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Zehnter Band.
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Lebensmagnetismus — Magie.

hier mit großer Vorsicht und ich mochte sagen, Keuschheit des Gedankens verfahrenwerde. Dergleichen Schlafende sind nämlich einmal sehr empfindlich, entweder ge-wisse Anschauungen ihres Magnetiseurs oder eigener früherer Lecturen aufzunehmenund mit ihren natürlichen Visionen zu vermischen, und ein andermal sind sie auchsehr leicht zu stören, aufzuregen und durch Einwirkcnlasscn fremdartiger Interessenzu einer Art von Komödiantinnen zu machen, aus deren Mitte dann gewöhnlich jenefalschen Somnambulen hervorgehen, gegen welche ich oben gewarnt habe. Daß nundies Alles den wirklichen Gebrauch und Nutzen dieser Art von Clairvoyance für dieärztliche Anwendung im öffentlichen Leben bedeutend beschränken müsse und ihm nurselten Raum geben könne, versteht sich hiernach von selbst.

Nach all diesem ist es jetzt noch übrig von den Mitteln zu sprechen, welche zuverschiedenen Zeiten in Anwendung gebracht worden sind, um dadurch gewissermaßendie Einwirkung des lebendigen Magnetiseurs entweder einstweilen zu vertreten oderüberhaupt zu ersetzen, ja mitunter auch wol zu verstärken. Allerdings pflegt beiallen länger dauernden magnetischen Euren ein eigenes Abhängigkeitsverhältniß ein-zutreten, welches für den Magnetiseur gewissermaßen bindend wird, und oft schwermit gleichzeitiger Sorge für mehrere Kranke zu vereinigen ist. Für diese Fälle dachtebereits Mesmer an Hülfsmittel einer zeitweise» Vertretung, und das erste und sicherauch das angemessenste ist das magnetisirte Wasser. Schon in meinem „System derPhysiologie" habe ich darauf aufmerksam gemacht, wie, da jeder lebende Körper, undder vollkommenste derselben, der menschliche, um so mehr, stets in Wechselwirkung mitder Natur, und insofern also auch in steter unmerklicher Auflösung in seiner Atmo-sphäre begriffen ist, wir nothwendig auch jeden dieser Körper, und wieder den mensch-lichen um so mehr, mit einem eigenen kleinen Dunstkreise umgeben finden müssen, wel-cher zwar stets in der Luft sich zerstreut, aber auch stets wieder gebildet wird, undvon empfindlichen Personen immer sehr deutlich, von unempfindlichen freilich oftgar nicht wahrgenommen zu werden pflegt. Dieser Dunstkreis ist es, welcher invielen Fällen die Ansteckung vermittelt, welcher Kleidern, Tüchern u. s. w., selbstwenn sie nur wenig getragen sind, sogleich etwas von der Individualität des Trä-gers mittheilt, und wie lange denn an solchen Gegenständen, ja am Erdboden selbstnach flüchtiger Berührung, davon etwas haften bleiben könne, beweist das Auf-spüren Verlorener durch wohlabgcrichtete Jagdhunde, und beweist das aus den Fuß-tapfen entnommene Aufspüren von Freund oder Feind bei den Wilden. Nach sol-chen Vorbetrachtungen wird man es daher keineswegs seltsam, sondern nur ganznothwendig finden, daß magnetisirte und dadurch gerade in ihrem unbewußten Lebenzu erhöhter Empfänglichkeit gebrachte Personen sehr entschieden nicht nur das vornMagnetiseur berührte oder angehauchte Wasser von andern« Wasser unterscheiden,sondern auch einen Theil der von« Magnetiseur für sie ausgehenden Heilwirkung durchdas Trinken desselben empfangen. Die Art, das Wasser zu magnetisiren, bestehtblos darin, daß man einige Minuten lang ein Glas oder eine Flasche reinen frischenWassers entweder mit einer Hand umfaßt und mit der andern flach darüber gehal-tenen mehrfältig daran hinstreicht, mit den zusammengehaltenen Fingerspitzen bis andie Wasserfläche gehende gleichsam hincinschnellende Bewegungen macht, und einige-mal daraufhaucht, oder daß man das Wassergefäß zwischen den Knien hält undjene Bewegungen mit beiden Händen ausführt. Magnetische Kranke unterscheidenein solches Wasser augenblicklich und empfinden entschiedene Einwirkungen davon.Eine Kranke z. B., welche in schmerzhaften Luftauftreibungcn im Magen und liuo-elsnum viel zu leiden pflegte und welcher magnetisches Bcstreichen der Präcvrdicnstarkes Luftaufstoßen mit Erleichterung bewirkte, erhielt ganz dasselbe Luftaufstoßensogleich nach dem ersten Schluck magnetisirte» Wassers, während sie nichtmagncti-sirtes Wasser überhaupt schwer vertrug und von demselben diese Wirkung nie em-pfand. Das magnetisirte Wasser ist daher jedenfalls ein sehr nützliches Hülfsmittelmagnetischer Euren und verdient nicht nur zum Trinken, sondern auch bei manchenörtlichen Leiden als Wasch - oder Ueberschlagwasser vielfache Anwendung.