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Eilfter Band.
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Norwegen.

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diese Leute dazu, beinahe als Separatisten aufzutreten. Aber in dem Maße, als diedürre rationalistische Richtung sich vdrlor und die Geistlichkeit selbst einen hoher«religiösen Standpunkt erlangte, verlor der sogenannte Haugianismns seinen separa-tistischen Charakter, und erwies sich mehr und mehr als eine einfache Richtung auftiefere Religiosität mit strenger Beobachtung äußerer Formen und stillem Wesen.

Das einmal geweckte religiöse Leben zog indessen mancherlei Bewegungen aufdiesem Gebiete nach sich. Es erschienen wirkliche Separatisten, wie Quaker in derGegend von Stavanger, Methodisten und andere Sekten, die man, nach dem Bei-spiele Schwedens, unter dem Namen von „Leser" zusammenzufassen pflegt. DieStaatsgcsetze Norwegens gegen Conventikcl und das ganze Treiben der kirchlichenSeparatisten waren bisher sehr streng, ja hart, und traten darum allmälig in Gegen-satz zu der liberalen Gesinnung des Volks wie auch der Regierung. Als nun dieKatholiken in Christiania daraus bestanden, eine eigene Gemeinde mit öffentlichemGottesdienste bilden zu dürfen, und diesem Gesuche ausnahmsweise gewillfahrt wurde,tvar der Weg für eiw toleranteres Verfahren gegen Andersgläubige gebrochen, undn>an beschloß endlich, ein ganz neues, äußerst liberales Gesetz rücksichtlich dieser An-gelegenheiten zu entwerfen und dem Storthing vorzulegen. Dieses Gesetz ward>>n Jahre 1848 angenommen, und seitdem haben alle christlichen Confessionen in-"vrwegen das Recht eigene Gemeinden mit öffentlichem Gottesdienst zu stiften, wieauch Proselyten zu machen, nur unter Beobachtung der Form und unter der öffent-llfhen Controle, die zu guter Staatsordnung nothwendig ist. Dies ist das imworden berühmt gewordene und verdientermaßen gepriesene Dissidenlengesctz. Später*v"rde auch ein Artikel in dem Grundgesetze, den die Constitucntcn aus dem früherbestehenden Kirchenrcchte nicht zu streichen gewagt, nämlich daß die Juden nach >väev°r aus dem Lande ausgeschlossen bleiben sollten, gänzlich aufgehoben. Es herrschta.ssv jetzt völlige religiöse Toleranz, und soweit wäre Alles trefflich. ES mag auch als"" gutes Zeichen der Zeit anzusehen sein, daß sich in der Geistlichkeit ein reges"bcn kundthut, ein gewissenhaftes Streben, die Pflichten der Seelsorge buchstäblichund streng zu erfüllen, durch Hausbesuche, Bibelauslcgungen u. s. w. Zu leugnenbleibt jedoch nicht, daß diese religiöse Regsamkeit sich nicht selten ein wenig anmaßendUnd anspruchvoll zu äußern anfängt, auf eine Art, die sich weder mit der echt-christlichen Demuth noch mit der Liberalität und Gewissensfreiheit verträgt, welchedurch jenes Gesetz beabsichtigt wird, und so ziemlich den Charakter des puritanischenTerrorismus annimmt. Wenn diese Tendenz zu viel um sich greifen sollte, würdeder Zustand unerträglich werden; es ist jedoch zu hoffen, daß sie der gesunde Sinndes Volks in Schranken zu halten verstehe» wird. Bedenklicher noch möchte manflber den religiösen Einfluß nennen, den die sogenannten Leser im nördlichen Schwedenw den benachbarten Landschaften Norwegens, besonders in Finnmarken, ausüben.Hier gesellt sich Barbarei zu religiösem Eigendünkel und puritanischem Eifer. Und>bie weit es unter solchen Umständen kommen kann, davon erhielt man vor mehrenwahren ein schauderhaftes Exempel, als eine Schar wilder finnischer Fanatiker nicht"hr ihren Pfarrer mishandelte, weil er die Lehre nicht, wie sie eS wünschte, ver-M'dete, sondern sogar einen Kaufmann und einen Beamten grausam ermordete,Hg„s plünderte und anbrannte, weil sie sich, wie man sagte, nicht bekehrenwollten. Diese Barbaren haben freilich dafür ihre verdiente Strafe erhalten, undder Rädelsführer mußten mit ihrem Kopfe büßen. Aber man befürchtet, daß^w'chgesinnte sie nur als Märtyrer betrachten werden. Im Ganzen mag aber dochstatuirtc Exempel hie Gemüther etwas zügeln; und es steht zu hoffen, daß all"ses Treiben nur eine Art von vorübergehender Manie sei, die sich mit der ZeitKlieren werde. Auch gehöre» solche Vorgänge noch zu den seltenen Ausnahmen.; Gähnen-werth ist ferner, daß in den letzten Zeiten in Norwegen, wie anderwärts„ ^"ropa, die Apostel der Mormonen sich gezeigt haben, um Proselyten zu machen,der nnl bessern: Erfolg, als man eigentlich erwarten sollte. Es ist jedoch nur

südöstliche Theil des Landes, wo sie sich bisher herumgetrieben, und es scheint,