514
Deutschland.
nenen Verhandlungen über den Zoll- und Handelsvertrag mit Ostreich diejenige»weiter« Folgen zu geben, welche den Abschluß dieses Vertrags sicherstellten". Auchhielten sie es für bedenklich, sich durch eine Erneuerung des Zollvereins auf zwo»Jahre die Möglichkeit abzuschneiden, über die allgemeine Zollcinigung mit völlig^Freiheit des Entschlusses zu verhandeln. Es schien nun wirklich zum Bruch kor»' «men zu wollen Preußen erklärte außer Stande zu sein, mit der Gesammtheit d<kStaaten die Zollconfereiiz fortzusetzen; die Vertreter der coalirtcn Staaten (auß^Baden) sahen ihre Mission als beendigt an.
Wahrend Ende Oktober neue Zollconferenzen in Wien eröffnet wurden, stichtsich Preußen der Staaten des Stcuervcreins und der thüringischen Fürsten zusichern, und Deutschland stand abermals in zwei Lager gespalten sich gegenüber. Ä»>beiden Seiten war, mehr aus politischen als aus staatsökonomischen Gründen, ^Sache auf die Spitze getrieben worden. Preußen konnte, ohne den FortbestandZollvereins zu gefährden, wol eine Form finden, durch welche der Abschluß ei>wöstreichischen Handelsvertrags gesichert war; die darmstädter Verbündeten konnt^ohne den östreichische» Handelsvertrag aufzugeben, ebenso zur NeconstituirungZollvereins die Hand bieten. Der Kampf der Cabinete und ihrer Publicisien f» ,darum auch im Volke keineswegs die volle Zustimmung. Die materiellen Schl^.der letzten Jahre, die Stockung, die durch diese Zollkrisis herbeigeführt ward, ko»'!ten keineswegs zur Lösung des letzten materiellen Bandes in Deutschland er»>ut",gen, in einem Augenblicke, wo viele Tausende aus Noth und Hoffnungslos,Deutschland verließen, um sich eine neue Heimat jenseit des Oceans zu suchen. ^Preußen zwar gab es zahlreiche Stimmen, welche auf den Zollverein und schSchutzzölle gern verzichteten, wenn man dafür den Anschluß der Nordseegebiete s>tauschte; allein auch hier sprachen Interesse» genug für eine Erhaltung des Vere»
Im Süden, in allen Staaten der darmstädter Coalition waren aber die Stin»»gen aufgeregt durch die drohende Gefahr einer Auflösung und sprachen, denrungen zum Theil sehr unbequem, ihren Wunsch ohne Rückhalt aus, den Zollv^erhalten zu sehen. .»
Man mochte sich in Wien überzeugen, daß es besser sei, durch Entgegenko»"als durch Schroffheit auf Preußen einzuwirken und die Reminiscenzen an 7 ^
und Das was folgte in Vergessenheit zu bringen. Daraus erklärt sich
der plötzliche Einschluß des Kaisers Franz Joseph, nach Berlin zu reisen (^.„hig'
1852) und seinen königlichen Oheim persönlich zu begrüßen. In der Thalten sich allmälig die Stimmungen, und die Zollsache wurde unbefangener alserwogen. Ostreich sandte den Mann, den man als den Träger der Handelsc'"^-,hetbetrachtete, Frecherm von Bruck, nach Berlin, um dort die U»terhandli»'g^;es>einen Handelsvertrag anzuknüpfen, was Preußen nicht mehr von der H»"-x» i"
Am 19. Febr. 1853 wurde dann der Vertrag zwischen Östreich und P>^V>
-c'
Berlin geschlossen, der von, 1. Ja». 1854 auf zwölf Jahre Erleichterungen '
kehrs zwischen beiden Staaten, auf Grundlage des freien Eingangs rohe» rbl>«E,zeugnisse und des gegen ermäßigte Zollsätze zu gestattenden Eingangs KleE
Erzeugnisse, stipulirte und für die Seeschiffe und deren Ladungen gegenft'^ ^iede»' ^heit feststellte. Hierauf wurden im März 1853 die Zollconferenzen inaufgenommen und von allen Staaten des Zoll- und Steuervereins4. April bereits fand die Unterzeichnung der Zollverträge statt, welche ^.„ehnsis^Edes Zollvereins auf zwölf Jahre, den Beitritt des Steuervereins und diedes östreichisch-preußischen Handelsvertrags durch sämmtliche Staate» emh Zeus"'"Im Übrigen gab das öffentliche Leben Deutschlands allcrwärts ^iviles'^ ,von der rührigen Thätigkeit der Restauration. Reklamationen der ^
tscheS->"
*) Die ökonomische Seite der Zollangelegenheit ist in dem Artikel „D" De» „AAin seiner historischen Entwickelung" dargestellt worden, in diesem elften ^ D- ^
Nun
184
Bui
wart", S. 107 — 148, insbesondere S. 135 fg.