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Eilfter Band.
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268 Norwegen.

Schiffen erlaubt, auf länger» Fahrten die Nationalflagge zu führen: sie mußtenunter der Unionsflagge segeln, und diese war gar nicht aus den schwedischen undnorwegischen Farben zusammengesetzt, sondern ganz schwedisch, nur mit einem Ab-zeichen in der Ecke, daS nicht die norwegischen Farben zeigte. Der König ließ sichauch in Norwegen auf öffentlichen Bauten und auf Münzen Karl XIV. nennen; undman glaubte sogar zu verspüren, daß die Gesandten im Auslande sich besonders be-mühten, das rechte Verhältniß zwischen beiden Ländern nicht zur Aufklärung kommenzu lassen. Ein besonderer Stein des Anstoßes war die Feier der norwegischen Con-stitution, die schon am 17. Mai 1814, vor der Vereinigung mit Schweden, ge-stiftet worden: sie hob die Selbständigkeit Norwegens mehr als irgendetwas An-deres hervor und gab zu allerlei patriotischen und freisinnigen Reden und GesängenAnlaß- Der König suchte durch Bitten und Verbote diese Feier zu verhindern.Der Statthalter, Sandels, welcher ihm die Sache nicht mit gehöriger Energie zubetreiben schien, wurde abberufen und zu seinem Nachfolger der Graf von Platcn er-nannt, ein schroffer, harter, mit Vorurtheilen gegen die Norweger erfüllter Mann,der, wie er selbst sagte, Alles aufbot, um die Amalgamation beider Reiche zu för-dern. Als im Jahre 1829, das erste mal nach seinem Amtsantritt, die Consti-tutionsfeicr begangen wurde, ließ er die Militärgcwalt einschreiten, um die fried-lichen Leute auseinanderzutreiben. Ein Schrei des Unwillens über solche anti-konstitutionelle Handlungsweise erscholl durch ganz Norwegen. Man hielt fest anein-der, um fernern Gcwaltstreichen zu trotzen; und der Statthalter, auf größer« Wider-stand, als er erwartet hatte, stoßend und gegen den festen Willey des gesummten Volksnichts vermögend, starb bald danach, vielleicht aus Unmuth, seine Plane gebrochenzu sehen. Platen erhielt mehre Jahre hindurch keinen Nachfolger, und er war derletzte schwedische Statthalter, den Norwegen gehabt hat. Eigentlich war auch dieErnennung schwedischer Statthalter für Norwegen eine Anomalie; aber §. 14 derVerfassung ließ dies freilich zu. . Man hatte die Bestimmung auf Veranlassung derschwedischen Commissare angenommen, weil die Norweger, als sie ihr Verhältniß zuSchweden ordneten, in politischen Dingen noch zu wenig gewitzigt waren, um davondie möglichen Folgen zu ermessen. Später suchte das Skorthing die Bestimmung hier-durch zu beseitigen, daß es das Statthaltcramt geradezu aufhob. Die königlicheSanction ward indessen diesem Beschlusse verweigert.

Nach Graf Platen's Tode führte mehre Jahre der älteste Staatsrath, der bie-dere I. Collett, daS Präsidium der Regierung zu allgemeiner Zufriedenheit. Auchwürden sich die Gemüther beiderseits beruhigt haben, wenn nicht die unioncllen Fra-gen gewissermaßen die Wunde offenerhalten hätten. Die Erbitterung stieg zumhöchsten Punkt im Jahre 1836, wo das Storthing, die gewöhnlichen konstitutionellenAbänderungsvorschläge zur Seite legend und vielleicht auch in andern Sachen etwaskleinlich opponircnd, die unioncllen Federungen mit großer Wärme, vielleicht Heftig-keit zur Sprache brachte und darüber plötzlich aufgelöst wurde, sogar bevor die or-dentlichen Steuern bewilligt waren. Man klagte sofort den StaatSministcr Lövcnskjold,weil derselbe gegen die voreilige und möglicherweise staatsgefährliche Auflösung nichtprotestirt, vor einem Reichsgericht an und vcrurthcilte ihn zu einer Geldstrafe von1000 Species. Der König nahn» das Alles gar sehr übel, und beschloß nun dieWiedcrernennung eine- Statthalters. Die Wahl fiel jedoch diesmal nicht auf einenSchweden, sondern auf einen Norweger, den patriotischen, hochverdienten und vonallen Parteien geehrten Gras Wedel. Seiner Klugheit und seinem würdevollen Auf-treten gelang es, die Gemüther zu beruhigen und ein gutes Verständniß zwischs!'König und Volk wieder zustande zu bringen. Der König lernte jetzt die Loyali^und gute Gesinnung des Volkes besser als zuvor kennen, und allmälig trat «ichnur eine Versöhnung, sondern ei„e gegenseitige gemüthliche und freundliche Stimniuußein. Der König, obschon im vorgerückten Alter, brachte mehr als ein halbes Iah(1838 — 39) in Christians zu, während welcher Zeit sich das gegenseitige Vcrsta>wniß befestigte. Als vollends die letzten Zeiten seines Lebens durch dir Unruhen ov