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Eilfter Band.
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592 Die Literatur Frankreichs.

Hauptingredienz dieser vornehmen Plaudermanier ausmacht, und das lustiZe Prickelnmit Stecknadeln, wobei rothe Tröpfchen allenthalben aus der Haut hervorquelle»; derblitzende Champagner, der in Kelchschalen perlt, und die feinern und giftigem Geisteund Liqueure, die in kleinen Spitzgläsern funkeln. Es ist in seinen Plaudereien anVielen Stellen ein eigenes Summen, wie wenn Wespen schwärmen, und es machtimmerhin Spaß zu sehen, wie Ste.-Bcuve mit seinem artigen kleinen Bicnenstachehworaus beinahe ein Hornißrüssel geworden, alle Diejenigen sticht, die, nachdem st"während der Julimonarchie und Februarrepublik in der Literatur, im Ministerrath/in den Kammern und Nationalversammlungen glänzende Rollen gespielt, nicht wi<er von vergangenen Dingen und Einrichtungen völlig zurückgekommen und zu derHöhe von Anschauung gelangt sind, wo Das, was nicht mehr da ist, nie da gewe-sen zu sein scheint. Nur eingefleischte Skeptiker oder Sachdenker können ihren Mit'menschen solche stoische Gesinnungen zumuthen. Der geistreiche Plauderer benimmtsich dabei auf die allerliebst feine Weise, die er bei allen Dingen und Gelegenheit^anwendet, beim Einbalsamiern- der Todten und beim Begraben der Lebendigen. 6"entwickelt bei diesem Seciren von Allem, was Geist, Gemüth und Charakter Amhängliches, Treues und Festes behalten können, die Handfertigkeit eines praktisch""Wundarztes, der seinen Patienten während der Operation anlächelt, das weich/Streicheln einer Katze, die stundenlang mit der gefangenen Maus spielt, die dr»'doppelte Stricknadelmalice einer verwitweten Oberhofmcisterin, die in einer fröhlich/"Gesellschaft von jungen Herren und Damen verrätherische Anzeichen und Verstoß/gegen die Convenienz belauert, kurz die ganze Summe köstlicher Eigenschaften, d»von ihm zu einer Kunst und Wissenschaft ausgebildet worden, und seine literarisch^Kritik sehr anziehend und anzüglich, aber nicht sehr wirksam und gewichtvoll mache»-Ste.-Bcuve hat alle Reize eines feinen, sinnreichen, geschmeidigen und gefällige"Geistes, der die Aufmerksamkeit anregt, aber nicht aufdringt; seiner Kritik fehlt da'Durchgreifende, das Bestimmende und Zurechtweisende. Er hat zu der literarisch""Bildung und Entwickelung seines Landes viel beigetragen, als der noch in dengen Theorien des 18. Jahrhunderts befangene französische Geist nichts Höheres s"ten ließ als sein Schulsymbol, und alle auswärtigen Literaturen verkannte »dgar nicht kannte und seinen kleinen Kirchthurm nie aus den Augen verlor. 7 /Franzosen mußten damals angehalten und angelernt werden, Alles zu begrenzund Ste.-Beuvc hat in dieser Beziehung durch die Initiative seines Geistes ",die Toleranz seines Geschmacks anfangs ungemein belehrend, aber zuletzt durch >Hin- und Herwanken auf dem ästhetischen Boden überaus verwirrend gewirkt.

u) Die Lyrik.

Wenn nun auch die gefeierten Sänger, die sonst ihre Stimmen so lautschalle» ließen und ihre Gesänge in Aller Mund brachten, jetzt schweigen ode"

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Prosa schreiben, so hat darum das Singen in Frankreich nicht aufgehört, s"" >„gsich gegen früher blos herabgcstimmt. Ein fröhliches Sausen und Brause»durch die wohlfeilen Zeiten der Restauration und zum Theil der Julimonarchis.„ft,durch, nur dann und wann und momentan durch Kriegslärm, Straßen/»»Theuerung, Revolution und Pestilenz unterbrochen, und trotz dem Stürmn»" -ochvon der Rednerbühne herab- und aus der Journalistik herausbrauste, n»»^ ge-viel und durchdringend gesungen. Seitdem die äußern Verhältnisse drück"" habe»worden, und theurer die Lust, und chronischer und weit mächtiger die m«»

sich die Chöre verdünnt und wird weniger Originelles hervorgebracht, obO" mi»glauben sollte, daß gerade jetzt, wo die Politik still ist und Alles leise sp"'^ 'Mi»'Singen die rechte Zeit und Witterung wäre; aber an die Stelle des Metalle»" Eu-gens ist viel hölzernes Girren und Schwirren getreten, und von dem Fl»6S"1ter dem poetischen Nachwuchs gilt der Spruch:

Wie die Alten sungen,

So piepsen auch die Jungen.