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seine eigene Hülflosigkeir, die Unfähigkeit, ohne Mitwirkung einer improvisirten Bolks-behörde die 8iuhe zu erhalten, eingestehen und i» die Wiedereinsetzung des Sicher-hcitsausschusses willigen würde. In der Nacht vom 12. auf den 13. wurde derPlan, die Aufregung des Tages zu Gunsten des Sicherheitsausschusses auszubeuten,ersonnen, der nächste Morgen dazu benutzt, das neue Schlagwerk unter die Massenzu schleudern. Eine Volksversammlung in der Aula erklärte die Wiedereinsetzung desSicherheitsausschusses als einen Act der höchsten Nothwendigkeit und beschloß die zurDurchführung dieses Beschlusses geeigneten Schritte — eine bewaffnete Sturmpeti-tion einzuleiten. Es fehlte der Bewegung vom 13. Sept. jeder ostensible Leiter.Man wollte Alles auf die natürlichen Sympathien des Volks für die Studenten undden Sichcrheitsausschuß schieben (die Aula hieß allgemein der Reichstag der Prole-tarier); doch liegen die triftigsten Beweise vor, daß der Wiederausbruch der Unruhenbeabsichtigt und das Ziel der Bewegung sorgfältig vorbereitet war. Ob auch Mit-glieder des Reichstags von dem beabsichtigten Streiche unterrichtet waren, läßt sichnicht beweisen, doch möchte man es aus dem planmäßigen Vorgehen der Linken ver-muthen, als der Reichstag durch die Unklughcit des Ministeriums zum Theilnehmeran dem Straßenauflaufe gestempelt worden war.
Der Reichstag halte am Morgen des 13. Sept. über den Antrag des Abge-ordneten Brestel: der Stadt Wien zu Gunsten der bedrängten Gewerbe einen Cre-dit von zwei Millionen zu eröffnen, verhandelt und dann den seit mehren Wochenauf der Tagesordnung drohenden Selingcr-Straffer'schen Antrag auf ein Dankesvo-tum für die italienische Armee debattirt. Die geringe Befähigung des AntragstellersStraffer aus Tirol, der mit der Erzählung von Parabeln begann und mit redneri-schen Tiraden schloß, der unverhohlen ausgesprochene Haß der Pole» gegen die Ar-mee, die deutliche Verlegenheit der Rechten, welche die Armee nicht zu tadeln wagteund nicht loben wollte, die Leidenschaft des über die geringe Anerkennung der mili-tärischen Tapferkeit ergrimmten Kriegsministers machten die Debatte im höchstenGrade misliebig. Doppelt froh war daher die Versammlung, als die Verhandlung(um nie wieder aufgenommen zu werden!) abgebrochen und der Sitzungsschluß ver-kündet wurde. Noch hatte der Präsident denselben nicht formulirt, als der Kriegs-minister Latour die Tribune bestieg, um dem Reichstage mitzutheilen, daß nach einemanonymen Schreiben eine Aulaversammlung den Sturz des Ministeriums und dieSprengung deS Reichstags beabsichtige, daß in den Straßen die heftigste Gährungherrsche und auf den Wunsch der Nationalgarde das Militär zur Unterstützung her-anrücke. Sofort beantragte Löhner die Permanenz des Reichstags. Merkwürdiggenug ward der Antrag ohne Debatte einstimmig angenommen. Es lag doch nahe,das Mißtrauensvotum gegen die Regierung aus einem Antrage zu erkennen, wel-cher, wie der Minister Bach richtig bemerkte, die Exekutivgewalt in die Hände desReichstags zu legen bezweckte. Aber die Feigheit der Majorität, welche die Kammerschon von Barrikaden umstellt wähnte, machte diese blind gegen politische Erwägun-gen und vcrhalf der Linken zu einem glücklicherweise von ihr nicht benutzten Siege.Die Straßenbewcgung nahm keinen rechten Fortgang. Die Sympathien zeigten sichso gering, daß die Linke nicht den Muth fand, ihren Gesinnungen Raum zu gebenund den von Sierakowski gestellten Antrag, das Militär dem Reichstage unterzu-ordnen und den Sichcrheitsausschuß wieder einzusehen, ohne Unterstützung ließ. Auchverlor sich im Laufe der langen Stunden der Schrecken der Mehrheit, und machtediese wenig willig, die voreilig beschlossene Permanenz zu einem andern Zwecke aus-zubeuten, als verworrene und sich widersprechende Berichte anzuhören. Zuerst mel-dete ein Abgeordneter, daß die Studenten auf das feierlichste gegen die ihnen gestellteZumuthung, den Reichstag zu sprengen, protestiren. Dann kam die Nachricht, daßan die Legion und Garde gedruckte Zettel folgenden Inhalts vertheilt werden: „Nurder Sicherheitsausschuß kann uns aus unserer bedrängten Lage retten", und daß einbewaffneter Zug gegen das Kricgsministcrialgebäude, wo der Ministcrrath versammeltsaß, sich organisire. Nach einer Stunde, welche der Reichstag mit einer ziellosen