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Zehnter Band.
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Die deutsche Flotte.

Königreich Sachsen, Kurhessen, Luxemburg-Limburg. Die übrigen Regierungen zahl-ten theilweise ein; Baden, Mecklenburg-Strclitz, Reuß ältere Linie und Hessen-Hom-burg jedoch erst im Jahre 1850.

Indessen, wie erfreulich auch dieser fast einstimmige Beschluß war — einewirkliche Hülfe geschah für die nächste Gegenwart nicht. So demüthigend das Zit-tern einer Küstenbevölkerung von mehren Millionen, mit mächtigen Städten undstarken Festungen vor wenigen, kaum bemannten Fregatten war, über deren kleinsteBewegungen förmliche Bulletins durch ganz Deutschland gingen; so groß der Ver-lust, den der deutsche Handel litt; so geringe Seckräfte auch nur erfoderlich gewesenwären, um die deutschen Häfen zu schützen und den Übergang über die schmalenMeerstraßen des Kleinen Bettes und des Alsener Sundes zu decken, die Einmischungder fremden Mächte fernzuhalten und den dänischen Krieg zum schleunigen Endezu bringen: man gefiel sich doch immer noch in Phantastereien und machte fast mitkindischer Einfalt Vorschläge zur Abhülfe und Hoffnungen geltend, die den Zorndes ernsten Patrioten und den Hohn der Fremden herausfodcrn mußten. So weitging damals noch die politische Unschuld, daß Zeitungen die Nachricht von eineramerikanischen Hülfsflotte bringen konnten, welche noch dazu in fabelhaft kurzer Zeitmit 30 Segeln in der Nordsee erscheinen sollte. Als -sie nicht kani, hoffte man aufdie Holländer, welche seit 1815 ihre Freundschaft für Deutschland genügend zu er-kennen gegeben. Dann wollte man Brander ausrüsten und Führer dafür aus Grie-chenland kommen lassen, und dergleichen. Alles dies trug den Grundzug: die Händein den Schoos zu legen und andere Völker wirken zu lassen. Die durchaus prakti-schen Schriften von Peucker („Beiträge zur Beleuchtung einiger Grundlagen fürdie künftige Wehrverfassung Deutschlands", 2. Anst., Franks. 1819); des PrinzenAdalbert von Preußen („Denkschrift über Bildung einer deutschen Kriegsflotte" fver-faßt im Mai 1818), 2. Aufl., 1818); Nintel's („Über Errichtung einer deutschenSeemacht", Brcsl. 1818); I. von Wickede's („Eine deutsche Flotte" in der „Deut-schen Vicrteljahrsschrift") bildeten einen erfreulichen Gegensatz gegen solche Hirnge-spinste, desgleichen die freiwillige Betheiligung der Nation, die besonders anfangseinen schönen Aufschwung nahm. Die meisten der Gaben aus dem InnernDeutschlands flössen nach Frankfurt bei dem dortigen Marineausschuß zusammen.Fast in jeder Parlamentssitzung kamen Einsendungen vor, und die aus fernen Län-dern überdauerten sogar die deutsche Nationalversammlung. Die in Frankfurt ein-gelaufenen freiwilligen Beiträge betrugen 192360 Gulden. Bemerkenswerth warendarunter mehre kleine Summen aus einigen Dörfern der bairischen und tiroler Al-pen; eine bedeutende Summe (15000 Gulden) aus Oberbaicrn, wofür ein eigenesKanonenboot „Wendelstein" gebaut werden sollte; als Geschenk eines Mechanikersein treffliches Teleskop für den Capitän des ersten deutschen Kriegsschiffs; eine künst-liche Pnnschbowle in Form einer Bombe, welche der Großherzog von Oldenburgden Offizieren des seinen Namen führenden Dampfers schenkte. Komisch war es,wie halb unbewußt der Particularismus sich den Zugang zu dem deutschen Eini-gnngswcrke zu erringen wußte, in dem Vorschlag, die deutschen Staaten (nichtStämme) in der Flotte zu verewigen bis zur Corvette „Nassovia" und dem Kano-nenboot „Neuß.Schleizia" herab. Rührend waren einige Scherflcin von Witwen,und besonders bemerkenswerth die bedeutenden Gaben von Deutschen im Auslande,welche die deutsche Seeunmacht immer am lebhaftesten empfunden. So kamen ausPernambuco 1892, aus Rio de Janeiro 2867, aus Buenos-Ayres 1910, aus Me-xico und Mazatlan 1610, Toscana 1000, Messina 725, London 991, Manila651 Gulden ein. *) Die Küstenländer sandten ihre Beiträge an die Marineaus»schüfst zu Hamburg (wohin die Deutschen in London 6000 und der Prinz vonPreußen von dorther 12000 Gulden schickte), Kiel, Stettin u. s. w. direct ein, w»

'' Vgl. die Zusammenstellung in der „Deutschen Zeitung" vom 16. Nov. 1819

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