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Lebensmaguetiömus — Magie.
scher Gewalt, sobald sie auch nur in kleinster Menge unsern Säften mitgetheilt wur-den, uns entweder unmittelbar zum Tode führen, oder sofort tödtliche Krankheitenerregen, obwol hier weder mechanisch noch chemisch (da sie nichts Anderes als die vierallgemeinen Urstoffe alles Thierlebens: Oxygen, Carbon, Nitrogen und Hydrogenenthalten) solche Wirkung auch nur einigermaßen erklärt werden könnte, sondern alseine rein dynamische oder mesmcrische betrachtet werden muß. Besonders aber ver-wandt der magnetischen Einwirkung eines auf den andern Menschen ist diejenige,welche einzelne auf der Hohe des Pflanzenlebcns erzeugte Substanzen, wie nament-lich das Opium, ausüben, als welche in den Körper gebracht, ja nur als Dunst ge-athmet, ein entschiedenes Herabsetzen des bewußten Seelenlebens bewirken, den Geistgleichsam eintauchen in das stille in sich gekehrte Leben der Pflanzenwelt, und somitunter alle Stufen des magnetischen Schlafes hervorrufen.
Man darf nur etwas länger bei Erfahrungen dieser Art verweilen und tieferin diese Vorstellung von magnetischer Einwirkung des Naturkörpers überhaupt aufmenschlisches Leben sich hineindenken, um sich zu überzeugen, wie gar nicht so un-gleichartig, als es auf den ersten Blick scheint, diese verschiedenen Arten magne-tischer oder vielmehr mesmerischer *) Einwirkung sich gegeneinander verhalten, undwie zweckmäßig es daher auch in dieser Hinsicht sein müsse, beide miteinander inangemessener Weise zum Wohle des Kranken zu verbinden.
Schon jetzt wird man also ein anderes Bild von der heilenden Einwirkung deSMesmerismus bei Krankheiten erhalten haben, als davon im Publicum gewöhnlichverbreitet ist, und namentlich einsehe», wie absurd und durchaus auf unklaren Vor-stellungen beruhend es sei, wenn man eine magnetische Behandlung sich denkt, wozueben gar keine weitere Kenntniß von der Natur der zu behandelnden Krankheit, vonden Wegen, aus welchen das Unbewußte Göttliche im Kranken gerade in diesemFalle die Tendenz habe, sich zur Gesundheit zurückzubilden, und von den Mittelngehöre, welche am angemessensten eine solche Tendenz unterstützen könnten. Leiderliegt in dieser Beziehung die magnetische Praxis wirklich noch sehr im Argen; dieMenge, welche von nichts weniger als von rationeller Medicin einen Begriff hat,läuft zu sogenannten Magnetiscurs, die nicht mehr davon verstehen, als sie selbst,und die wissenschaftlich befähigten Arzte begünstigen oftmals dieses Widersinnige, in-dem sie überhaupt mit dem Mesmerismus sich gründlicher zu beschäftigen unter ihrerWürde halten und dadurch gewissermaßen selbst — indem sie ei» in vielen Fällenso äußerst wichtiges Hülfsmittel vernachlässigen — das Volk dazu drängen, sich jenenEmpirikern in die Arme zu werfen. Gewiß ist es bei allcdem, daß man als Re-gel es aufstellen dürfe: „in jedem Falle, wo der Arzt aus der Natur und demGange des Übels mit Entschiedenheit voraussehen kann, daß mittels der gewöhnlichenmedicamentosen Einwirkung der gegen die Gesundheit gewendete Gang der Krank-heit ohne Anwendung des Lebcnsmagnctismus zweckmäßig gefördert und so die Hei-lung in der schon von den Alten gefederten Weise sicher, schnell und mild erreichtwerden könne, da soll man ein Mittel, wie den Mcmerismus, für dessen Anwen-dung so selten alle Bedingungen erfüllt werden können, nicht den Kranken obtru-diren, sondern die einfachste Behandlung durch Anordnung der zweckmäßigsten Diät,Regimens und Heilmittel allemal vorziehen."
Es ist dies ein Satz, der keineswegs mit dem obigen, wo der Mesmerismusdas Urheilmittel genannt wurde, im Widersprüche sich befindet, denn die Natur mitihrem große» Verrathe von Kräften der verschiedensten Art, sie steht jedem einzelnenMenschen als ein unendliches Ganzes gegenüber und wird daher auch nie ihre Wir-kung diesem Einzelnen versagen, dahingegen der LebcnsmagnetismuS, als durch und
*) Will man zwischen Lebensmagnctismus und Mesmerismus überhaupt einen Unterschiedmachen (nach dem Borgange von Enncmoser), so kann man ihn nur darauf gründen, daßman den ersten blos als in der Wirkung von Menschen auf Menschen, den andern aber alsin der Einwirkung des Menschen und der gesammtcn Natur auf den Menschen bestehendannimmt.