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Eilfter Band.
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578 Die Literatur Frankreichs.

samste ist. Bescheide» und gewissenhaft nahm sich Michelet um diese Zeit vor sichselbst in Acht; sein Talent war voll und reich gestimmt, und sein Leben einfach undanspruchlos, ein wahres gelehrtes Leben, fern von allen politischen Nebenzwecken,wodurch in Frankreich so oft die Besten verdreht und verdorben werden. In dieserglücklichen Zeit, wo er seinen Ehrenplatz unter den Geschichtschreibern der neuer»französischen Schule zu erringen wußte, schrieb Michelet seine besten Bücher, seinen„?r (>08 >w I'kiütaii'o modoiuv", ausgezeichnet durch hohen Gedankenflug und glän-zenden Vertrag; die „Origines du elinit Irmi^ais", wo Gelehrsamkeit und Poesiesich brüderlich die Hand reichen; die „Ilwtoirn romaino", wo zwar Hang zuParadoxen hervortritt, aber nicht so stark, daß die vortrefflichen Theile dieses be-deutenden Werks davon gelitten haben; und endlich die ersten Bände der „llistoirelle ?r.ii>oe:", die allen Freunden der französischen Nationalliteratur bekannt sind unddurch so gediegene und glänzende Vorzüge für einige Mängel reichlich entschädigen-Bis dahin war Michelet so klug und so glücklich gewesen, sich ausschließlich an seinehistorischen Forschungen zu halten. Er schrieb Bücher, die sehr viel Anklang fanden,und hatte noch nicht den Einfall gehabt, sich in politische Händel und religiöse Srrei'tigkeiten einzulassen. Dieser Unfall begegnete ihm um 1846. Zu seinem Schade»gesellte sich Michelet zu den Schriftstellern, welche gegen die „Pfaffenpartei" (partüpretr«) ins Feld rückten, und schloß eine Art Waffenbrüderschaft mit Edgar Quinet,der, nachdem er vcrschicdcntliche Epopöen in poetischer Prosa oder in prosaische»Versen geschrieben, aus dem Tumulte religiöser Interessen und Leidenschaften einigtAnsehen gewinnen wollte. Für Michelet kam bei diesem Kreuzzuge gegen Jesuiten*wesen eben nichts Erkleckliches heraus. Er erntete etwas schallende Popularität, >»üsie der Scktcngcist seinen Schriftstellern spendet, schrieb etliche Bücher, die zu ie>">Zeit starken Beifall hatten, bald nachher aber in tiefe Vergessenheit geriethcn, nnwurde aus einem ruhig forschenden, unbefangenen Historiker ei» stürmischer Parts»mann. Bei einem so lebendigen und dem ersten Zuge folgenden Geist wie der fl»nigc, der gern auf gewagte Dinge eingeht und sich j» seinen Gedanken berausä^war der Abhang gefährlich; auch ist er dabei ausgeglittcn. Michelet hatte a»fa»§auf die Jesuiten losgeschlagen; seine Ausfälle gingen weiter bis zum Priester-Kircheuwesen. Er hatte liberale Ansichten geäußert, konnte aber unterwegs »w,stehen bleiben und gcricth in revolutionäre Ideen hinein. Voll Eifer und auft'^tiger Gesinnung, nie zu halben Entschlüssen geneigt, ohne Widerstand gegen diedrängende Gewalt seiner Bewunderer, entzückt von den verführerischen Reize» ^Popularität und benebelt von dem dampfenden Weihrauch des Tagespreise, gi»§ ,,immer weiter vor, ohne je sich umzusehen, ohne die Strecke abzumessen, die er Srückgelegt hatte, und ohne den Abgrund zu beachten, über den er sich immer tw^hinübcrbeugte. Der Blitzschlag im Februar, der so viele Illusionen vertrieb »»^viele verstörte Gemüther wieder zu Besinnung brachte, hat ihn keineswegs ausIrrthum gerissen, sondern nur noch fester in die Partcipolemik verstrickt, b>e ^40 Jahren die bedeutendsten Talente in eingesegneten Anstrengungen erschöpfaufgerieben.

o) Das Zcitungswesen. „,,'c

Die Journalistik steht, von der Restauration bis zur Februarrevolutis^ »wder Literatur in so engem und wesentlichem Zusammenhange, daß wir sie /!' gflawberücksichtigt lassen dürfen. Die Revolution von 1850 änderte in Frankschcrici in den Skaatseinrichtungc», in den Sitten und Gewohnheiten ka»"

Verkehrs, wirkte aber nirgends so durchgreifend als in der Journalistik. flw'

wol sagen, daß das Zeitungswescn unter der Julimonarchie eine ebenso »» hatte-wä'lzung erlitt, als das Staatsleben während der Nevslutioii von 1789 '„asist'EDurch einen kecken Streich und Versuch wurden die Grundlagen der '^ste»ganz umgekehrt. Die Journale, die damals das größte Ansehen u"dAbonnenten hatten, wollten gegen den Strom ankämpfen, der si«

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