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Eilfter Band.
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Die Literatur Frankreichs.

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Obschon nur aus drei oder vier Nestern ausgeflogen, halten die Jungen doch we-nig zusammen. Jeder will seinen eigenen Busch haben — die Singvogel, die manPoeten nennt, vertragen sich selten nebeneinander —, aber deswegen singt nicht Je-der seine eigene Weise. Genie ist in neuester Zeit nicht auszuweiden, wie sich schonvor einigen Jahren ziemlich schlagend herausstellte, als man die poetische Begeiste-rung feierlichst zusammentrommelte, die Leiern aller 86 Departements in Reihe und^lied aufmarschircn ließ und mit schmetterndem Tusch den Anbruch eines neuenAugusteischen Zeitalters austrompetete. Das Resultat dieses hoch hinausgehendenVersuchs hat keineswegs der überspannten Erwartung entsprochen, und jene ganzeNut von Gedichten ist in den Maculaturkasten geströmt.

Die lyrische Poesie ist jetzt weniger als irgendeine andere ein treuer Spiegel°E§ Zeitgeistes, deshalb können wir auch in ihr sein Wesen und seine Physiognomie"vd die Erundzüge seines Charakters und seiner Art am wenigsten wiedererkennen,^ben weil diese Poesie so nebelhaft und düftcleer geworden ist, darum ist auch ihrGepräge so verwischt, und ist es so schwer, die Umrisse ihrer Physiognomie undPersönlichkeit aus den zerfließenden Lincamenten und Elementen herauszuzeichnen.-illit starkbewaffneten Augen lassen sich in der französischen Lyrik unserer Tage al-cnfalls vier vorherrschende Richtungen unterscheiden, die als Au- und Nebenflüssea erer Wtromc erscheinen. Nach dem Vorgänge jener Classification poetischer Ma-leren um <Stue, die gegenwärtig zwar unter uns kaum mehr üblich, doch bisher"vch IN Erinnerung ist, wird man diejenige Richtung, welche vorzugsweise in derWehmüthigen Erinnerung süßer Jugendträume, in der sanften Klage um hinge-schwundenes Glück, in der innigen Sehnsucht nach Luft und Licht, in der Angstkr Dunkelheit des irdischen Lebens, und in dergleichen Empfindungen des geplagtenHerzens und der gefesselten Seele die Motive und Anknüpfungspunkte ihres poeti»chen Schaffens und Slrebens findet, oder doch zu finden glaubt, die sentimental-.sS'sche nennen dürfen. Sie hält sich an Lamartine's Schul- und Tonweise, diesrkU ^""ohniend buntem, flachem und mattem Inhalt immer noch am meisten ange-^ agen wird. Aber bei den Schülern ist das Genie des Meisters in Handwerk ausge-d wird sein ureigenes Wesen in einer unfreien Stimmung oder schwermütheln-

ku Manier nachgelallt. Ich wüßte aus dieser Richtung nichts Bedeutendes auszuhebern. Die zweite Richtung der neuesten französischen Lyrik nennt sich selbst die Laolsz.^'bists; sie hieße, dünkt mich, besser die spät- oder nachromantische, da sie offen-H von der modernen Romantik abstammt. Warum sollte man den vergrautenhz> "'"i des Nomanticismus nicht noch ferner beibehalten und dem Stellvertreter an-^ 'ü doch kein übles Ding um Namen, werden auch oft die Sachen

Se»e' v vergessen, wie das Schicksal des Nomanticismus in Frankreich uns unlängstE hat. Für die Kürze der Charakteristik ist eine gewisse Übereinkunft beinahesia ^öthrlich. Wohlan denn, die Romantiker sind gestorben, es leben die Phanta-' ihre heutigen Nachfolger! Das Merkmal des Phantasistischen deutet, wie esbestimmter auf den besondern Hang der Schule: es umfaßt alle Reisen inS

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vevi^s hi"ein und reicht bis zum Excentrischen hinan oder hinab, ist mithin von ei-hi>t w gewaltigen Umfange, daß die angegebene Richtung darin vollkommen Platz'vi jst "Er gewissen Einverständnissen noch darüber Hinausgreifen kann. Außer-fiir der vorgeschlagene Name für den Ernst und Scherz gleich gut, was ihnl'ch, h'E Bedürfnisse nicht wenig empfiehlt. Vollends entscheidend dafür ist end-Spitzname fgntaiswte in der französischen Schrift- und Umgangssprache

L. allgemein durchgedrungen ist.

N^,./shantasistik — fast möchte man sagen Phantastik — verhält sich i»^vglä'ntw/^ Romantik, wie das Frühgothische zum Spätgothischen, welches dieÖdeste» .. ""v Franzosen treffend den hochblühenden und helllodernden Stil nennen.Ehalte k - ^ 'hr Unterscheidendes eigentlich in festester Auffassung jedes beliebigenDie«, " v" reichsten Durchbildung der Form. Denn die romantische Richtung

Gegenwart. Xl. ' 38