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Eilfter Band.
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Die Literatur Frankreichs.

in die ausgeartete Bühne Und i» den Beifall blasirter Zuschauer. Ausführungenbeliebter Schauspiele wechselten mit Vorstellungen von afrikanischen Löwen und asia-tischen Tänzerinnen, die ebenso gut als jene den Abend ausfüllten. Die Schauspie-ler mußten sich gefallen lassen, mit gemeinen Gauklern oder wilden Bestien um dieGunst des Publicums zu buhlen, und sehen, wie diese ihnen oft den Rang abliefen;denn an den Abenden, wo ein Drama gegeben wurde, machte die Kasse nicht immerdie stärkste Einnahme.

In den zwölf Jahren der unumschränkten Herrschaft des Nomanticismus hattendie dramatischen Dichter mit den vorstellenden Mitteln und Werkzeugen so arg ge-wirthschaftet, daß beinahe Alles verbraucht war. Wie musikalische Instrumente durchunverständigen Gebrauch ihren vollen Klang und Wohllaut und damit ihre bezawbcrnde Gewalt über die Ohren einbüßen, so verloren auch die scenischen Apparaüinfolge von unsinniger Verschwendung ihren ersten Reiz und somit ihre bestechendeWirkung aus die Augen. Der Aufwand großer Redensarten, das Auskramen stür'Mischer Affccte und das Anhäufen gräßlicher Momente sahen ebenfalls ihre erschuftcrnde Kraft gebrochen oder wenigstens bedeutend geschmälert. Anfangs hatte nil"!den Pomp der Jnscenesetzung, den Luxus der Costümc und Dccoratwnen sichgefallen und auch den strotzenden Bilderreichthum des Stils, das Überschäumen^des Gefühls, das Verzückte der Handlung für voll gelten lassen; aber diese Äuße"lichkcitcn und Wunderlichkeiten wollten nicht mehr vorhalten, nachdem die er!"Augenfreude und Gemüthsbewegung vorüber war. Immer und ewig Prachtgelüstüerleuchtete Gärten, schillernde Atlaßklcider, blinkende Harnische, nachgemachte Diarna"'tcn und Glasperlen, und dabei keine andere Zugabe als gräßliche Natur oder U"'natur, als prosaischer Speck und Tcufelsdreck, das hatte man am Ende übcrsaund mußte den Wunsch erregen, auf dem Theater wieder einmal gewöhnliche Dmsin einfacher Art vorgehen zu sehen und natürliche Gefühle in poetischer Weise aUsprechen zu hören. Unter solchen Umstanden war es nicht schwer einen sichernfolg Demjenigen vorauszusagen, der diesen Weg einschlagen und den Gedankenführen würde, dem Publicuni, anstatt dsr hochgcwürzten dramatischen Ragouts,fache tragische Hausmannskost anzubieten. Das that ein unbekannter, aus der P^..vinz gekommener junger Mann, der seinen Namen, Francois Ponsard, plötzlich ^rühmt «pachte mit einer römischen Tragödie von altem classischen Schrot und Ks 'die aber dabei schöne Verse auszuweisen hatte und, ungeachtet ihrer Mängcl, ^

die Sprache der Empfindung vernehmen ließ. Die dargestellten Zustände

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einfach, von langehcr bekannt, aber beinahe vergessen, und die handelnden ^soncn, wenn auch nicht so ganz, doch leidlich lebendig. Alles Das verursachtfreudige Überraschung. ^,l.

Die Tragödie „lluoröos" von Ponsard wurde im April 1845 aufgriff,Dieser Augenblick bezeichnet den äußersten Verlauf oder, wenn man will, dc"sten Verfall der literarischeri Revolution, die im Juli 1850 gesiegt hatte. *-7 §e-mantische Phalanx war auseinandergesprengt, und ihr Triumph glich ein hiewissen Siegen, die nichts entscheiden, und wo die Sieger ebenso viel Todte a ^Besiegten auf den« Schlachkfelde lassen. Alfred de Vigny schwieg unddamit den Weg in die Akademie, wo auch Ste.-Beuve, nicht als stolzer ^sondern als kluger Diplomat, der einen gütlichen Friedcnsvcrtrag lieber hak " bereitunnützen oder verderblichen Krieg, seinen Einzug hielt. Victor Hugo erste"Akademiker und wiederholte sich in Dramen und lyrischen Gedichten, die n ^ ü"'Werke dieser Art nicht verdunkelten. Seine hartnäckigsten Bewunderer ^ . nEräumen, daß er vo» seinem poetischen Gesehgeberberuf keine klare Borste" spitzebesitze, und daß er es begucmer finde sich vergöttern zu lassen, als an ^hiüeiner literarischen Schule zu bleiben. Alfred dc Müsset tummelte st^ sOasstkfür Jrgcndjemaud oder JrgcndetwaS Partei zu ergreifen, und goß allma ^ Zsta'in seinen starken Wein, um ihn für Classiker trinkbar und sich ^ gleichtdcmiker annehmbar zu machen. Unter diesen hervorragenden Namen