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phetischen Ahnung und mit der Annahme des Commissionsantrags, den Bitte» derDalmatiner zu willfahren, schloß die Verhandlung. Kein Minister hatte sich anderselben bethciligt, wol aber schrieben Regierung und Hof Ricger's Bekenntnisse inihr Gedächtniß. Von den frühern Planen, das Ministerium durch einige Mitgliederder Rechten zu verstärken, war von nun an keine Rede mehr: die Rechte galt alsein bald praktisches, bald unbrauchbares Werkzeug der Regierung, nicht mehr alsRegierungspartei.
Die Septemberunruhcn; die Permanenzsihung des Reichstags.
Am 12. Sept. erhob sich vor dem Gebäude des Ministeriums des Innern eingewaltiger, den ganzen Lag währender Tumult. Die Tumultuanten waren aberdiesmal nicht Arbeiter oder Studenten, sondern Gewerbsleute und Kleinbürger, auchder Grund ihrer Aufregung von aller Politik entfernt. Ein Schwindler, NamensSwoboda, hatte im Sommer einen Actienverein zur Unterstützung armer Handwerkergestiftet, und dem Verein eine wahrhaft abenteuerliche Finanzbasis gegeben. Esgarantirten sich gegenseitig die der Unterstützung Bedürftigen diese Unterstützung,d. h. ^1, der nichts hatte, garantirte dein 8, der gleichfalls nichts hatte, ein Vor-schußcapital von einigen Hundert Gulden. Auf diese Garantie hin wurden Actien-schrine emittirt, und diese Aktien vom Gewerbestande für Geldcswerth angenommen.Es erscheint unglaublich, daß dieser Verein im Laufe von drei Monaten viele Tau-sende (man sprach von 20000) an Theilnehmern zählte, und sich Leute fanden,welche diese Papiere ihren ursprünglichen Besitzern abkauften. Natürlich mußte dieTäuschung bald schwinden. Als es sich darum handelte, diese Actien gegen wirk-liches Geld einzulösen, zeigte sich die Schwindelei des ganzen Unternehmens. Nunverlangten Betrüger und Betrogene, der Staat — denn was verlangte man nichtin jenen Tagen Alles vom Staate — solle die Garantie übernehmen und die Actieneinlösen. Daß die Regierung nicht gleich auf das Ansinnen eiixging, war begreiflich.Schon am 1l. Sept. hatte sich eine Deputation des Actienvercins zu dem MinisterDoblhof verfügt und von ihm die Erfüllung der Swoboda'schen Versprechungenverlangt. Sie wurde abgewiesen und am folgenden Tage eine Kundmachung desMinisters angeschlagen, welche die thcilweise Einlösung der Actien in Aussicht stellte,gegen die Ruhestörer jedoch mit Strenge einzuschreiten drohte. Nach wenigen Stun-den war das Wort „Strenge" aus allen Placatcn gewaltsam herausgerissen oder we-nigstens durchstrichen. Schon am Morgen sammelten sich zahlreiche Gruppen aufdem Judenplatze vor dem Ministerialgebäude und discutirtcn lärmend den Acticn-verein und die ministeriellen Maßregeln. Als eine Abtheilung Nationalgarde her-anrückte, um das Ministerialgebäude zu besetzen, drängte ihr die Menge durch dasgeöffnete Thor nach und verübte in den Bureaux mannichfachcn Unfug. GegenMittag entfernte sich das Volk, das vergeblich den verkleidet entflohenen Ministeraufgesucht hatte, aus dem Innern, füllte aber nach wie vor den Josephsplah. DasNationalgardencommando glaubte der Bürgerwehr nicht unbedingt trauen zu könnenund verlangte militärische Unterstützung. Ein Grcnadierbataillvn machte sich aufden Weg, den Platz und das Ministerhotel zu besetzen. Es war seit den Mattagcndas erste mal, daß sich wieder das Militär zum Schutze der öffentlichen Ordnungzeigte. Die durch den Truppenmarsch gesteigerte Aufregung des Volks, verbundenmit der Versicherung der anwesenden Nationalgarden, die Ruhe herstellen zu wollen,hatten nach wenigen Stunden den Rückzug der Grenadiere zur Folge. Mit dereinbrechenden Nacht verlief sich die Menge, und der Krawall schien beendigt. ImRathe des demokratischen Vereins war es jedoch anders bestimmt. Der politischeEhrgeiz ließ die Mitglieder desselben nicht ruhen, denn seit der Auflösung desSicherheitsgusschusses besaßen sie keinen officiellen Wirkungskreis, keine» officieklanerkannten Einfluß. Sie wähnten nun den Augenblick gekommen, den Sicher-heitsausschuß in das Leben zurückzurufen und gleichzeitig an der Regierung ihrRachegelüste zu befriedigen. Es galt als höchster Triumph, wenn das Ministerium