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Eilfter Band.
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522 Deutschland.

und gegen den Versuch, aus Unterthanen des Sultans revolutionäre Frcischaren zubilden.,, I» einer Depesche an seine Gesandten in Deutschland (vom 14. März) gabdann Östreich die Erklärung, daß es, solange seine Verhältnisse es gestatteten, andem Kampfe nicht theilnehmen würde; aber es sei in der Lage, auch die activeBetheiligung ins Auge fassen zu müssen. Es handle sich um deutsche Interessen;wenn Östreich eingreife, so rechne es auf Unterstützung von Preußen,, und vom übri-gen Deutschland. „Es würde alsdann", lautete die merkwürdige Äußerung, „derDeutsche Bund berufen sein, zu beweisen, daß er über seine vorwiegend defensiveStellung im europäischen Staatensystem hinaus auch eine thätig eingreifende Rolleauszufüllen wissen werde." In diesem Augenblicke bedurfte es kaum mehr der Ver-öffentlichung der geheimen Correspondenz in England und Frankreich und der Be-weise für Rußlands ungeduldige Selbstsucht und die Geringschätzung gegen die deut-schen Mächte, die sich in diesen Documenten offenbarten, um Östreich bis an dieGrenze des wcstmächtlichen Lagers zu treiben, in dem man sich eben mit der Pfortealliirte und (Ende März) den Krieg an Rußland erklärte.

In Preußen dagegen war eine Schwankung eingetreten. Die russische Politikhatte bei Hofe und in der Adelspartei zu eifrige Freunde, als daß diese ohne Sorgeden Gang hätten betrachten sollen, den Preußen seit Olmütz und Warschau bis zuOrlow's verfehlter Mission eingeschlagen hatte. Freilich durfte diese Partei vorerstnicht daran denken, eine Schwenkung zu Rußland durchzusehen: dem stand ein gro-ßer Theil des Ministeriums selbst, unterstützt durch das Interesse wie durch den un-zweideutigen Willen des Volks, durchaus entgegen; aber es konnte doch gelingen,die engere Solidarität mit Östreich und den gegen Rußland immer feindseliger auf-tretenden Westmächtcn zu hindern. Aus diesem Conflicte zwischen preußischer u'.'drussischer Politik in Preußen selbst, zwischen nationalen und Partcieinflüsscn erklärtsich der unsichere Gang, den Preußen einschlug, seit die Dinge sich unlösbar zuN>

Kriege verwickelten. Daher das Bemühen, nach beiden Seiten hin unbetheiligt zuscheinen, bald nach Weste», bald nach Osten eine Concession zu bringen; daher dieScheu, eine unzweifelhafte Position einzunehmen und festzuhalten. So unterstütztePreußen (3. März) in einer dringenden Vorstellung die Auffoderung der West'mächte um Räumung der Donaufürstenthümer, aber es lehnte ab, eine Conventi»"zu unterzeichnen, woritf die bisherigen Confercnzprotokolle in Form eines Vertragsanctionirt worden wären. So war man durch die letzten Mittheilungen allerdingeinig mit den Westmächten; aber man zeigte sich doch wieder unmuthig sowolden britischen Minister, der die Eintracht mit den deutschen Mächten offen vertu"bete, als mit dem eigenen Gesandten in London, Ritter Bunsen, dem man e>"allzu eifrige Hinneigung zu den Westmächten vorwarf. Indem der GeneralLindhcim nach Petersburg abging, Graf Groben nach London, Fürst Hohcnzomnach Paris geschickt ward, um allerwärts über di.e preußische Politik zu beruhig^suchte man doch auch wieder Annäherung an Östreich, sprach (16. März)Wunsch einer besondern Verständigung mit dem Kaiserstaate aus, und fodertt ,,den Kammern einen Credit von 30 Millionen Thalern für militärische Äff „nisse. Die preußische Regierung, erklärte Mantcuffel vor den Kammern, wirdVerpflichtungen treubleiben. Zum Kriege zu schreiten liege für Preußen "" ,yerdeNothwendigkeit vor; es werde fortfahren den Frieden zu vermitteln. Preuße"im engen Einverständniß mit Östreich und den übrigen deutschen Staate» h^rkditund für deutsche Interessen Östreich zu unterstützen immer bereit sein. Desward bewilligt, und die Verhandlung zeigte, daß sich die russischen Sympath'"'nur auf jene Partei beschränkten. Doch schrieb man ihrem Einflüsse j,ettBunsen um dieselbe Zeit von London abgerufen, gleichgesinnte und ihm ^Männer, wie Graf Pourtales, in ihrem Einfluß aus die äußere Politikwurden. Aber in demselben Augenblicke unterzeichnete Preußen mit daS ^ ^z'rt,vom 9. April, worin das Ultimatum der Westmächte für rechtlich begründe ^ derdie Integrität der Türkei, die Räumung der Fürstenthümer, die Emancip