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Mexico nnd Mittelamerika.
haben in zu vielen Fällen die Ehrfurcht des Volks verwirkt. Die Pfarrgeistlichk-^ist mit ihren Umgebungen verwachsen: sie nimmt Antheil an den Interessen und N-"gungen des Landvolks in Gegenden, wo sie fern von dem verderbenden Einflüsse d"Städte lebt. Die Geistlichen sind hier die klugen Nathgcber aller Classen undgastfreien Wirthe aller Fremden, welche ihre Pfarrei besuchen. Aber in vielen großesund kleinern Städten überläßt sich eine große Anzahl Welt- und Klostergeistlicher d-"gemeinsten Lastern, wodurch sie die persönliche Achtung bei Hoch und Niedriglore». „Diese Laster nehmen in demselben Maße zu, als die Bande der Zucht dM"die verwirrte Lage des Landes lockerer werden. Spielsucht und Zerstrcuungslust hab^Wurzel gefaßt bei der Geistlichkeit wie bei all den andern Classen der Gesellschaftwir müssen aber noch ausdrücklich erklären, daß mit wenigen Ausnahmen die Mönchsklöster in Mexico wahre Pflanzschulcn aller Laster sind."*)
Zavala, ein Mericaner und strenger Katholik, dessen Zeugniß keinen» Verdatunterliegt, schildert in seinem Werke „Geschichte der Umwälzungen Mexicos »os1808—50" das Getreide der Geistlichkeit mit folgenden Worten: „Unsere Geistlich?"sandte Missionare aus, welche mittels einer Soldateska Prosclyten machten. Sie ha^Katechismen und Glaubensbekenntnisse in den einheimischen Sprachen niedergeschri-b-"'nicht für die Indianer, welche nicht lesen konnten, sondern damit sie von der Ka"i*herabgesagt und auswendig gelernt würden. Die Heilige Schrift ist in keine Spra-vdes Landes übersetzt worden. Die Prosclyten mußten Alles auf Treu und Gla»d-der Missionare annehmen, die Schergen der Gewalt haben sie dazu gezwungen. D"ganze Volk schmachtete in der elendesten Sklaverei. Der Katechismus des Bat-,Ripalda, welcher unbedingten blinden Gehorsam gegen den König und den Paplehrt, war die Grundsäule der Religion. Gehorsam, und wieder Gehorsam, dasdie alleinseligmachende Lehre." ^
Man kann sich leicht denken, auf welcher niedern Stufe die geistige, moralst",und literarische Bildung eines in dieser Weise erzogenen Landes stehen mußte.türlich, daß die herrlichsten Institutionen, wie Preßfreiheit, unter solchen traurige»^'ständen gewöhnlich zum Fluche gewendet wurden. Die mexikanische Presse di-"^mit wenigen Ausnahmen, immerdar als Werkzeug der Leidenschaften, zur Erreg" ,von Haß und Zwietracht. Nur den Anmaßungen der Geistlichkeit, ihrem Überl^,,fen ins weltliche Gebiet ist sie immer entschieden entgegengetreten. Auch ist -s ^gutes Zeichen, daß die Mcxicaner seit wenigen Jahren anfingen, das früher s"wöhnliche hohle und großsprecherische Wesen aufzugeben und die Zustände ihres ,des und Volks wahrheitsgetreu zu schildern. So Don FranciSco Lcrdo in seinen " j.nym erschienenen „Betrachtungen über die politische und bürgerliche Lage dercanischcn Republik", und der Minister der auswärtigen Angelegenheiten DonG. Cueras in einer sehr lehrreichen und denkwürdigen Darstellung über die D-stenkammer zu Mexico (aus dem Jahre 18^9).
Die Stellung der Völker und Staaten gegeneinander hängt, mögen das.^^r
nannte Völkerrecht und die geschriebenen Tractate sagen was sie wollen
Wirklichkeit zum großen Theile an den gegenseitigen Machtverhältnissen.in den kulturlose» Zuständen gibt auch jetzt noch nur die Stärke den Aussäst^,,g-l'har das schwache Mexico von seinen beiden mächtigen Nachbarn, vonsachsen im Norden und von den Angelsachsen im Süden, allerlei ZudrinS^stcnsund Unbilden zu bestehen, denen es sich gewöhnlich fügen oder die es ^„lhash^ungeahndet ertragen muß. Die Amerikaner wünschten und unterstützten
Balize aus die Jndianeraufstände des benachbarten Pucatan. Letztere hofft"'Honduras geschehen, nach und nach einen Theil oder die ganze fruchtbares ^
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insel zu gewinnen. England hatte nämlich im Jahre 1784" von SpanienHondurasbucht, an der Mundung der Balizcflusses, unter gewissen Bedingung-"
*) Rivero, „ Vlejioo in 1812", T.
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