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Eilfter Band.
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Norwegen. 267

werden mußte, legte man schwedische Truppen unter dem Scheine eines Lustlagers»ach Christiania, zog an der Grenze Truppen in einer Anzahl zusammen, w.e dieVerfassung nicht erlaubte, und schickte auch eine schwedische Escadre in den Hasenvon Christiania. Das Storthing hielt dennoch Stand, und das ganze Attentat emesStaatsstreichs, wenn übrigens ein solcher beabsichtigt war, scheiterte an der Belonne»heit und festen Haltung der Nation. Es war damals auch von diplomatischen Inter-ventionen die Rede, was aber bisher sehr zweifelhaft geblieben. Alles ging ruhigvorüber, und der König begnügte sich, die Abänderungsvorschläge dem nächsten LUvrihnigvorzulegen. Das Storthing wies alle diese Anträge besonnen und kräftig, doch mfeiner und höflicher Weise zurück, und obgleich sie auf mehren Storthmgeu erneuertwurden, geschah doch dies, wie es scheint, mehr der Form willen. Auch d>e »o-lehnung erfolgte nur als eine Form ohne alles Naisonnement. Späterhin waren esmehr die unionellen Verhältnisse, welche Reibungen hervorbrachten. Norwegen, da-ss gut wie Schweden und Dänemark vor und während der Kalmar-Unio» ein eigenes,selbständiges Reich gewesen war, federte »ach seiner Wiederberufung zur Selbständig-keit auch dies anerkannt und die Anerkennung in allen Beziehungen durchgesuhrtzu sehen. Dies war insofern schwierig, als die übrigen Mächte und Nationen Europasschon seit der. langen Zeit, wo Norwegen nur als ein Theil des dänischen Reichs be-trachtet wurde, sich ganz entwöhnt hatten, Norwegen anders denn als Provinz anzu-sehen und zu benennen. Es fiel Niemand ein, Norwegen als ein wirkliches Reichzu betrachten, und die Vereinigung Norwegens mit Schweden wurde gewöhnlich ober-flächlich nur so aufgefaßt, als ob das nämliche Verhältniß, das früher zwischen Dä-nemark und Norwegen bestanden, jetzt zwischen Schweden und Norwegen bestehe, odermit andern Worssn, als ob Norwegen nur ein Theil des schwedischen Reichs wäre.Schwcdischerseits beeilte man sich, wie begreiflich, nicht, das europäische Publicumeines Bessern zu belehren, und der König, der es oft hören mußte, daß die jetzigePersonalunion Norwegens mit Schweden ein schlechter Ersatz für das verlorene Finn-land sei, mochte wol auch wünschen, daß der rechte Sachbestand dem schwedischenVolke nicht deutlich einleuchte. ' .

Norwegen mußte somit selbst die ziemlich kitzliche Sache übernehmen, die öffent-liche Anerkennung seiner Selbständigkeit durchzusetzen; und da der Komg aus dem»wähnten Grunde sich durch alle darauf hinzielende Foderungcn schmerzlich berührt,Reicht auch ein wenig compromittirt fühlte, entstand eine Reihe von gegenseitigenNeckereien, in welchen die schwedische Nation mir dem Könige Partei nahm, unddie nicht ermangelten, wie man sagt, böses Blut zu erzeugen. Nvrwegischerscits war, ">an wol auch bisweilen etwas voreilig und legte eine übergroße Empsindückkeit anHeu Tag. Die Norweger federten, wie billig, auch die äußern symbolische» Abdeichenihrer Selbständigkeit, eine eigene Flagge, eine besondere Benennung des Königs fürNorwegen, wo König Karl Johann nur der dritte Karl war, wahrend er in Schwe-den als der vierzehnte gerechnet wurde. Sie federten, daß nicht, wie bisher, aufden Siegeln der Gesandten und Consuln das Wappen Norwegens nur als ein Pro-vmzialwappen des Gesammtreichs aufgeführt werden, sonder» einen mit dem schwe-dischen Gesammtwappen gleichen Platz einnehmen mochte. Ja, als in der bekanntenAffaire von Bodö (wo englische Schmuggler die Zollmagazinc erbrochen und die Zoll-beamten gemishandelt halten, um ihre Waaren einzudrängen) die Interessen Nor-wegens von den schwedische» Diplomaten, es scheint sogar beinahe absichtlich, so schreiendvernachlässigt worden, daß die norwegische Staatskasse, statt von England Schaden-«satz zu erhalten, im Gegentheil eine große Summe bezahlen mußte, wurde in Nor-wegen sogar der Wunsck vernehmbar und öfters wiederholt, daß das Reich auchseme diplomatischen Angelegenheiten in die Hand nehmen und seine eigene Ncpra,en-iation im Auslande erhalten möchte. Dieser Wunsch war zwar e.» ganz un-praktischer, und man konnte ihm von Seiten der Krone nicht willfahren, ohneZausende von Verwickelungen und Unannehmlichkeiten hervorzurufen; aber der Komgverweigerte auch andere, billigere Wünsche. Es wurde nicht einmal norwegischen