganz BrcScia erhob sich unter dein Rufe: ES lebe Piemont! ES lebeKarl Albert, unser König! Die östreichischen Posten wurden entwaffnet; der Com-mandant fiel in die Gewalt der Bürger, während dir 500 Mann starke Besatzungdes CastellS die Stadt mit Artilleriefeuer bestrich. Fruchtlos blieb der wiederholteSturm gegen daS aus einem Felsen gelegene Castell; vergeblich warteten die Bürgerbis zum 26. März auf Nachrichten von Novara her. General Nugent zog in-zwischen am Nachmittage des 26. mit 1000 Kroaten und zwei Kanonen gegen dieStadt, und die Insurgenten lieferten ihm ein hartnäckiges Gefecht. Am folgendenMorgen ließ Nugent mit verstärkten Kräften Sturm laufen, während Brescia vomCastell und der entgegengesetzten Seite zugleich bombardirl ward. Die BreScianerverdoppelten ihre Anstrengungen, und Nugent mußte sich nach dreistündigem Kampfezurückziehen. Er stellte sich bei Sant'-Eufcmia auf. Am 28. März erschien er nichtvor den Mauern. Da machten die BreScianer am Morgen einen verzweifelten Aus-fall, und kämpften, entschlossen eher zu fallen al« zu weichen, bis zum Abende. ZweiDritkhcile der Insurgenten blieben todt oder verwundet auf dem Kampfplatz«; gleichgroß war der Verlust der Östreichcr. General Nugent wurde tödtlich verwundet.Sterbend schickte er noch um Verstärkung nach Mantua und Peschiera. GeneralHaynau eilte mit 1000 Mann und starker Artillerie herbei, und federte Brescia zurÜbergabe auf, indem er der Stadt die Niederlage der Piemontesen mittheilte. Dochdie Insurgenten schenkten den Worten Haynau'S keinen Glauben, und beschlossen,sich bis aufs Äußerste zu vertheidigen. Den ganzen Lag des 51. März kämpftendie BreScianer mit einem Hcldcnmuth und einer Todesverachtung, daß Haynau, wel-cher seine beste» Offiziere falle» und die Reihen der enlmulhiglen Soldaten sich im-mer mehr lichten sah, den Kampf bereits aufzugeben beschloß, als neue Batailloneund neue Artillerie ihm vom Tessin her zu Hülfe kamen. Mit dieser Verstärkungöffnete sich Haynau einen Zugang in die Stadt (I. April), und der Kampf wurdenun nnt unerhörter Verzweiflung und 'Wuth geführt. Jede- Hau«, jede Mauer,jede Straße mußte mit Sturm genommen werden. Furchtbar war die Züchtigung.7 B«Scia»cr,i zwei Tage hindurch durch sein« Kroaten zufügen

ließ: oOO Häuser gingen in Flammen auf oder wurden zerstört. Die, welche in dieHände der Kroaten sielen, müßten oft unter unerhörten Mißhandlungen sterben.

Eenua erhob sich (28. März) unter dem Eindruck der Niederlage bei Novara,und unter falschen Gerüchten, nach welchen die Stadt von den Ostreichen, occupirtVolk-hausen stürmten das Arsenal, und zwangen die Besatzung vonMann, die Stadt'zu verlassen, welche »u» in voller Gewalt der Insurgenten

der Dcrgamo und andern lembarbischen Städten kam :,c «und, von

lurrectior, nickt .7..?«''"°"^-" "°Ü rechten Zeit. um die fast überall scki-gf".,gc 3"amyr zum Au.bruch kommen zu lassen.