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Eilfter Band.
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280 Norwegen.

als hätte schon jetzt ihre Popularität culminirt, da mehr und mehr Nachrichten vonihrem Unfuge in Amerika durch Briefe der schon hinübergelockten, arg betrogenenLandsleute einlaufen. Übrigens mag es als merkwürdiges Beispiel der Toleranz vonSeiten der norwegischen Geistlichkeit, oder vielmehr von ihrer Furcht, irgendeineBeeinträchtigung der Gewissens - und Gedankenfreiheit zu üben, gelten, daß angeseheneGeistliche sowie die theologische Facultät in ihren Gutachten für die Mormonen eben-denselben Schutz gegen Verfolgung bevorwvrtet haben, den das Dissidentengeseh allenchristlichen Sekten zusagt. Nach langer Deduction ist man endlich, gewiß aber mitUnrecht, dazu gekommen, die Mormonen als eine christliche Sekte anzusehen, wozujedoch der sonst löbliche Wunsch, religiösen Verfolgungen vorzubeugen, viel beigetragenhaben mag.

DaS wissenschaftliche Leben Norwegens ist hauptsächlich auf die Haupt- und Uni-versitätsstadt Christiania beschränkt, schon aus dem Grunde, weil es außer der Haupt-stadt an höher« wissenschaftlichen Institutionen fehlt. Zwar besteht in Trondhjemschon seit drei Generationen eine königliche Gesellschaft der Wissenschaften, die aberweniger selbst wirkt, als durch pecuniarc Hülfe andere wissenschaftliche Unternehmun-gen fördert. Die Gesellschaft wurde gestiftet, während Norwegen zu Dänemark ge-hörte und noch keine eigene Universität und höheres wissenschaftliches Institut besaßIn Trondhjem, an dessen Name» noch etwas vom alten mctropolitischcn Glänzeklebt, fanden sich, bald nach der Mitte des 18. Jahrhunderts, drei Männer von aus-gezeichneter Gelehrsamkeit und rastlosem litcrarischcn Eifer, der Bischof Gunnerus,der Nector Schöning und der Etatsrath Suhm zusammen, alle Drei durch innigeFreundschaft verknüpft, und durch ihre Autorität und Liebenswürdigkeit einen Einflußausübend, welcher über das Land ein wissenschaftliches Interesse verbreitete, das viel-leicht sonst nie erregt worden wäre, unter Leuten, die mit ihrer gewöhnlichen undgeselligen Bildung doch nur materiellen Berufsgeschäften oblagen. Von den, dama-ligen Hauptsitze der Wissenschaft im dänisch - norwegischen Reiche, von Kopenhagen,weit entfernt, fühlten diese Männer lebhaft den Drang, ein eigenes wissenschaftlichesInstitut mit pecuniären und litcrarischcn Hülfsmitteln zu stiften; und durch Entgegen-kommen ihrer Mitbürger glückte es ihnen, jene Gesellschaft zu gründen, die freilich nurals der Ansang einer selbständigen wissenschaftlichen Wirksamkeit in Norwegen geltenkonnte, und namentlich die Stiftung einer norwegischen Üniversikät vorbereiten sollte-Tod und verschiedene Lebenswege trennten indessen diese Männer. Doch blieb dievon ihnen gestiftete Gesellschaft als eine wissenschaftliche Hülfsanstalt bestehen, undsolche» Charakter behielt "sie umsomehr, als nach Gründung der Universität Chri'stiania diese Stadt Ccntralpunkt der Wissenschaft wurde, was sie ohnedies schon alsHauptstadt und durch ihre vorrhcilhaftc Lage werden mußte. Hiermit soltz jedoch keines'Wegs ausgesprochen sein, als ob außer Christiania in Norwegen kein wissenschaftlichesInteresse vorhanden wäre; vielmehr ist dieses Interesse außerordentlich rege, nicht »lUunter dem wissenschaftlich gebildeten Veamrenstande und der zahlreichen Geistlichkeit,sondern auch bei den übrige» Ständen tritt dasselbe in immer wachsendem Maßt

hervor. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß die eigentliche active Wirksam

keit in der Universitätsstadt, an der Seite der reichhaltigen Hülfsmittel, die nur lsisszu finden, zu Hanse ist, und daß die übrigen gebildeten Leute des Landes dal>e>mehr eine passive, empfangende, doch zugleich auch aufmunternde Rolle spielen. Wasman indessen eigentlich vermißt, ist ein größeres und regeres wissenschaftliches Es'sammtleben. Solange noch die materiellen Sorgen und das praktische Leben diemeisten Kräfte gar so sehr beschäftigen, kann man kaum erwarten, daß eine gr»^

Anzahl aus der bürgerlichen Gesellschaft sich ausschließlich den Wissenschaften widnUi

Die, welche das thun, stehen daher ziemlich vereinzelt, und müssen gewöhnlich eunDas Verzicht leisten, was die wissenschaftliche Wirksamkeit so ungemcin belebt ubanregt — auf wissenschaftliche Gespräche und gegenseitigen Ideenaustausch- 3ede^'mann arbeitet, sozusagen, für sich selbst. Indessen schwindet auch die einsame Stel-lung deS Gelehrten mehr und mehr, da die zunehmende Frequenz der Universum