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Eilfter Band.
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Die Literatur Frankreichs.

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wehr zu machen weiß. Die so das Geheimniß noch besitzen, haben sich zurückgezo-gen; die Andern kritzeln Prosa, so gut es gehen will, in schlechtem Boulevardfran-ivsisch. Man quält sich nicht etwa mit Durchführung von Charakteren und Leiden-schaften, sondern mit Verknüpfung von Scenen und Situationen, die den Dekora-tionsmalern gestatten ihre Pinsel zu handhaben. Dennery, Paul Foucher, AnicetBourgeois, Fernand Dugue, Paul Feval arbeiten für Ciceri, Feuchere, Se'chanUnd Dieterle. Das Drama ist nur noch eine Anhäufung possirlicher Auftritte undschauerlicher Hergänge, die den Verwand zu glänzenden Dekorationen abgeben. Mantveiß nicht mehr, bei welchem verlorenen Sohne, bei welchem verlegten Ringe, beiwelchen entwandten Papieren, bei welchem ausgesetzten Opfer man Hülfe und Ret-tung suchen soll. Alle unterirdischen Gänge, alle Chatoullen, alle Ketten, alle Por-ttäts, welche die Phantasien von zwanzig Dramendichtern nur haben aushecken kön-Uen, sind gebraucht und gemiöbraucht. Jedes neue Stück ist der Niederschlag vondreißig ältern Stücken; es findet sich darin ein Witz von 1820, ein Auftritt von1828, ein Schluß von 1845. Man macht Theaterstücke, wie man Harlekinsjackenwacht, mit alten Lappen und Flicken, als sei aller dramatische Stoff ausgegangenw einer Stadt, wo auf einen verheiratheten Mann zehn Junggesellen kommen, de-ganzes Trachten dahin gerichtet ist, wie sie ihren Nachbar die^Beschwerlichkeitenes Ehestandes allein tragen lassen, die Annehmlichkeiten dagegen mit ihm theilen;wo die vornehme Kunst, wie man seinen Vorder- oder Nebenmann beiseite schafft,wn über ihn hinwegzukommen, und die feine Taktik, durch die man die Tugend zurKupplerin des Lasters macht und das allgemeine Beste zum Hehler des eigenenBesten gebraucht, von zahlreichen Müßiggängern, Abenteurern, Habsüchtigen, Ehr-geizigen und Heuchlern bis auf den höchsten Grad der Vollkommenheit gebrachtIwd; kurz, wo ein so mannichfaltiges Spiel des teuflischen Lebens sich entwickelt,aß man hier vom Gewebe der Lüge und Intrigue in einem Tage mehr sehen undeobachten kann als anderswo nicht in vielen Jahren. Alexandre Dumas hatte in„lerpss" und „^.ngsls" das moderne Paris mit seinen titanenhaften Gr-asten und Charakteren schildern wollen, und war auf eine dramatische Goldader ge-°den, tzje er und seine Nachfolger unbenutzt liegen ließen. Anstatt hier nachzu-laden, wühlte man in den papierncn Aktenstößen der kläglichsten Criminalprocessc?""w, und schrieb „l-s Hains 6s St.-Iropsr" und dergleichen Melodramen von^ abscheulichsten Sorte.

Der in der dramatischen Literatur cingerissene namenlose Wirrwarr bewog einige^aste und besonnene Geister, ihre Kräfte der alten Tragödie wieder zuzuwenden.

vnsard ging voran; Latour de St.-Ubars und Andere folgten hinterdrein; doch^ dabei eben nicht viel mehr herausgekommen als etliche Tausend Alexandriner und^ Paar schöne Scenen. Ohne die Wichtigkeit dieser rückgängigen Bewegung imagen,einen und das Verdienst Ponsard's insbesondere zu leugnen, ist doch nichtZunehmen, daß aus der litcrarischcn Reaction im Sinne des Klassicismus und zuhusten der ältern Tragödie etwas Beträchtliches und tiefer Eingreifendes hervor-de?W wird. Heutzutage, wo zehn oder zwölf Revolutionen in einem halben Jahrhun-di"?"«krcich erschüttert und an ein buntes, krauses Treiben gewöhnt haben, erscheinth, ^Üere Tragödie als eine zu frostige und starre Form. Die Zuschauer verlangenein, Wärme und Bewegung, als sie zu bieten pflegt, und wenn sie sich nicht in^ Weise umgestaltet, die sie dem neuern Drama annähert, so dürfte wol derihrer Wirksamkeit ausgelaufen sein. Der große Erfolg, den Ponsard's „ku-hatte, verleitete gar Viele, einen Blitz für einen Brand zu halten und den^rli'^IM jener Tragödie als den Stifter einer neuen Schule anzusehen, die wun-^""g h-aolo 6u Kon senr heißen sollte. Nachdem vorher viel TobenS ge-b>ix i>aß das Genie gar keiner Form bedürfe und daherfahre wie Waldwaffer oder

w,d im brennenden Busche, sind diese mit Ketten und Banden herbeigelaufen,k-wse>,.abcn den Wildfang eingefangen und halten ihn nun in enger Haft. Mit° Stecknadeln haben sie den Prometheus an das Secirbret angeheftet, und