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Die neuere Physiologie rc.
welche ihm bisher als Vehikel diente, und die nun leblos zu Grunde geht. Einmerkwürdiges Bildungsleben aber tritt nun in dem Hintern Theile dieser an ihremWohnorte angelangten und frei gewordene» Wurmschläuche auf. Der ganzeSchlauch erfüllt sich mit Keimkörnern, die wie es scheint als Knospen an seinerinnern Wand entstehen, sich ablösen und in die Höhlung hineinfallen. Dort wach-sen diese Keimköcner allmälig zu Würmern aus, zu einer eigenthümlichen Art vonLarven, die man Schwanzwürmchen (Cercaricn) genannt hat. Das Vordertheildieser Schwanzwürmchcn gleicht einem Saugwurm, das Hintcrlheil ist meist voneinem langen Schwanke gebildet, mittels dessen diese Cercaricn behende im Masterumherschwimmen können. Sind sie einmal so weit fortgeschritten in ihrer Bildung,so brechen sie aus den Wurmschläuchen, in denen sie erzeugt wurden, aus, schwim-men eine zeitlang frei im Wasser umher, und bohren sich dann in verschiedene Was-serthiere, besonders in Insektenlarven ein, in welchen sie sich sofort verpuppen. Beidieser Einpuppung geht der Schwanz verloren. Das cingepuppte Würmchen gleichtnun ganz einem Saugwurm, dessen Geschlechtsorgane noch nicht entwickelt sind.Wird die Insektenlarve von einem Frosche, einem Vogel, einem Säugethiere gefres-sen und gelangt dadurch in den Darmkanal dieses Thieres, der dem vollkommenenSaugwurm zum Wohnort bestimmt ist, so bricht das Würmchen aus seiner Pup-penhülle hervor, seine Geschlechtsorgane entwickeln sich, und als vollständig ausgebil-deter Saugwurm erzeugt es neue Jungen, die den beschriebenen Lcbenscyklus un-mittelbar erneuern.
Hier ist also in den Lcbenscyklus der Saugwurmgattung jener Wurmschlaucheingeschoben, der sick aus Kosten des Jungen bildet und der nur dazu bestimmtscheint, eine große Anzahl von Keimen zu erzeugen, die ihrerseits zu Saugwür-"mern sich ausbilden. Der Wurmschlauch ist freilich eine außerordentlich unausgebil-deke individuelle Form, aber in andern Fällen kann diese cingeschobenc ungeschlecht-liche Form eine ebenso hohe Ausbildung erreichen als diejenige, welche den Cyklusauf geschlechtlichem Wege durchführt. Bei den Blattläusen folgen sich während desganzen Sommers Generationen von ungeschlechtlichen Individuen, welche durch innereKnospung entstehen und erst im Herbste in geschlechtliche Individuen endigen, welcheEier legen. Bei den Bandwürmern ist der Kopf mit dem Halse, welcher durchäußere Knospung die geschlechtlichen Individuen oder die Glieder erzeugt, durch seinlanges Leben weit mehr befähigt, die Existenz der Gattung zu sichern, als jene ge-schlechtlichen Glieder, die nach ihrer Loslösung nur ein sehr ephemeres Dasein besitzen.Es würde viel zu weit führen, wollten wir all die einzelnen Modisicationen, die sichin diesen Vorgängen finden, hier auseinandersetzen. Sie lassen sich alle mehr oderminder leicht auf das angegebene Grundschema zurückführen. Für uns sind sie in-sofern noch von Wichtigkeit, als sie uns namentlich den Vorgang der innernKnospung veranschaulichen.
Auch in diesem Vorgänge läßt sich eine allmälige Gradation nach Productund Stätte nachweisen. Bei den erwähnten Wurmlchläuchen ist es die ganze Ober-fläche der innern Höhlung deS Schlauches, auf welcher sich die Knospen entwickelnkönnen: die Knospen selbst zeigen sich in diesem Falle bald in Gestalt eines einfachenKlümpchens organischer Masse, bald auch in Form von Zellen, welche mit primiti-ven Eiern einige Ähnlichkeit haben. Je höher das Individuum organisirl ist, dasder innern Knospung vorsteht, desto mehr ist diese Funktion auch auf einen be-stimmten Raum, auf einen Keimstock oder eine Keimröhre beschränkt. Bei denBlattläusen geht die Äusbildung dieser innern Keimröhrcn so weit, daß die Keim-organe von den Geschlechtsorganen der Weibchen nur durch den Mangel derjenigenTheile unterschiede» sind, welche zur Aufnahme des männlichen Samens dienen, unddaß ebenso die Keime den Eiern und die Entwickelung der Keime zu Jungen derEntwickelung der Eier zu Jungen auf das täuschendste ähnlich sehen.
Mit Ausnahme der Urthiere erscheinen die übrigen Formen der ungeschlechtli-chen Fortpflanzung nur bei solchen Tbierclassen in welchen auch nebenbei geschlecht-