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Barern unter den äbergangsministerien von 1847—49.
lange, staakSzerrüktende Dauer des Provisoriums, falls die auf neuen Grundlagenzusammentretende Volkskammer ihre eigene Entstehung umstürzen, dann sich auflöse»würde.
Dieser Standpunkt der öffentlichen Meinung - und es war der Standpunktder numerisch wie intellektuell überwiegenden Bevölkerungszahl — war eigentlich demMinisterium außerordentlich günstig; namentlich so weit sich's um seine parlamenta-rische Rechtfertigung des innern Vcrwalkungsorganismus handelte. Allerdings wür-den die Minister des Innern und Cultus, vielleicht auch der des Kriegs einen schwie-rigen Stand gehabt und sich vielleicht zum Rücktritte genöthigt gesehen haben. Aberjedenfalls würde das Gesamiukministcrium als solches viel leichter zu einer Verstän-digung mit der Landesvertretung gelangt sein als nunmehr, da Cultus und Inne-res dem bisherigen Finanzminister, die Finanzen einem komo novus, die Kricgsan-gelegenhciten einem soeben erst ein ^r.renen General zur parlamentarischen Verthei-digung übergeben waren. Den vaussichtlich heftig interpellirendcn Volksvertreternkonnte allerdings jeder einzelne Minister mit Verweisung auf seinen Vorgänger undmit Nichtwissen antworten. Allein einerseits waren die Dinge bereits viel zu weit,andererseits noch nicht weit genug gediehen, um hoffen zu lassen, man werde auf solcheWeise unangenehmer Ausweise überhaupt enthoben sein oder den politischen Feuereiferabkühlen. Wahrhaft unerklärlich erschien unter solchen Constellationen besonders dieplötzliche „Enthebung" des Kriegsministers Weishaupt von seinem Posten. Zwargeschah sie unter den mildesten Formen, blieb aber immerhin eine Enthebung, zuwelcher wenigstens keine äußere Veranlassung vorlag. Denn konnte irgend ein Mi-nisterium sich über den praktischen Erfolg seiner rcformatorischen Thätigkeit glänzendausweisen, so war es das des Kriegs. Es ist schon früher gelegentlich darauf hin-gewiesen worden, daß seit Weishaupt's Poricfeuilleführung ein viel strafferer Geistin der militärischen Administration herrschte, daß die soldatische Tüchtigkeit entschie-dener berücksichtigt und ausgebildet wurde als vorher. Bei den verschiedenen Ercnz-aufstellungen und dem Kriegsdienst in Baden hakten sich die verwendeten Truppen-abtheilungen nicht nur militärisch tüchtig, sondern auch den wühlerischen Agitationenunzugänglich bewiesen. Mehre königliche Armeebefehle hatten namentlich letztere mo-ralische Eigenschaft neben einer guten Disciplin mit besondern! Lobe anerkannt.Außerdem war für die Ausbildung bestimmter, bisher vernachlässigter Waffengattun-gen, besonders der leichten Artillerie, wahrhaft Erstaunliches geleistet, ebenso die höchstverworrenen Verhältnisse der Militärbeamken geordnet worden. Aber freilich galt derKriegsminister für einen nach allen Seiten selbständigen Charakter, welcher zunächstdas Nothwendige mit den gegebenen Mitteln gedeckt wissen wollte, ehe er deren Ver-wendung auf Ideen von niehr problematischem Erfolge gestattete. Vorzüglich schiendie Errichtung der vierten Bataillons, sowie die Einthcilung der Armee in zwei Corps,deren Generalinspection dem Prinzen Karl von Baiern übergeben ward, endlich diegefoderte Beseitigung mehrer hochgestellten Offiziere zu entscheidende» Differenzenmit dem allerhöchsten Willen geführt zu habe». Genug, der Kriegsminister OberstWeishaupt wurde durch königliches Decrcl vom 28. Nov. „in Anerkennung seinerVerdienste und unter Bezeugung allerhöchsten Wohlwollens" zum Brigadier derArtillerie ernannt und sein Portefeuille dem Eenerallicukenant von Lesuire, einemfeingebildetcn Manne, aber ziemlich unbekannten Militärchef übertragen.*) Mansah den Minister Weishaupt, trotz mancher vorübergehenden Misstimmungen desPublicums während seiner Amtsführung, mit Bedauern scheiden. Vorzüglich glaubteman mit diesem Rücktritte auch das Signal zur Wiedcrbegünstigung dcS Adels imOffizicrcorps gegeben, und die progressiven Elemente der Bevölkerung wurde» durchsolche und ähnliche Befürchtungen immer weiter nach links gedrängt.
'Lei Gelegenheit der verspäteten PacificationSerpcdition der bairiscben Armee naiv derFrühling 184!, guittirte Lesuire seinen Posten, lebte dann längere Zeit in Münchenunbeschäftigt, wurde nachher Commandant des mittelfränkischen CorvS »u Nürnberg, und starbdort am ltt. Mär: !852. ^ ,