Band 
Zehnter Band.
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S08 Die Vereinigten Staaten von Nordamerika.

aus etwa 9 Pfund Sterling die Tonne, in Baltimore und NichmvNd auf 45 —50 Dollars); aber ebenso unbestellbar bleibt, daß die peruanische Regierung imRechte ist. Nun hatte im Jahre 1825 ein amerikanischer Capital», Morell, die Lo-bosinseln besucht, welche etwa 45 Meilen von der peruanischen Küste entfernt liegen.Auch diese sind reich an Guano, und als dieser eine immer mehr gesuchte Waarewurde, fuhren amerikanische Schiffe dorthin und nahmen Ladungen ein, ohne sichum die Regierung in Lima und deren Monopol zu kümmern. Die Peruaner erho-ben Einsprache gegen die Eingriffe in ihr Eigenthumsrecht, wahrend das Washing-toner Cabinet gelkcndmachte: die soweit von der Küste entfernten Lobosinseln könn-ten mit den dicht vor derselben liegenden und allerdings zu Peru gehörendenChinchaeilandcn nicht in dieselbe Kategorie gestellt werden, seien vielmehr, als keinemEigenthümer angehörend, Gemeingut aller seefahrenden Nationen, und dürften even-tuell auch als im nordamerikanischcn Besitz befindlich angesehen werden, da zuerstein nordamerikanischer Seemann sie besucht und beschrieben habe. Diese Auffassungfand Widerspruch in Lima wie in London. Die englische Regierung erkannte dieSouveränetät Perus auch über die Lobosinseln ausdrücklich an; die übrigen See-mächte äußerten sich in demselben Sinne. Das Washingtoner Cabinet ließ amEnde seinen Widerspruch fallen (15. Nov. 1852), freilich erst nach einigen Drohun-gen, da ein im südlichen Stillen Weltmeere kreuzendes Geschwader Befehl erhaltenhatte, die amerikanischen Interessen zu schützen. Im März 1854 langten in Wash-ington Mittheilungen des amerikanischen Geschäftsträgers an, denen zufolge die pe-ruanische Regierung überhaupt nicht geneigt ist, ihr Monopol und den mit einemlondoner Handelshause geschlossenen Vertrag aufzugeben.

Monroe-Doctrin; Absichten im Stillen Ocean, im Indischen Archipel; Erpedition nach Japan.

Die Nordamerikaner find in ihrem eigenen Erdtheile die vorwiegende politischeMacht, und bei allen Gelegenheiten schärfen sie der Welt die bekannte Monroe-Doctrin ein, derzufolge sie keinem europäischen Staate erlauben wollen, neue Colonienauf amerikanischem Boden zu gründen und seine Besitzungen auszudehnen. Sieselbst aber treten erobernd auf und erklären, daß nach und nach Amerika vom Eis-meere bis zum Isthmus von Panama dem „manifest ckostin^", der Einverleibung,Annexation, nicht entgehen werde. Das liege nun einmal im Zuge der Dinge, undweder Russen noch Franzosen dürften etwas dagegen einwenden; am allerwenigstenaber könne England Einsprache erheben, das ja recht eigentlich „der Großmogul derAnnexation" sei. Zu gleicher Zeit halten sie selbst den Blick nach ihrem Westmeereund den Ostküsten Asiens gerichtet, und in der That haben sie, nachdem Californicnund Oregon Theile der Union geworden, gewichtige Interessen im Stillen Ocean.Schon zu Anfang des vorigen Jahrzchnds wurde ihr Handelsverkehr mit China, Indienund dem Indischen Archipelagus sehr bedeutend; die beiderseitige Handclebcwegungist gegenwärtig auf die Ziffer von mehr als 50 Millionen Dollars gestiegen. Austra-lien hat auch für die Nordamerikancr großen Belang gewonnen. Sie haben zwischenNeuyork und Sydney eine monatliche Postpacketfahrt errichtet, und in den Meerenzwischen Ostasien und Amerika sind von der chilenischen Küste bis zur Behrings-straße zu allen Jahreszeiten einige Hundert amerikanischer Fahrzeuge mit dem Wal-fischfang beschäftigt, die zu Honolulu auf Oahu, einer der Inseln der Hawaigruppe(Sandwichsinseln), ihren Hauptsammel- und Erfrischungsplah haben. Diese prächtigeEilandflur liegt in der Fahrbahn von Californicn nach China, aus ihr sind Tau-sende von Amerikanern angesiedelt und die Regierung ist völlig in ihren Händen.Zu gelegener Zcit werden diese Eilande ihnen wie eine reife Frucht von selbst in denSchoos fallen: sie können dem Schicksal, „angeknüpft" zu werden, gar nicht entge-hen. Die Amerikaner erlangen demnach eine wichtige Seestarion, um deren ErwerbRussen, Franzosen (diese »och im August 1849) und Engländer sich vergeblich be-mühten, und Californie» gewinnt an ihnen ein maritimes Vor- und Außenwcrk. Ebenjetzt bemühen sich die Yankees sehr eifrig, auch auf den Inseln des Indischen Archi-