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Eilfter Band.
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Das heutige Credit- und Bankwesen. 447

einer bestimmten Frist den gleichen Werth desselben zurückzuerstatten. Nimmt dieBank gegen Ertheilung von Depotscheinen oder Obligationen Deposita auf Zeit an/'mag nun die Rückzahlung zu einem von vornherein festgestellten Termin oder im-mer erst nach einer bestimmten Kündigungsfrist stattfinden sollen, so kann sie diese..Deposita" ihrerseits ausleihen und bei eigenem Bezug höherer Zinsen dem Depo-nenten einen niedrigern Zins vergüten. So wird sie namentlich für die Capitaliennützlich sein. welche andernfalls „todt" liegen müßten, d. h. für Capitalien, die zuwirthschaftlicher.Benutzung bestimmt sind, ohne dieselbe im Augenblick finden zu kön-nen. Die Depositen dieser Arc sind nicht blos wegen der Verzinsung, sondern auchdeshalb beliebt, weil die Bescheinigung derselben auf den Namen des Inhabers aus-gestellt ist und somit der Vortheil einer Bankrechnung zugleich mit einer Bürgschaftgegen Entwendung verbunden wird. Für die Bankverwaltung ist das Deposit umso werihvoller, je länger die Rückzahlung hinausgeschoben ist. Aber selbst mit De-positen von kurzem Credit kann zur vorthcilhaftestcn Berechnung für die Verwaltungvon Zettelbanken die gesetzliche Bestimmung umgangen werden, wonach immer einbestimmter Metallvorrath für die Summen der ausgegebene» Noten paratgehaltenwerden soll; denn es ist in diesem Falle keine Abscheidung der den Depositen ent-sprechenden Baarsummen vorgesehen. Schon dieser Vortheil kann die Concessionerklären, daß der Deponent ohne Entgelt von seiner Seite für seine Beträge einensichern Bewahrungsort und die Eröffnung eines Conto bei der Bank findet. DerErfolg der Geschäfte mit Staatspapieren und Wechseln, welche sich die Banken auchnüt solchen jederzeit rückziehbarcn Depositen erlauben, ist jedoch rein eventuell undhat gleiche Chancen für Gewinn wie Verlust. Außerdem finden sich die Bankendurch jene Depositen auch noch für den von ihnen betriebenen Handel mit edelnMetallen unterstützt. Banken freilich, welche nicht zur Ausgabe von Noten berech-tigt sind, können bei diesem Handel vornehmlich nur durch die Speculakion aus diePreisschwankungen der edeln Metalle sich Gewinnste in Aussicht stellen, und diesePreisschwankungen sind allerdings gerade heutzutage, seit der Eröffnung der großenEvldminen in Californien, Australien und vielleicht auch in Südamerika, von einersich mehr und mehr steigernden Bedeutsamkeit. Zcttclbanken dagegen wird obendreinja gerade durch den Kauf von Gold- und Silberbarren Gelegenheit geboten, durchAusgabe ihrer Noten den Besitzern der Barren alsbald Circularionsmi'ttel und, woPlägekosten berechnet werden, mit Ersparung derselben darzubieten. Während sieselbst durch den Besitz von Barren besser zu einem Geldverkehr mit dem Auslande,welches die Prägckostcn der Münzen des Inlandes nicht berechnet, ausgerüstet er-scheinen, können sie den Schwankungen des BegchrS nach Circulationsmitteln, derenwelle Hinterlage in Barren sie bcreithalten, weit rascher und schmiegsamer entsprechenals die Münzstätten.

Knüpft sich an die Einlage des Deponenten bei der Bank die Aufstellungt'-ner Bankrcchnung für ihn, so tritt das — neue — Girogeschäft und das Conto-wrrentgeschäft der Bank hervor. Das heutige Girogeschäft der Banken unterschei-sich von dem alten, welches nur an der Hamburger Bank in Brauch gebliebeneinestheilS dadurch, daß die Banken nur über eine Garantie des Werthes des/wpositumS, nicht über eine Aufbewahrung und Rückerstattung desselben in naturaantrahiren, und anderntheils dadurch, daß sie die Depositen eben als Darlehne be-^/stwen und die Beträge derselben nicht'auS der Gesammtheit der Bankoperationen, ° Speculakionen abscheiden. Es können deshalb auch diese Depositen den Ein-s"* deren gegenseitige Federungen die Bankverwaltung das erwähnte Ab-Zuschreiben besorgt, durch einen Bankrott theilwcise oder ganz verloren gehen.Ba es sich, warum in der Regel für die Mühwaltung und die Dienste der

ö ^ den Einlegern keine besondern Gebühren berechnet werden. Die Geschafts-ykchnung erfolgt nicht mehr auf der Basis eines besondern Bankgeldes, sondernd>rckr"^uter Münze. Auch pflegen die Banken statt baaren Geldes fällige Plah-"l" anzunehmen, deren Einziehung selbst zu besorgen und dann gutzuschreiben.