Norwegen.
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nemark in Gemeinschaft. Derjenige Theil dieser gemeinsamen Literatur, welcher speciellin Norwegen in der Zeit seit der Ablösung von Dänemark«entstanden ist, kann nichtbedeutend sein, weil die Nation ihre gesummten Kräfte zu sehr den materiellen undpraktischen Interessen zuwenden mußte. Man kann rechne», daß die Zahl der seit1814 in Norwegen erschienenen wirklichen Bücher an 3600 Nummern beträgt. DieZunahme der Literatur ersieht man daraus, daß die Mittelzahl der alljährlich er-schienenen Bücher von 1814 — 28 etwa 30, von 1828—42 etwa 90, seit 1842aber 140 betragen mag. Von diesen Schriften gehören etwa 700 zur Theologie,5 — 600 zur Geschichte, Geographie und Statistik, 600 zur Jurisprudenz, Politikund Staatsökonomie, 500 zur Belletristik, 150 zur Philologie.
Man muß gestehen, daß auch der innere Gehalt der in Norwegen erschienenenBücher mit dem Äußern wie mit der numerischen Zahl in Proportion steht, unddaß die junge norwegische Literatur schon jetzt Werke besitzt, die jede andere Literaturi» Europa mit Stolz als die ihrigen nennen würde. Buchhändler und Buchladen,deren, es vor 1819 nur in Christiania einige gab, die das ganze Land, besondersdurch Vermittelung der Buchbinder, versorgten, bestehen jetzt i» den meisten Städten,in Christiania allein elf, wovon wenigstens zwei ausschließlich Verlagsbuchhandlungenstud, mit eigenen Druckereien.
V. Staatsverfassung und Administration.
Ungeachtet Norwegens Verfassung eine constitutioncll-repräsentative ist, so kannwan doch behaupten, daß daS parlamentarische Negierungsprincip, d. i. das Principder Majoritätsregierung, hier nicht vorhanden ist. Die Minister (in NorwegenStaatsräthe genannt) sind nicht nur nicht verpflichtet, sondern haben sogar keinRecht, an den Verhandlungen des Storthing theilzunehmen und ihre Veranstaltungen"ud Vorschläge in der Versammlung zu vertheidigen, erklären oder empfehlen. ImGegentheil sind sie aller Verantwortlichkeit eines königlichen Beschlusses ledig, wennue nur nicht verabsäumt haben, ihre Protestation dawider zum Protokoll zu geben;ste brauchen hierbei nicht einmal das Contrasigniren zu unterlassen. Aus diese Weisebegreift man sehr wohl, wie sie auch keine moralische Verpflichtung haben, zu re-stgniren, wenn die Majorität sich nicht für die durch sie bewirkten Vorschläge erklärt.Eine solche Verpflichtung würde sogar aus dem Grunde kaum praktische Folgenhaben, weil das Storthing sich nicht alljährlich versammelt, und weil eine Auflösungdes Storthing, vor dem Ablause der gesetzlichen dreijährigen Wahlperiode, keineAppellation an das Volk herbeiführen kann. Neue Wahlen würden nämlich nicht vor-genommen werden können, sondern, falls ein neues, außerordentliches Storthing einbe-rufen würde, müßten nur die Mitglieder des vorigen, aufgelösten, sich wieder einfindcn... Es mag übrigens als ein Übelstand anzusehen sein, daß, weil die Behandlungchlvmatischer Sachen nothwendigcrweise für Schweden und Norwegen gemeinschaftlich3tschehen muß, die diese Sachen versehenden Minister dem Storthing nicht ve»btwortlich sind, unk von dem norwegischen Reichsgerichte nicht belangt werden kön-Es ist ferner auch zu bemerken, daß, obschon das Steucrbewilligungsrecht, wieRecht, über die Staatskasse zu disponiren, dem Storthing zukommt, die Negie-bed'd prätentirt, ei» Stcuerbcschluß des Storthing, wie alle andern Beschlüsse,Urfe her königlichen Sanction, um Kraft zu erlangen: eine Behauptung, dievon Storthing anerkannt worden. Die Prätension verliert zudem auch ihrpraktisches Interesse, indem die Bewilligungen in der Regel darin bestehen,^ gewisse Anschlagssummcn, welche die Regierung selbst proponirt, derselben zure, ^fition gestellt werden. Eine andere Streitfrage zwischen Regierung und Neprä-ge„^°" wieweit sich das dem Könige verliehene Recht, provisorische Anordnun-Zöll "b" Handel, Zölle, Polizei u. dergl. treffen zu können, erstrecke. Was die^ ""geht, so ist die Sache von der Repräsentation praktisch so erklärt worden,tr König zwar einzelne Zollsätze heruntersetzen, nicht aber erhöhen kann.
In der Organisation des Storthing, wie sie durch das Grundgesetz bestimmt