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Eilfter Band.
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256 Norwegen.

b) Meerbusen und Fjorde.

Charakteristisch für Norwegen und in vollkommenem Einklang mit der orogra»phischen Gestaltung des Landes sind die schon erwähnten tiefen Küstcneinschnitte,die, hier ganz die Stelle der Längen- und Querthälcr einnehmend, nicht nur tiefhineingehende Busen oder Föhrden, sondern auch, durch Querschnitte, eine Reihevon unzähligen größer» oder kleinern Küsteninscln bilden, sodaß das Land, nur mitwenigen Ausnahmen, ganz von einer Jnselrcihe umgeben ist, die eine Menge treff-licher Häfen darbietet, und an welcher sich die Wogen des,Occans so vollständigbrechen, daß man dahinter auch mit kleiner» Kähnen beim stürmischsten Wetter sichervon einem Küstenorte nach dem andern rudern kann. An der Südostseite, oder derSkagerrackküste, tritt diese Konfiguration noch nicht so deutlich hervor: die Inselnsind kleiner und mehr unregelmäßig gelegen; auf der ganzen Westküste hingegen sinddie Inseln in Reihen oder Gruppen geordnet und viele derselben von beträchtlicherGröße. Das Land ist hier meist so hoch und die kleinern Meerenge», welche dieeinzelnen Inseln einer und derselben Gruppe scheiden, so schmal, daß die breiter«Mceresarme, welche die Gruppen voneinander trennen, für das Auge ganz das Aus-sehen von Föhrden haben und eigentlich auch als solche anzusehen sind. Bon dengrößer» Föhrden Norwegens ist an der Südostküste besonders der Christianiasjord zunennen, welcher, 13 geographische Meilen gegen Norden, tief in die fruchtbarsten undbest bevölkerten Gefilde des Landes hineinschneidend, mehre Scitcncinschnittc bildetund sechs Städte, unter welchen die Hauptstadt Christiania selbst, nebst mehrenFlecken an seinen Ufern, drei andere Städte in seiner unmittelbaren Umgebung zählt.Westlich von dem Christianiafjord ist der nicht lange, doch in kommerzieller Rücksichtsehr wichtige Langesund oder Skiensfjord, der drei Städte und ebenso viel Flecke»zählt und die Skiens-Elv, den Ausfluß des großen Strvmsystems von Thelemarkcn,aufnimmt. Weiterhin gen Weste» trifft man keine Busen von Bedeutung, bis ma»an den großen, vielfach ausgezackten Bukn- oder Stavangcrfjord auf der westliche»Küste kommt. Er hat den letzter» Name» von der Stadt Stavanger, die nicht weilvon der Einmündung, an der Südseite, liegt. Der Busen enthält mehre große Zn>sein und sendet viele enge Arme tief in die Gcbirgsmassc hinein, von welchen ins>besondere der Lysesjord als ein furchtbarer Felsenriß anzusehen ist. Die.Einmündungau der Nordseite begrenzt die große, wohlangebaute Insel Karin-O, in dere»Nähe der reichste Hcringsfang im Frühling betrieben wird. Einige Meilen nörd'lich von der Karin-O fängt der große, gegen Nordosten eingehende Hardangerfjordan, erstlich an der westlichen Seite von großen Inseln, später von festem Lande ei»'geschlossen. Dieser Meerbusen schießt mehre große Seitenarme aus, von welchen d^Aakrefjord, der gegen Osten, und der Sörfjord, der gegen Süden eingeht, eine grossHalbinsel bilden, deren flachen Rücken das große Schneefcld Folgefonden einnininü'Keine Föhrde Norwegens hat großartigere und mehr reizende Umgebungen als d^Hardangerfjord, insbesondere der Sörfjord, an dessen Ufer dichte Laubwälder, reizend^schräg hinabgehende Wiesen und üppige Obstgärten wechseln mit schroffen, hininmhohen Felsen, von denen silberne Wasserfälle niederstürze», und wo der schnecglänzemFolgefonden immer im Hintergründe thront. Der tiefste Buseneinschnitt im ga»i^Norwegen ist der Sognefjord, nördlich von Bergen. Er geht ungefähr 17 geogk^phische Meile» gegen Osten, doch mit niehren Krümmungen, inS Land hinein, bild.viele Arme und ist mehr als irgendeine andere Föhrdc Norwegen- als ein Felst"^in kolossalen Dimensionen anzusehen. Seine Umgebungen wetteifern in Anmuthgroßartigen Formen „ist denen' des Hardangerfjord. Im Norden des Sognefjordan Trondhjem gehen die Föhrden nicht so tief hinein ; die größer» Inseln wes,hingegen häufiger, und die diese trennenden Meerengen nehmen den Platz derden ein. Unweit des Eingangs zum großen Trondhjcmsfjord finden sich die d ,größten Inseln des südlichen Norwegen: die Hittercn, mit einen, Fla'chcnraume ^etwa 18 geographischen Quadratmeilen; die Smölen (5 Quadratmeilen); die Fr»» ^(3/, Quadratmeilen), die meist flach sind und ziemlich wohl angebaut.