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Zehnter Band.
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Die Vereinigten Staaten von Nordamerika.

a;en Revolutionen Europa verließen und nach den Vereinigten Staaten überschifften,gehören zum größten Theil den gebildeten Classen an, und finden mit ihren An-sichten und Lehren über einen Umsturz der Staatsverhältnisse in der Alten Weltbei den Hunderttausenden von Eingewanderten lebhafte Theilnahme. Jrländer,Deutsche, Franzosen, Italiener, Ungarn und Polen bildeten in einigen großen Kü-stensta'dten und im Westen revolutionäre Ausschüsse, die mit dem londoner Central-eomite lebhaften Verkehr unterhalten und über eine Anzahl von Zeitungen verfügen.Die Thätigkeit dieser Propaganda ist besonders während der letztverflossenen dreiJahre eine sehr lebendige gewesen, und sie wird durch manche andere Vereine mittel-bar oder unmittelbar kräftig unterstützt. Diese Vereine bearbeiten der Propagandaden Grund und Boden, z. B. jener der „freien Männer" in Cincinnati und der„Bund freier Menschen" im Nordwesten. Der erstere erließ 1852 sein Programm,in welchem er sagt: „Die Roheit nimmt täglich überhand und führt einen Ver-nichtungskrieg gegen alle Bildung. Bereits finden wir den Ansatz eines Prole-tariats; das Pfaffenthum und der religiöse Wahn greifen immer weiter um sich undüben ihren Einfluß nicht allein aus das gesellige und Familienleben, sondern schreibenuns auch schon in der Politik pfäfsische Gesetze vor. Täglich füllen sich die Zucht-,Irren- und Armenhäuser, und täglich werden neue Kirchen und Klöster erbaut.Die Corruption hat unser politisches Leben erfaßt, die Amter sind feil geworden, diePolizei bildet sich zu einer monarchischen Gewalt heran, kurz überall sehen wirSymptome, denen entgegengearbeitet werden muß. Die Deutschen sind die Trägerdes reformatorischen Geistes; wir verlangen von ihnen, daß sie Hand ans Werklegen, ihre Mission zu erfüllen." Der Bund freier Menschen hat jüngst sehr anAusdehnung gewonnen, seit im Herbst 1853 in Milwaukee 23 deutsche Vereine sichzu einem Ganzen verbanden. „Die einzelnen Richtungen unsers Wirkungskreisessind: Rede- und Schreibefreiheit, Schulwesen, Gymnastik, Kunst und gegenseitigeUnterstützung. Unsere Losung ist: Humanität." Während die Polen, Ungarn undJrländer sich vorzugsweise auf volksthümlichcm Boden bewegen, haben unsere deut-schen Landsleute auch in der Neuen Welt eine einfältige kosmopolitische Verschwom-menheit nicht fahren lassen. Sie erblicken mit Recht in der amerikanischen Unioneinen riesigen Tummelplatz aller menschlichen Fähigkeiten, fassen aber die Weltmis-sion derselben phantastisch auf. „Dieses fortwährende Kreuzen und Kämpfen der

verschiedensten Richtungen, Einzelner sowol als ganzer Volksstämme, muß nothwen-dig auf die endliche Bildung eines Universalvolks Hinauszielen, dem jene kränkliche,durch Abschließung hervorgebrachte Einseitigkeit europäischer Völker fremd bleibt."Dann wird, theilweise richtig, hinzugefügt: der Einfluß der in Massen einwandern-den verschiedenen Volksstämme müsse zersetzend auf das starre puritanische Aankee-thum wirken, nehme aber von diesem wieder die republikanische Selbständigkeit in sichauf; und so werde sich nach und nach aus den heterogensten Theilen ein harmonischesGanze bilden. Der Deutsche trete als vermittelndes Glied zwischen die schreiendenGegensätze. „Wir müssen Mexico erobern, und dann Cuba, und dann Europa an-nexiren, und einige Jahre später die Welt. Sei es mit was immer für Waffen!Wir haben keine Zeit für griechische Tänze oder Untersuchungen über die Schönheits-linie." In diesen Worten ist formulirt, was viele Amerikaner und Deutsche als die„amerikanische Weltmission" betrachten. In einem der vielen Aufrufe, welche erlas-sen wurden, um Theilnahme für dieselbe zu erregen, heißt es unter Andern;: „Ver-breitet die Idee der Annexation an Amerika durch die Länder der niedergebeugtenNationen Europas; richtet ihr Herz auf durch klaren Nachweis, daß in der MissionAmerikas die Garantie ihrer Freiheit liege, und das unbestimmte Sehnen nach We-sten, der verzweifelte Protest des Auswanderers aus den Gefilden seiner Geburtwird sich in ein wüthiges Streben verwandeln die Hindernisse hinwegzuräumen,welche der Erfüllung der Weltbcstimmung, des Staatenbundes unter Amerikas Füh-rung entgegenstehen. Gegenüber den großen Fragen, welche die höchsten geistigenund materiellen Interessen betreffen und deren Befriedigung nur in der Weltrepublik