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Mexico und Mittelamerika.
cao, Baumwolle, allerlei Farbchölzer und Getreidegattungen; er durchzieht Oliven-wälder wie in Spanien und Italien, dann Fichtcnwaldungen wie in den höhernBreiten. Die Gold- und Silbcrminen Mexicos waren bis auf die neuesten Ent-deckungen in Kalifornien und Australien die berühmtesten, die ergiebigsten und zahl-reichsten; die Silberminen jenes Landes sind heutigen Tages noch die reichsten aufErden. Mittelamerika, dessen größte Ausdehnung vom 8.° bis zum I7.° nörd-licher Breite reicht, ist weniger begünstigt. Seine natürliche Beschaffenheit gleichtzum großen Theile den heißen mexicanischen Küstenstrichen. Nur an den Abhängenund Vorstufen der Gebirgsketten erfreut man sich der erquickenden Frische. An ih-rem Fuße — die Gipfel sind mit ewigem Schnee bedeckt — schmücken sich die man-nichfach unterbrochenen Marken der Flachlande in reichlichem Maße mit allen den be-kannten tropischen Erzeugnissen, am reichlichsten mit Zuckerrohr und Cacao. Kaffee,Baumwolle und Taback könnten ebenfalls, würde eine hinlängliche fleißige Bevölke-rung vorhanden sein, in Fülle gewonnen werden.
Solche herrliche Länder sind es, welche die geringen Haufen spanischer Aben-teurer, während der ersten Hälfte des >6. Jahrhunderts, eroberten. Die theils civi-lisirten, theils barbarischen Einwohner wurden zur Knechtschaft hcrabgedrückt, zu er-bärmlicher Unwissenheit und ewiger Unmündigkeit in jeder, in staatlicher wie in gei-stiger Beziehung verurtheilt. Mexico ist 1535, unter dem Namen Neuspanien, zneinem Vicekönigrcich erhoben worden. Der größte Theil von Mittelamerika, Honduras,Sän-Salvador, Nicaragua, Costa-Nica, sowie die jetzige Republik gleichen Namens,gehörten zum Königreich Guatemala.
Alle diese und andere Länder, mochten sie in Amerika sein, in Asien oder Afrika,sollten nach dem Sinne der Spanier und Portugiesen, nach dem Colonialsystem alleraus der mittelalterlichen Barbarei sich kaum erhebenden Völker, blos zum Vortheile,und zwar zum augenblicklichen kurzsichtigen Vortheile des Mutterlandes dienen. DasWohl der ursprünglichen Insassen wie der Ausgewanderten wurde nur, insoweit esmit der Selbstsucht der herrschenden Nation sich vereinigen ließ, beachtet. Einestrenge Abschließung gegen alle andern Völker ward angeordnet. Handel und Ver-kehr, beinahe alle Beschäftigungen der bürgerlichen Gesellschaft wurden Monopole. D>eVerfassung und Verwaltung war, soweit als möglich, der spanischen Despotie undrömischen Hierarchie nachgeahmt. Die Dicckönigc sind Stellvertreter der Carlos undPhilipp und handeln unumschränkt gleichwie jene Willkürherren. Der ganze äußer'liche Apparat des katholischen Kirchenthums ward, und zwar mit großem Glänze, a-lenthalben eingeführt. Erzbischöfe und Bischöfe mit ihren Capiteln; Mönche "NKutten aller Farben und Formen; Jesuiten und Inquisition. Was man Wissenschalnannte, war nur ein trügerischer Name für absichtliche methodische Verdummung'Die Weißen, die in Spanien Geborenen bildeten die herrschende, von der ArbeitAndern lebende Kaste. Alle die Andern, Creolen, Indianer, Neger und die nw>'cherlei Mischlinge, lebten mehr oder weniger im Zustande der Sklaverei und ll"^drückung. Die römisch-katholischste der Nationen, die Ketzer verbrennenden Sp->n'und Portugiesen waren es — es darf dies niemals vergessen werden —, die ^Menschenhandel mit Negern zuerst in regelmäßiger Weise begannen. Sie hads"«^-durch das größte Unglück, welches unser Geschlecht jemals betroffen, über zwei ^theile verhängt, über Afrika und Amerika, über die kaukasische und dieDieses immer fortwährende Unglück auszurotten ist die schwierigste, die w'^Aufgabe der Menschheit, namentlich in der Neuen Welt. 'erarchl-
Aus dieser spanisch-portugiesischen Regierungsweise, aus jenen römisch'^ Gier-schen Institutionen ist »ach dem folgerichtigen nothwendigen Naturgesetzesrenliche Schauspiel hervorgegangen, welches alle Länder und Colonien der . ^Ke-und Portugiesen seit ihrer Lostrennung vom Mutterlande darbieten. Die „ eNschicke der herrschenden Nationen selbst, die unerquicklichen fruchtlosen Bewegin Spanien und Portugal sind ebenfalls daraus hervorgegangen. . «nx«»,
In Nordamerika haben freie Männer ihre Unabhängigkeit errungen; m