Band 
Zehnter Band.
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LeLensmagnetisruus — Magie. 293

hülfe des Unbewußten aufzurufen und zu starken. Nächstdem waren es dann Ent-wickclungszustände, wie insbesondere die in den Stufenjahren des weiblichen Geschlechtsvorkommenden, in Form von Bleichsucht, Menstruationsstörungen u. s. w. auftre»tenden, welche hier vielfältig Hülfe gefunden haben und finden werden, natürlichdeshalb, weil das eben hier zu kräftigende Bildungsleben stets am leichtesten durchallgemeine Hebung des Unbewußten gefördert wird. Was die Krankheiten im Ge-fäßsysteme betrifft, so sind es besonders die leichtern Formen der Entzündung, wiedie roscnartigen und dann die Congestivzustande nach einzelnen Organen, welchemesmerisch Ableitung und Hülfe erlangten, dahingegen bei heftigern Entzündungenund Fiebern das gesammte unbewußte Naturleben des Organismus in der Regeldergestalt in sich verwickelt und vom Äußern abgelenkt erscheint, daß die magnetischeEinwirkung wenig Macht darauf zu üben vermag. Endlich sind denn auch alle Un-terleibsleiden, insofern sie nicht durch Krämpfe bedingt wurden, alle organischen Vcr-bildungen, mit Ausnahme äußerer Drüsenanschwellungen, bei welchen Berührungund Bestreichen oftmals sich wirksam zeigte, endlich aber und namentlich alle aufirgend einer Vergiftung der Säftemasse beruhenden Krankheitsformen dem Mesme-rismus ebenso unzugänglich wie alle jene Fälle, in denen von einem chirurgisch-ope-rativen Verfahren allein Hülfe erwartet werden kann.

Was nun die Maximen betrifft, nach welchen der Arzt die Anwendung desMagnetismus zu bestimmen und auszuführen hat, so müssen sie freilich vor allemdurch eine genaue diagnostische Kenntniß jedes einzelnen vorliegenden Falles geleitetund festgesetzt werden, und ist darüber dem größer» Publicum gegenüber nicht wei-ter ins Einzelne zu gehen. Ein Umstand jedoch ist hier besonders hervorzuheben,als ein solcher, der auch den Augen deS Laien deutlich werden, muß, und der ist fol-gender: Wenn, wie aus dem Vorigen hervorgegangen sein wird, namentlich einegewisse Herabsetzung deS bewußten Seelenlebens und somit Hcrabstimmung heftigerschmerzhafter Empfindungen sowie Beruhigung krankhafter Bewegungen als ersteEinwirkung jeder nur einigermaßen kräftigen mesmcrischcn Behandlung sich bemerk-lich macht, und diesem dann die Hebung des Unbewußten, Neigung zum Schlaf undwirklicher Schlaf sich gewöhnlich unmittelbar anschließt, so kann man zunächst wolverstehen, welch wichtiger Gebrauch schon in dieser Beziehung zu Beruhigung man-cher stürmischen Zufälle gemacht werden kann. Was aber weniger beachtet undselbst von Ärzten oft genug bei solchen Einwirkungen vernachlässigt wird, ist, daßvon hier aus zugleich eine treffliche Gelegenheit entnommen werden kann, nun nebender magnetischen Behandlung andere angemessene innere oder äußere Heilmittel inAnwendung zu bringen, welche nun, nachdem der Organismus so gewissermaßen erstzur Ruhe gebracht worden war, oftmals eine höchst erwünschte Einwirkung da zeigenwerden, wo vorher mit dergleichen irgend eine nachhaltige Wirkung durchaus nichterzielt werden konnte. Ich erinnere mich eines solchen Falles mit einer jungen rus-sischen Dame, welche in der Zeit ihrer Entwickelung von so furchtbaren krampfhaftenHustenanfällen, mit allgemeinen Konvulsionen verbunden, ergriffen wurde, daß keineder sonst so oft hülfreichen angemessenen medicamentosen Einwirkungen im Standewar, die Heftigkeit dieser Anfälle irgend zu lindern. Nach wochenlanger Dauerdieser Accesse, welche zugleich jeden andern tiefer eingreifenden Hcilplan völlig unmög-lich erscheinen ließen, schritt ich zur Anwendung des Mesmcrismus, und schon beiden ersten Manipulationen während eines heftigen Anfalles, erfolgte nach vier Minu-ten vollkommene Ruhe und Schlaf; zwar kehrten die Anfälle die nächsten Tage wie-der, allein das Mittel war nun gefunden, dem Organismus Ruhe zu schaffen undmit ihm die Möglichkeit, von da an kräftiger auf das Innere dieser zarten, aberskrophulösen Constitution zu wirken. Bald brachten jetzt die geeigneten Medicamentedie eigenthümlichsten — einmal an einem andern Orte zu beschreibenden — Aus-scheidungen als Krisen hervor, und nun hörte auch die Disposition zu jenen Kräm-vfen auf, wonach dann eine Cur in Eins die Heilung einer Krankheit beendete,