Deutschland.
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Christen in der Türkei gefedert und zugleich von Garantien gesprochen ward, welchedie Türkei noch fester an das europäische Gleichgewicht knüpfen sollten.
Ostreich, das sich mit dem Gedanken eines Kriegs schon vertrauter gemachthatte und eifrig rüstete, griff den Vorschlag Preußens für eine engere Verständigungnatürlich gern auf und sandte im April den Generalfeldzeugmcistcr Heß nach Berlin,um darüber zu verhandeln. Was Östreich wollte, einen engern und sichern An-schluß, ward zwar nicht erreicht; aber den Vertrag selbst zu hindern, war doch auchwieder die rufscnfreundliche Partei nicht im Stande. Am 20. April 1854 fanddie Unterzeichnung des Allianzvertrags zwischen Östreich und Preußen zu Berlinstatt, in welchem die Garantie des Besitzes „gegen jeden Angriff, von welcher Seileer auch komme", der Schutz der deutschen Interessen, also auch Garantie gegenjeden Angriff, wenn nach vorausgegangenem Einverständniß eine Macht im deutschenInteresse activ vorginge, stipulirt wurde. Alle deutschen Staaten sollten zum Beitrittaufgefodert werden. Die Fortdauer der russischen Occupation der Donaufürsten-thümer ward als verderblich bezeichnet, und Östreich sollte deshalb eine „Somma-tion" nach Petersburg richten, Preußen diese unterstützen. Wenn die ErwiderungRußlands nicht volle Beruhigung gewährte, so sollten die von einem contrahirendenTheile zu ergreifenden Maßregeln unter die Bestimmung einer gemeinsamen Unter-stutzpzig beider Verbündete» fallen. Eine Zncorporation der Donaufürstenthümer undein Überschreiten des Balkan von Seiten Rußlands bezeichnete man als Casus desoffensiven Vorgehens beider Theile. Nach einer am gleichen Tage abgeschlossenenMilitärconvention sollte Östreich zu den schon ausgestellten 150000 Mann weitere100000 hinzufügen; Preußen dagegen versprach, im nöthigen Falle in 56 Tagen100000 Mann zu concentriren und sein Operationsheer auf 200000 Mann zu bringen.
Das schien ein bedeutender Schritt von Seiten Preußens gegen Rußland zusein. Aber am 5. Mai verkündeten die Zeitungen, daß der Kriegsminister von Boninentlassen und nach Neisse als Divisionsgeneral versetzt worden sei. Er war eine°er Hauptstützen der antirusstschen Politik, und hatte in einer Commission der Kam-een den Kampf an der Seite Rußlands in kräftigen Worten als eine moralische"»Möglichkeit bezeichnet. Es kam hierbei zu einem so heftige» Conflict zwischen denrussischen und antirussischen Tendenzen, daß der Prinz von Preußen selbst in aus-Eiligem Unmuth Berlin verließ und seine militärischen Funktionen niederzulegen ent-schlossen schien. Indessen wukde die Bahn der eingegangenen Verpflichtungen keines-wegs verlassen. Am Bundestage gaben die beiden Aprilverbündeten am 24. MaiEine unzweideutig antirussische Erklärung ab und luden die einzelnen deutschen Staatens'u, dem Vertrage vom 20. April beizutrctcn. Inzwischen war man aber auch'W Kreise der übrigen deutschen Staaten rührig geworden. Man beraumte zum
^5- Mai eine Zusammenkunft nach Bamberg an, zu welcher sich die Minister von^aiern, Sachsen, Würtcmberg, Hannover, Baden, der beiden Hessen und Nassau^»fanden. Diese verlangten nun, statt der Einladung an die Einzelnen, die Vor-W8e des Aprilvertrags an den Bund, und wollten neben der Aufsoderung a» Rußland,Donaufürstenthümer zu räumen, zugleich die Einstellung der Feindseligkeiten auf^ andern Seite geboten und den Rückzug der westmächtlichen Heere als Bedin-^»8 ausgestellt wissen. Ferner solle der Deutsche Bund, wenn er dem Vertrage^ete, bei allen fernern Verhandlungen durch Bevollmächtigte vertreten werden;»ust ^ ein deutsches Interesse, die Fortdauer des Königreichs Griechenland sicher-di^ellen. Es trat hierin das Streben der Mittelstaaten wieder hervor, eine selbstän-Rolle führen: eine Tendenz, die vor kurzem noch Preußen so unangenehm^Pfunden hatte, jetzt aber sich zugleich gegen Östreich wandte, und zwar in einerWuc ' diesem Augenblicke wie eine Diversion zu Gunsten Rußlands erscheinen
Uns ' schrieb denn auch die Confercnz unmittelbar russischer Anregung zu,
8z,. W"ü 3 stcns bekannten die Leiter der bambergcr Politik ihre Dankbarkeit für diesie die sich Rußland um Deutschland erworben. 3» dem Moment, wo
wlgte, hatte die bambergcr Erklärung zunächst das zweifellose Verdienst, Östreich