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Eilfter Band.
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L78 Deutschland.

und er trug sich sogar vorübergehend mit dem kühnen Gedanken, selbst eineneue Neichsversammlung einzuberufen. Derselbe hatte einen Theil des Sommersin Gastein zugebracht, und war dann (Anfang September) nach Frankfurt zurück-gekehrt, offenbar keineswegs geneigt, so leichthin zurückzutreten, wie ihm dies in denLagen der Auflösung des Parlaments das preußische Cabinet zugemuthet. Er harteauch jenes merkwürdige Neichsministerium vom Mai beibehalten, und von diesemaus war eine Sendung nach Wie» und Berlin unternommen worden, die Frageder provisorische» Ecntralgewalt zu erledigen.

Es gelang dies auch besser als drei Monate früher. Damals hatte Preußenerklärt, daß es die Frage des Provisorium nicht trennen könne von der Gestal-tung des Desinitivum, und solange Östreich die Bildung eines Bundesstaaks nichtgutheiße, bestehe bei Preußen für die Bildung eines Provisoriums kein ausreichen-des und insbesondere kein dringliches Interesse. Auch jetzt hielt es eine zeitlangdiesen Standpunkt fest, ließ sich aber dann doch einen Ausweg gefallen, der zunächstOstreichs dringendsten Wunsch erfüllte und zugleich die preußische Bundesstaats-politik mit einer gewissen Beruhigung abfand. Am 30. Sept. ward zu Wien.,derVertrag unterzeichnet, welcher das neue Provisorium oder „Interim" schuf. Öst-reich und Preußen übernahmen demnach die „Ausübung der Centralgewalt für de»Deutschen Bund ini Namen sämmtlicher Bundesregierungen bis zum l. Mai 1850/insofern dieselbe nicht früher an eine definitive Gewalt übergehen kann". Der Zweckdes Interim sollte sein „ die Erhaltung des Deutschen Bundes als eines Völkerrecht'lichen Vereins der deutschen Fürsten und Freien Städte zur Bewahrung der Unab-hängigkeit und Unvcrletzlichkeit ihrer im Bunde begriffenen Staaten, und zur Erhal-tung der innern und äußern Sicherheit Deutschlands". Ein dritter Artikel stinddann die Politik des Maibündniffes ab. „Während des Interim", hieß es, „bleibdie deutsche Verfassungsangelegenheit der freien Vereinbarung der einzelnen Staatsüberlassen." Sollte bei Ablauf des Interim, wurde hinzugefügt, die deutsche Vef-sassungsaugelegenheit noch nicht zum Abschlüsse gediehen sein, so werden sich d>^deutschen Regierungen über den Fortbestand der hier getroffenen Übereinkunft verein-baren. Inzwischen sollten die seither von der provisorischen Centralgewalt geleiteteAngelegenheiten von einer Bundcscommission verwaltet werden, zu welcher Östre'und Preußen je zwei Mitglieder ernannten, und die ihren Sitz in Frankfurt nab^Die übrigen Regierungen konnten sich einzeln oder mehre gemeinschaftlich durch ^vollmächtigte bei dieser Bundescommission vertreten lassen.

Es war nicht zu verkennen, die preußische Politik that-einen ersten leisenrückwärts. Sie ließ die Herstellung einer provisorischen Bundcsgewalt zu, die ^kurz vorher weder für nöthig »och dringlich erachtet hatte, sie baute die Brücke i .,Herstellung des alten Bundestags, die sie vorher als dem Interesse ihres Bu>> ^staats zuwiderlaufend angesehen hatte. Preußen that dies für eine Concession,keinem Falle hinreichte, alle frühern Bedenken zu beseitigen. Vorher hatte es §Ostreich als Preis die ausdrückliche Anerkennung des BundeS und Bundesst^^vom 26. Mai verlangt; jetzt begnügte eS sich mit der vagen Bestimmung, daß ^Er-drutsche Berfassungsangelcgenheit der freien Vereinbarung der einzelnen Staate"lassen bleiben solle". ^ es

Es mochte das preußische Cabinet selbst diesen Widerspruch fühlen,sich veranlaßt fand, den Mitgliedern deS engern BundeS, d. h. dem Derws -esrathe, am 8. Oct. die „ausdrückliche und feierliche Erklärung" zu geben: P „esbetrachte sich auch in der neuen Bundcscommission stet- als den Repräse"^" ^.xr"Bündnisses vom 26. Mai; es werde unwandelbar auf der Bildung desBundes beharren und dessen Rechte gegen jede unberechtigte Einmischung, ^ galtstvon welcher Seite sie wolle, mit Nachdruck vertheidigen. In dem DerwaO» v»"'aber fanden sich doch drei Stimmen, welche das BündniH durch den Der30. Sept. beeinträchtigt und gefährdet sahen. die ei"'

E« dauerte noch einige Zeit, bis da« Interim in Vollzug trat; dem