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Die Literatur Frankreichs.
schine interessirt, weil man an ihren Nutzen denkt, verursacht jedoch keine tiefereGeistesregung. Freilich kenne ich Geschäftsmänner, die für Spinnmaschinen, Schrau-benschiffe, Mctalligues, Acticnvercine und dergleichen poetische Dinge so leidenschaft-lich gestimmt sind, als Kunstcnthusiasten es für Bilder, Sculpturcn, Kupferstiche u. s. w.nur immer sein können; aber solche Stimmungen lassen sich höchstens zu Satirenund komischen Epopöen verbrauchen. Wenn Jemand berechtigt ist, dem Eindringendes allgemeinen mechanischen Treibens der Gegenwart einen Pfahl vorzuschlagen, soist es der Dichter. Der Dichter ist der begeisterte Sänger höherer Triebe, feurigerLeidenschaften und großer Prvmetheusschmcrzen; die Industrie hat blos niedrigeGegenstände, ordinäre Interessen und kleinliche Marthasorgcn, ihre eigenste, innersteNatur ist jenes eiskalte, berechnende, durch und durch prosaische Wesen, das jedenAnfing von Gemüth und Kunst und Poesie erstickt. Auch mit der Wissenschaft, zu-mal mit der Naturwisscnschast, kann die Dichtkunst keinen wirksamen Bund schließen,denn die basische Verbindung der Säuren, die chemische Zersetzung organischer Sub-stanzen u. s. w., liefern nie und nimmer den Stoff zu Idyllen und Eklogen. DerBlitz mag immerhin von der Elektricität der Wolken herrühren; für den Dichterkommt er aus den Händen des Donnergottes. Trotz dieser starken Einwände, diesich gegen Maxime Ducamp's neue Poesie und Ästhetik erheben lassen, kann mannicht umhin, seine „6Iwnts mocieriies" gebührend anzuerkennen als einen gewagten undgelungenen Versuch durch eine geistreiche That die Lehren seiner Ästhetik zu bewäh-ren. Maxime Ducamp besingt den Dampf, die Sense, die Spule, die Locomotive,und verrichtet dieses außerordentliche Kunst- und Kraftstück mit reeller Bravour.Es fehlt ihm weder an schöpferischem Odem, noch an schönem Bilderrcichth""'-womit er das Knochengerippe seines Gegenstandes belebt und ausschmückt; aber daserste Buch seiner Gedichte, „LImiits üo In matiüis" betitelt, ist bei weitem nichtso gelungen und anziehend als die zweite Abtheilung mit der Überschrift „ LluuitSä'smour". Hier sprudelt die wahre Quelle der Begeisterung, die ewige Ärethusa,woraus dichterische und träumerische Herzen immer die rechte Labung und Stin>'mung herholen werden. Ohne Liebe, ohne Jammer, ohne Schwärmen und Naftwohne Vescssensein von Gott oder vom Teufel, kurz ohne Leidenschaft hat es »ochkeine echte Poesie gegeben.
Wenn Maxime Ducamp und seine Anhänger die Poesie in die modernstegenwart hineintreiben und den heidnischen Olymp als einen unnützen poetischen ^parat in die Rumpelkammer werfen wollen — was mit dem christlichen Hin«"*angefangen werden soll, sagen sie nicht —, so versteige» sich hingegen andere ^den heutigen französischen Dichtern ins graue Alterthum und springen mitten inaltgrichische Göttcrwelt hinein, um sie von neuem als das brauchbarste Mate^für die Poesie zu verwenden. Nicht blos in der Politik, auch in der Poesie pst^Revolutionen in das Gegentheil von Dem, was sie erstrebten und versprachen,zuschlagen und auszukaufen. Wo man eine Republik säet, erntet man eine u>"> ^schränkte Alleinherrschaft, d. h. eine sehr natürliche und begreifliche ErscheinungFolge von den in vulkanischen Boden gestreuten Frciheitsprincipicn. Frcmdat'^und wundersamer scheint, was seit einigen Jahren in der französischen Poe^vortritt. Als die französischen Nmucmtjker um 1827 mit so erbaulichemletzten Trümmer des Heidenthums cinrisscn, die poetischen SchattenbilderWelt vollends umstürzten, und die gothischen Münster auf den Ruinen diesechischen Tempel feierlichst einweihten, ließen sie sich schwerlich träumen,christliche Hcrculesarbeit 27 Jahre später eben kein Girren galanter ^ - ,nige>^nachslieder an Venus und Cupido, wol aber eine tiefere, gründlichere und "Erkenntniß der heidnische» Poesie zur Folge haben sollte. Und doch ist cs s". A„jgeNmen. Eine eigenthümlich antike *) Richtung meldet sich ganz entschieden be»
*) Ich weiß zum Bezeichnen dieser Richtung, wie überhaupt aller <.
der modernen Poesie, nichts Besseres anzuwenden und vorzuschlagen, als das eiNsaw
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