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Achter Band.
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Das Königreich Sardinien. 595

Hafen die Trauerflaggen aller Nationen wehten. Ganz Genua, Männer und Krauen,Nationalgarde und Militär legten Trauer an, brachen in Bewegung und Schluchzenaus bei dcni Anblick der Bahre, die den todten König in sich schloß .— den Fürsten,der in der Bürgertugend seinen höchsten Stolz, in der Wohlfahrt seines Landes seinhöchstes Glück, in der Erhebung Italiens zur Nation seinen höchsten Ruhm gesucht,dessen Anstrengungen, Kämpfe und Opfer der Tod auf fremder Erde beschlossenhatte. Sieben Tage dauerte der feierliche Leichenzug von Genua nach Turin. Wiedie Städte- und Landbewohner in den freudigen Novcmbertag«! von 1847 längsdesselben Wegs zusammengeströmt waren, um die Reise Karl Albert's zum Triumph-zuge zu machen, so strömten sie jetzt herbei, um seiner Bahre Segnungen und Thrä-nen nachzusenden. Am Nachmittage des 12. Oct. traf die Bahre in San-Solvariobei Turin ein, wo sie von den Senatoren und Deputirten, von fast allen Würden-trägern und Municipicn des Königreichs, von unübersehbaren Bolksscharcn, vonTausenden von Verbannten aus allen Theilen Italiens erwartet wurde. Ein ganzesVolk in Traucrklciduiig! Glücklich schätzte sich, wem es gelang, den Sarkophag zuberühren, den, Schmerz und Hoffnung mit Lorbcrkränzen und Nationalbannern be-deckt hatten. Über zwei Tage dauerte die Leichenfeier. Dann wurde die Hülle KarlAlbert'S unter königlichem Pomp nach der auf der Höhe der Superga gelegenenBasilikakirchc getragen, welche die Gruft der sardinischcn Fürsten umschließt. ZurErinnerung an Karl Albert wallfahrtet Turin noch jährlich an dem Todestage desKönigs nach jenem Grabe, das so viel Hochsinn und Patriotismus, und so vielUnglück bedeckt. Neben dem Kreuz der Superga aber blickt das italienische Tricolor-banncr über das Land herab — gleichsam Symbole der Eintracht und freudigen na-tionalen Zukunft. *)

Das innere Ttaatslebcn Piemonts seit dem Frieden mit Östreich bis zum Ansangt des

Jahres 1853.

Um die Mitte des Monats November 1849 wurde der Deputirtenkammer dermit Ostreich zu Mailand geschlossene Fricdensvertrag zur definitiven Bestätigung vor-gelegt. Die Opposition sträubte sich, denselben anzunehmen, erhob verwickelte Com-pctcnzfragcn, und wollte sogar die einzelnen Artikel ditcutiren, obwol die Diskussionnicht ein Jota an dem von eiserner Nothwendigkeit diclirten Vertrag ändern konnte.Da erschien am 20. Nov. eine königliche Proklamation, welche die schwankende Kam-mer auslöste und freimüthig an den „guten Sinn des Lande-, an daS Urtheil Ita-liens und Europas" appcllirtc. „Die Freiheiten Sardinien-", hieß eS darin, „lau-fen wegen der Kammcrauflösung keine Gefahr; sie sind geschützt durch das ehrwür-dige Gedächtniß König Karl Albert -, meines Vaters; sie sind der Ehre des HauseSvon Savoycn anvertraut; sie sind geheiligt durch meine Eide: Wer wollte wagenfür sie zu fürchten?... Ich unterschrieb eine» Vertrag mit Ostreich, der ehrenvoll,nicht verderblich war, und den daS öffentliche Wohl erfodertc. Die Ehre meinesLandes und die Heiligkeit meines EidcS verlangten gleich sehr, daß dieser Tractattreu und ohne Zweideutigkeit ausgeführt würde. Meine Minister foderten die Zusiim-mung der Kammer, welche dieselbe durch Aufstellung von Bedingungen unannehm-

. interessantes, zum Theil Neue» uns auch der vorliegende Aufsatz bietet, wird

doch gewiß kein Leser verkennen, daß der Verfasser in Auffassung des Ganzen wie in Deur-theilung der einzelnen Ereignisse und Persönlichkeiten einen rein italienischen, oder vielmehrMeinontesischcn Gesichtspunkt festhält. Selbst die Ausdrucksweise trägt italienische Färbung.

nahe es daher auch zuweilen lag, mit dem Verfasser zu rechten, unterließen wir dies doch,w-u s"" ben Fluß der Darstellung durch Häufung von Roten nicht zu unterbrechen, theil»Weis» bereits ^ diesem Werke wiederholt die italienischen Angelegenheiten in unbefangenerergebracht haben. Namentlich erinnern wir den Leser an den Artikel: „Die«.,,bb>sch.politische Weltlage Italiens", den wir im Jahre I8l8, inmitten des velitischen«mrm,. „n „stcn Bande der „Gegenwart", S. l55 -l82, veröffentlichten. D Red.

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