Band 
Eilfter Band.
Seite
257
JPEG-Download
 

Norwegen. 257

Trondhjemsfjord, erst gegen Südosten, dann gegen Nordosten mit bedeutender innerer. r^^erung sich in einer Gesammtlänge von etwa 16 geographischen Meilen erstreckend,ha» seinen Namen von der Stadt Trondhjem (Drontheim), die an dessen Südseite ge-legen ist. Die Umgebungen dieser Föhrden tragen nicht den gewöhnlichen CharakterMeerbusen. Sie sind vergleichsweise niedrig, hügelig, wohl angebautund dicht bewohnt. Außer Trondhjem liegt hier auch die Stadt Levanger, nebstmngen Flecken. Mächtige Ströme, wie die Orka, die Gula, die Nid und die vomSnaasensec kommende Sjaker-Elv, gießen sich in die verschiedenen Bassins dieserFohrde aus. Weiter gegen Norden tritt wiederum der inselartige Charakter der Küstehervor, und die größten Föhrden im Süden Nordlands, der Ranen- und deraltcnfjord, insbesondere der erstere, sind beinahe als Wiederholungen der Trondhjems-kohrde in kleinerm Maßstabe anzusehen- Die bedeutendste Föhrde Nördlands, derenÄußere Seite jedoch nur aus einer Jnselrcihc besteht, ist der Vestfjord, welcher diese^nselreihe, die Lofoten, vom festen Land trennt, und auf deren Außenseite der reichstea chaufang in Norwegen seit Jahrhunderte» getrieben wird. Hier und weiter gegensich auch die größten Inseln des ganzen Ncichs. Die größte von allen,"" der Nordseite des Vestfjord, hat ein Areal von ungefähr 46 geogra-Se" ^uadratmeilen. Nur wenig geringer sind die weiter gen Norden gelegenencav kn/-» vmo, Ningvatsö; auch ist die Magerö, deren nördlichste Spitze das Nord«meig e>n>,'e ^EUtender Größe. Tiefe, spärlich angebaute Föhrden gehen hier,,r von furchtbaren, kolossalen Gcbirgsmassen umgeben, ins Land hinein: die größte'st ver vorsangen, östlich vom Nordcap; die am wenigsten wilde und am meistenvon angebautem Lande umgebene ist Alten, mehr westlich. Von Osten her geht der

Varangerfjord südlich der Festung Vardöhuus vorbei in die Einöden von Finnmarkenhinein.

c) Strömungen.

Die Meeresströmungen an der Küste Norwegens sind sehr verschieden. Ebbellnd Flut zeigen sich in bedeutendem Grade längs der nördlichen und westlichen Küstebis nach dem Vorgebirge Stadt (62° 10' nördlicher Breite): die Flut steigt hierr-gelmäßig bis 6 oder 7 Fuß, bei sogenannter Springflut sogar bis 8 Fuß. -Weiter«Zgen Süden nimmt die Fluthöhe allmälig ab. In Bergen betragt sie noch beiSpringflut 7 Fuß ; doch bei Stavanger ist sie kaum mehr bemerkbar, "och weniger«n Skagerrack Das Meer selbst ist hier so sehr beengt, daß die ganze Wassermasseauf einmal und aller Orten gleichmäßig vom Monde angezogen wird. Aus derzerrissenen Configuration der norwegischen Westküste erfolgt, daß die Flut und Ebb-hwr, üwem sie sich durch die vielen Meerengen den Weg bahnt, eine Menge starker,blswcilen sogar gefährlicher Strömungen hervorbringt. -Die gewaltigste und g-sahr«"chste von allen ist der Saltstrom. Der oben erwähnte Saltenfjord, rm Innern sehrlang und ziemlich breit, hat nämlich in der Mündung zwei große Inseln, quer vordem Eingänge liegend, svdaß das innere Bassin nur durch drei schmale Rinnen mitdem Meere verbunden ist. Hieraus folgt, daß bei Flut das Meerwasser, das nichtso schnell hineinkommen kann, außen, und bei Ebbe wiederum das Wasser des innernBassins innen aufgestaut wird. Jndeni nun die aufgestauten Wassermasse'' >hrGleichgewicht herzustellen suchen, werden in den drei schmalen Rinnen furchtbareStrudel erzeugt, die nicht selten Boote verschlingen und vielleicht die größten Schiffeherunterziehen oder an den Felsen zerschellen können. Und doch könne» in den Zwi-schenzeiten bei ruhigem Wasser hier auch die kleinsten Kähne ohne die nundestc Ge-fahr durchkommen. Der zweite, nicht unbedeutende, doch weit mehr, als er es ver-°unt, namenskundige Strudel ist der Mosköstrom zwischen der Moskenesmsel,Gersten größten Insel der Lofotenreihe, und der kleinen Moskö. Dieser Strom, °

°ben erwähnten Vestfjord mit dem Ocean verbindet, ist nicht sowol v°>'

«lut, als von Wind und Wetter abhängig. Wenn heftige Weststurme auf dem ^ceanDie Gegenwart. XI.