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Mexico und Mittelamerika.
Verhältnissen ein zu hoher Preis. Die Gemeinde der Union bestand: 1) aus derbelgischen Colonisationscompagnic; 2) aus allen Inhabern von Besihtiteln in der Ge-meinde. Die Arbeiter der Gemeinde, d. h. die Personen, welche mindestens ein Jahrder Gemeinde Dienste geleistet, sollten Anspruch auf ein Drittel des Reinertrags, undim Verhältniß hierzu in allen Beziehungen Antheil an der Gemeinde haben. Zu denRechten der Gemeinde gehörte auch das, in Amerika vollkommen gültige Kassen-anweisungen zu creiren. Den Arbeitern wurden viele Zugeständnisse gemacht, aberauch ihre Verpflichtungen genau bestimmt. Man sicherte ihnen und ihren hinter-lassenen Witwen eine Pension zu u. dergl. m. Den ersten 1000 nach Santo-Tomasübergesiedelten Arbeitern räumte man übrigens noch besondere Rechte ein. Für denFall des Aufhörens einer Gemeinde waren Maßregeln getroffen, was mit dem Eigen-thum derselben geschehen sollte.
Noch vor der Abfahrt der ersten Expedition wurden genaue Disciplinarreglementsund andere Vorschriften erlassen, und es begann das Unternehmen unter den gün-stigsten Voraussetzungen, um durch die Fehler der Leiter schon im Keime erstickt zuwerden. Daß das Klima nicht die Ursache des Untergangs der Colonie war, zeigtdeutlich das Beispiel der unter gleichen Verhältnissen angelegten britischen Nieder-lassung Balize, an der Hondurasbucht. Die erste belgische Expedition ging baldnach dem Zusammentritt der Gesellschaft ab. Der Capitän starb während der Über-fahrt und dessen Stellvertreter übernahm die Dircction der Colonie. Als der neueColonialdirector, Major Guillaumot, folgte, ließ er die mit ihm ankommenden Colo-nisten, 180 an der Zahl, weil er von Seiten seines interimistische» Vorgängers Wider-stand fürchtete, mit scharfgeladenem Gewehr landen. So verbreitete der Mann unterden bis dahin sichtlich gedichcnen Altcolonistcn Mistrauen, welches noch dadurch ge-steigert wurde, daß er schändlichcrweise ein in der Nähe dcS Hafens stehendes Jn-dianerdörschen ohne irgendeinen Grund niederbrennen ließ. Während früher unterallen Colonisten ein freundliches und gemüthliches Miteinanderleben geherrscht hatte,gewann jetzt das militärische Princip die Oberhand. Dieses Princip ward mit einersolchen Strenge durchgeführt, daß man den armen Colonisten während des nächtlichenWachdienstes und während der wochenlang anhaltenden Regenzeit nicht einmal einSchilderhaus bewilligte. Der strenge militärische Zwang erreichte aber bald,, vermögeder Natur der Dinge, sein Ende: nach fünf bis sechs Monaten war Niemand mehrinfolge der allgemeinen Kränklichkeit im Stande, den Dienst zu leisten. Dazu kan>noch, daß die Cultivirung des Gebiets mit der größten Langsamkeit vonstatten ging-Natürlich! die meisten Hände waren mit dem Aufbau eines für eine solche Colonieganz unpassenden Colonialgebäudcs beschäftigt. Außerdem waren die Nahrungsmittelschlecht, und die Colonisten konnten sich mit dem Papiergeld, mit dem sie zum große"Theil bezahlt wurden, und das blos zu Santo-Tomas bei den Einwanderern ge-keilte bessern verschaffen.
Wie gewöhnlich geschieht, so hatten auch hier die Einwanderer ihre Erwart»"'gen im Verhältniß zu Dem, was sie im günstigsten Falle erwarten konnten, zugespannt. Als sie enttäuscht waren und dabei noch bemerkten, wie sie auch in Dt'"-was sie wirklich thun könnten, durch das unvernünftige Regiment gehindert würdt"-da bemächtigte sich Aller niederschlagender Mismuth, und die großen Hebel desbens, des Individuums wie des Staats, Selbstvertrauen und Thätigkeit, versch"^,den vollständig. Gleichsam als wenn man den allgemein herrschenden Mism»tßsichtlich noch erhöhen wollte, wurde den Landbaucrn ihr Besitz am Motag»"^Mewiesen, drei Stunden von, Hafen entfernt. Um in jene Gegend zu gelange»- s-haßman dem Lause des Flusses nachgehen, dann im Wasser und Morast wate"- > ^durchschnittlich 1 '/r Tage zur Reise nothwendig waren. Alles verzweifelte,fehlte nicht viel, so wäre vollkommene Gesetzlosigkeit cingerisscn. Schon von »an hatten zwei Parteien, die Altcolonisten mit den Indianern vereinigt,colonisten, einander feindlich gegenübergestanden. Als nun auf der Erster"die Staatsregierung von Guatemala auch einen Gouverneur nach Santo-»o