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Zehnter Band.
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277
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Lebe»smagnetismus — Magie. 277

Von hier an erst fallt dann die hemmende Schranke, welche es außerdem ewig hin-dern würde einzusehen,

Wie Alles sich zum Ganzen webt,

Eins in dem Andern wirkt und lebt,

wie dasselbe Göttliche, welches nach einer Seite hin an allen den unendlichen innernBewegungen des Kosmos sich manifestirt, nach einer andern Seite hin den Ausbauund das Lebe» unserer Adern und Nerven bedingt, und dadurch wieder nicht nur denBoden vorbereitet, auf welchem die Blüte des individuellen bewußte» Geistes hervor-brechen soll und endlich wirklich erscheint, sondern wie es alsdann diesen Geist selbstin seinen Gedanken nnttels all der unbewußten und bewußten Einflüsse dieser ge-summten Welt immerfort wunderbar anregt und bald in diese, bald in jene Färbungtaucht. Es ist hier nicht der Ort, tiefer in diese dem Felde der höher» Seelenlchreselbst angehörenden Wahrheiten einzugehen; aber gesagt mußte es doch sein, daß ganzvergebens versucht werden wird vom echt menschlichen Leben überhaupt, aber insbe-sondere von all den obengenanntcn Erscheinungen des Traumlebens, des animalenmagnetischen Einflusses, der Ahnung und jeder Art von Wirkung in die Ferne undHellsehen eine irgendwie genügende Einsicht zu erhalten, wenn nicht die volle An-erkenntniß jener eigenthümlichen Doppelnatur der Psyche ihrem merkwürdigen halbunbewußten und allgemeinen, halb bewußten und besondern Sein und Wesen nachvorhergegangen war. Gewiß! Fängt man nicht dadurch an, sich deutlich zu machen,wie wir doch selbst, und zwar eigentlich immerfort und überall, doch aber ganz be-sonders insoweit unser unbewußtes Seelenleben sich ausdehnt, vollständig intcgrircndeTheile des gesammten Weltganzen sind, dergestalt, daß nichts ist, was nicht irgendeine Wirkung, irgend eine Beziehung auf uns äußerte, dessen Leben nicht unser Le-ben irgendwie berührte, so wird man, blos vom Einzelnen ausgehend, nie zu be-greifen vermögen, wie auch nur eine einzige Thatsache der obigen Art sich bewahrheitenkönne, während, wenn jene Urwahrheit begriffen ist, man im Gegentheil in fort-währender Verwunderung leben möchte, daß nicht noch weit mehr von all den tau-send Wirkungen des Allgemeinen um uns her in unserer besondern Natur wieder-klinge. Ein großes Gesetz ist es aber, welches hier als bestimmend und ordnendeintritt, und dieses heißt: „Je mehr in der Seele der individuelle, selbstbewußte Geistin voller Schärfe des Gedankens hervortritt, um so mehr ist er den Einflüssen deseigenen wie des Unbewußten der Welt enthoben; je weniger dagegen ein klares Welt-und Selbstbewußtsein sich entwickelt, desto mehr ist die Seele aller jener Durch-stromung von den Kräften und Wirkungen der Welt zugänglich und desto mehr wirdsie dadurch bestimmt." Die Folge dieses Gesetzes ist es, daß das Thier, und zwarje niedriger stehend umsomehr, ganz in den Kreis des Natnrlebens eingetaucht er-scheint: magnetisch wird es in die Ferne gezogen, wenn seine Zeit der Wanderungkommt; magnetisch fliegt die Brieftaube, weit weggeführt, ihrer Brutstätte wieder zu;mit sicherer Vorahnung der Art des Winterwcttcrs verwahren manche Insekte» ihreVrut; und ebenso ist im Menschen der Schlaf mit seiner Traumwelt die Zeit, woihm die Ahnung manches Künftigen und sonst Verborgenen näher tritt als im Wachen,ja daher sogar schon im Alterthume und noch heute bei den Orientalen eine gewisseVerehrung gegen manche Formen des Wahnsinns, weil es den Völkern schien, alsoffenbarte sich zuweilen das Göttlich-Allwissende leichter durch die Seele eines solchengeistig Gestörten als sonst durch den klaren Menschenverstand des Gesunden. Undsehen wir denn nicht überhaupt, daß gewisse Jnstincte, ein gewisses Verlangen nachDingen, welche in allerlei Krankheitsnokh helfen sollen, gerade eben nur in Kranken,deren eigentliche Gcistcsklarheit gesunken ist, deutlicher hervortreten, wenn sie dagegenim Gesunden schweigen und hinwiederum bei Thieren oft genug vorkommen?

Von hier aus also begreifen wir nun wol, was den Menschen, so gewiß seinewahre und höhere Bestimmung ihn immer zum Lichte aufruft, und das schönste Feldseiner Thätigkeit nur im Bereiche des klaren selbstbewußten Geistes liegt, doch immervon Zeit zu Zeit gegen das dunkle Reich, des unbewußten Seelenlebens hingezogen