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Zehnter Band.
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Die neuere Physiologie rc.

letzter» einschließt. Ja, wenn ganz neuerdings angestellte Beobachtungen sich alsallgemeine Regel erweisen sollten, so entsteht zuerst unter allen Embryonaltheilen derhinterste Abschnitt des Darmes, der Afterdarm, dann diejenigen Glieder, welche mitdem Verdauungsproccß in nächster Verbindung stehen, später die andern, welche denDotter nicht umfassen, sodaß dieser auf dem Rücken liegen bleibt. Ein inneresSkelet fehlt ganz; keine Wirbelsaite wird gebildet; das Centralnervensystem entstehterst spät; der Darm bildet sich durch Aushöhlung der compacken Dottermasse, nichtdurch Zusammenwachsen der Ränder einer anfangs offenen Hohlkehle, wie bei denWirbelthiercn; das Herz endlich erscheint erst zuleht in der Reihe wichtigerer Or-gane. Alle diese Vorgänge sind meistens mit einer nur partiellen Dotterfurchungverknüpft, die von Anfang an streng geschieden dem Dottermatcriale gegenüberstehtund aus einzelnen Inseln besteht, aus welchen erst durch Zusammenfließen eineflächenartig ausgebreitete Schicht, die sogenannte Keimhaut, hervorgcbildet wird,welche nach und nach über den Dotter hinüberwächst. Aber es finden sich aucheinige Fälle bei den Gliederthieren, wo das Ei eine gänzliche Furchung durchmachtund wo nichtsdestoweniger derselbe Gegensatz zwischen Keimscheibe, Embryonalanlageund Dottermasse sich hervorbildet. Die erste Embryonalanlage enthalt die Elementezur Bildung verschiedener Organe, wie wir oben gesehen haben; für einen Theil desDarmes, für Muskelanlagen, für einige Glieder; erst später entstehen nach und nacheinzelne weitere Abschnitte; das Gliederthier setzt sich gewissermaßen aus einzelnenhintereinander liegenden Abschnitte successiv zusammen, während das Wirbelthierseiner ganzen Länge nach entsteht, aber aus übereinander liegenden Schichten, diesich von der Bauchflächc her der ursprünglichen Embryonalanlage anschließen. Ausder Rückenlage des Dotters erklärt sich aber auch die verschiedene Lage der Organebei dem Gliederthier. Verlängert man bei dem Menschen z. B. oder bei einemWirbelthiere überhaupt in Gedanken das Herz so, daß es einen langen Schlauchdarstellt, welches sich von dem Halse durch die Brust und den ganzen Bauchhinzöge, so würde auf einem idealen Durchschnitte die Lage der Theile folgender-maßen sich gestalten: längs der Bauchfläche das Herz, längs der Rückenfläche dasCentralnervensystem, und in der Mitte zwischen beiden der Darmkanal. Bei einemGliederthiere würde die Lage der Organe zueinander ebenfalls durchaus dieselbe sein,nur mit dem Unterschiede, daß auf dem Rücken das Herz, auf der Brustfläche dasCentralnervensystem sich fände. Man hatte demnach schon früher so Unrecht nicht,wenn man behauptete, die Gliederthiere seien gewissermaßen Wirbelthiere, welche aufdem Rücken gingen, die genauere Nachmessung aber, wie dieser Typus sich hervor-bildct, gehört einzig der Entwickelungsgeschichte an, sowie diese auch das Verdiensthat, die Versuche zurückzuweisen, welche ma» bis in die neueste Zeit öfter wieder-holte, nämlich die Gliederwürmer in denselben TypuS mit den übrigen Glicderthie-ren zu reihen, während sie doch einer ganz ander» Abtheilung des Thierrciches an-gehören, oder gar eine Einheit des Planes zwischen Wirbel - und Gliederthiere» zubehaupten.

Eine dritte Art der Entgcgenstellung des Dotters gegen die Embryonalanlageist bei den sogenannten Kopffüßlern (Cephalopoden), den Tintenfischen und ihrenVerwandten beobachtet worden: hier findet sich eine höchst beschränkte Zcllcnanlage,in sehr eigenthümlicher Weise entstanden, von welcher aus die Furchung nach allenSeiten hinstrahlt und dann die Embryonalanlage auswächst, die allmälig den Dot-ter umfaßt. Die verschiedenen Organe des Embryo lagern sich nun in der Weiseaneinander, daß der Kopftheil des Jungen dem Dotter zugewendet, das Hintertheildes Bauchsackes von ihm abgewendet erscheint. Anfangs sitzt der Embryo gleichsamwie eine Scheibe auf dem Dotter auf, der unverhältnißmäßig groß ist; zuerst ent-steht der Mantel, dann bildet sich der Trichter, weiterhin die Augen, und an demOrte, wo Embryonaltheile und Dotter zusammenstoßen, findet man zuletzt die Arme,welche als kleine Vorsprünge den Dotter von allen Seiten einfassen. Dieser liegtgerade dem Munde gegenüber in der Fortsetzung der centralen Leibesachse und bil-